Lichtenfels
Projekt

"Tafel plus": Essen und Hilfe an einem Ort

Die Lichtenfelser "Tafel plus" wird ein Jahr alt. Der Förderverein "Franken helfen Franken" ruft zu Spenden auf, damit die Aktion erfolgreich weiter laufen kann.
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Stefanie Kreische steht in dem kleinen Raum in der Striwa, in der die Tafel ihre Lebensmittel aufbewahrt und zeigt den Ausweis, der zum Einkauf dort berechtigt. Fotos: Tobias Kindermann
Stefanie Kreische steht in dem kleinen Raum in der Striwa, in der die Tafel ihre Lebensmittel aufbewahrt und zeigt den Ausweis, der zum Einkauf dort berechtigt. Fotos: Tobias Kindermann
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Der kleine Raum ist mit Lebensmitteln gefüllt: "Morgen ist Ausgabe, da ist es immer so voll", sagt Stefanie Kreische und blickt sich um. Im hinteren Teil, in der Kühlzelle, lagern Obst und Milchprodukte. Draußen, in den Regalen, Konserven, Nudeln, Kekse und Südfrüchte, alles Lebensmittel, die aus 15 Märkten und drei Bäckereien stammen. Und die sonst in den Abfall gegangen wären, wenn sie ehrenamtliche Helfer nicht mit dem kleinen weißen Lieferwagen abgeholt hätten.

Stefanie Kreische ist Projektleiterin der Lichtenfelser "Tafel plus" und wenn sie von ihrer Arbeit erzählt, geht es nicht nur um Lebensmittel. Die Einrichtung in Lichtenfels im ehemaligen Striwa-Gebäude, der jeden Mittwoch Lebensmittelausgabe ist, unterscheidet sich von anderen Tafeln in einem wichtigen Punkt: "An jedem Verkaufstag ist mindestens ein Sozialpädagoge mit vor Ort." Die Lichtenfelser "Tafel plus" möchte nicht nur Menschen mit geringem Einkommen helfen, günstig an gute Nahrungsmittel zu kommen.Es gibt hier auch Hilfe, damit man aus der Armutsfalle herausfindet. "Ich kenne keine weitere Einrichtung, in der das der Fall ist", sagt Stefanie Kreische.

Denn trotz großer Not finden viele Menschen nicht den Weg in Beratungsstellen. Aber einige davon kommen zur Tafel nach Lichtenfels. Immer mittwochs, wenn die Ausgabe ist, finden auch Beratungsgespräche statt. Kreische schätzt die Zahl derjenigen, die dort regelmäßig Hilfe suchen, inzwischen auf 20 Personen. "Jetzt bauen die Leute ein Vertrauensverhältnis zu uns auf", ist eine Bilanz, die sie nach einem Jahr zieht. Eine große, gefüllte Tüte mit Lebensmitteln für zwei Euro ist das, was sie mitnehmen, und eben auch Rat.

Am 21. November 2012 war die erste Ausgabe von Lebensmitteln, 40 Ausweise, die zum Kauf berechtigen, gab es damals. Inzwischen hat sich die Zahl vervierfacht: "Etwa die Hälfte davon kommt regelmäßig." Ungewöhnlich ist auch die Trägerschaft: Mit Diakonie und Caritas unterstützen katholische und evangelische Kirche die Lichtenfelser "Tafel plus".

Hinter dem Projekt stehen 57 Ehrenamtliche. "Das hört sich auf den ersten Blick nach viel an, aber mit weniger würde es gar nicht gehen." An drei Tagen ist der kleine weiße Transporter unterwegs, um die Waren bei den Läden abzuholen. Danach müssen sie eingelagert und sortiert werden. Jeden Mittwoch wird dann im Schnäppchenladen von Kolping ein kleiner Markt aufgebaut.

"Franken helfen Franken" hat sich dieses Projekt herausgesucht, da es in der Spendenlandschaft eine besondere Rolle besitzt, weil eben über die aktuelle Notlage hinaus versucht wird zu helfen. Wer die Tafel unterstützen möchte, kann das mit einer Spende auf das Konto von "Franken helfen Franken"mit Stichwort "Lichtenfelser Tafel"

Der Verein "Franken helfen Franken"

Idee Die Mediengruppe Oberfranken erreicht über ihre Zeitungen Fränkischer Tag, Bayerische Rundschau, Coburger Tageblatt, Saale-Zeitung und Die Kitzinger sowie ihre Internetangebote viele Menschen. Das will sie mit Hilfe eines Spendenvereins nutzen und Hilfsbedürftige unterstützen.

Zweck Der Spendenverein macht sich stark für ein Franken, das sich durch eine Atmosphäre des Miteinanders und der gegenseitigen Hilfe auszeichnet.
Verwendung Jeder für "Franken helfen Franken" gespendete Euro geht an den guten Zweck, in diesem Fall an die "Lichtenfelser Tafel". Verwaltungskosten trägt die MGO.

Empfänger Die Spenden gehen ausschließlich an gemeinnützige Initiativen und Projekte oder Vereine in der Region. Die können sich direkt bei "Franken helfen Franken" bewerben, der Vereinsausschuss entscheidet dann über die Spende. Seit der Gründung vor rund vier Jahren wurden auf diesem Weg schon über 90 000 Euro ausgegeben.

Spendenkonto Mediengruppe Oberfranken - Franken helfen Franken e.V.; Sparkasse Bamberg (BLZ 770 500 00), Konto 302 194 501.

Fragen? Hier gibt es mehr Infos und Kontaktdaten.


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