Bad Staffelstein
Statistik

STE bleibt weiter sehr beliebt

Vor fünf Jahren wurde das alte Kennzeichen neu eingeführt. Anfangs von der Politik nicht unbedingt gewollt, wird es trotzdem gerne gewählt.
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Die Entscheidung dafür fiel nicht unbedingt mit Begeisterung: Seit rund fünf Jahren gibt es im Landkreis Lichtenfels die Möglichkeit, sein Auto wieder mit einem Kennzeichen des Altlandkreises Staffelstein zu versehen, der seit 1972 Geschichte ist. Teile davon wie Zapfendorf kamen nach Bamberg, der Itzgrund nach Coburg, Staffelstein und Ebensfeld nach Lichtenfels.

Es lag in der Hand der Landkreise, wie sie mit dem Thema umgingen. Im Kreistag war die Angelegenheit mehrfach Thema - und keines, dass bei den Kreisräten Begeisterung auslöste. Als hätte man nichts Wichtigeres zu tun, war das Credo. Doch das Thema bewegte die Menschen. Die Hochschule Heilbronn hatte im Oktober 2012 sogar eine Umfrage auf dem Bad Staffelsteiner Marktplatz gemacht. Mit dem Ergebnis: Sag Ja zu STE, meinte die Mehrheit.

Als der Kreistag im März 2013 grünes Licht gab, sprach Kreisrat Hans Peter Marx (SPD) von "groben Unfug". Landrat Christian Meißner (CSU), der zur Mehrheit gehörte, die die Einführung guthieß, führte einen pragmatischen Grund an: Dann sei endlich Ruhe. Mit seiner Einschätzung, so groß werde der Bedarf nicht sein, lag er dann aber doch nicht ganz richtig.

Schnell stellte sich, wenig überraschend, heraus, dass man vor allem im Bad Staffelsteiner und Ebensfelder Raum gerne Gebrauch machte. Vereinzelt fanden aber auch andere Autobesitzer in anderen Kommunen gefallen daran. Mit STE lassen sich einige schöne Dinge gestalten, wie etwa seinen Wagen zum "STE-RN" werden zu lassen. Der Anteil an den Zulassungen im Landkreis bewegte sich schon bald nach der Einführung im Juli 2013 bei relativ konstanten 15 Prozent im Jahr. Und das bis heute. Und auch Landrat Christian Meißner freundete sich schließlich mit dem STE-Kennzeichen an. Es kostet 10,20 Euro, so ein Wunschkennzeichen zu bekommen, über die zusätzlichen Einnahmen freue sich der Landkreis durchaus, meinte er.

Doch etwas anderes überrascht beim Blick auf die Zahlen dann schon: Der Bestand an Fahrzeugen im Landkreis ist verglichen mit dem durschnittlichen Zuwachs im Bundesgebiet überproportional gewachsen.

Das Kraftfahrt-Bundesamt weist zum Stichtag 1.1.2018 einen Bestand von 63 713 451 Fahrzeugen aus, am 1.1. 2013 sind es noch 60.838.212 gewesen. Das ist ein Anstieg um knapp fünf Prozent. Im Landkreis Lichtenfels lag der Zuwachs im selben Zeitraum bei über zehn Prozent. 61708 Fahrzeuge waren 2013 registriert, 2018 schon 68175.

Einen Anstieg gab es in allen Fahrzeuggattungen, seien es Kräder, Autos, Lastwagen, Zugmaschinen, Sonderfahrzeuge oder Anhänger.

Was auch noch auffällt: Damit gibt es im Landkreis erstmals deutlich mehr Fahrzeuge als Einwohner. Mitte 2017 lag die Zahl im Kreis bei 66 763 Personen.

Im Bundesvergleich liegt das Verhältnis darunter, denn die Bundesrepublik zählt aktuell knapp 83 Millionen Einwohner.

Nur in einem ist der Kreis Lichtenfels dann wieder knapp unter Durchschnitt: Die Zahl der Fahrzeuge mit E-Kennzeichen liegt bei etwas unter 0,1 Prozent (63 Fahrzeuge), im Bundesdurchschnitt sind es 0,1 Prozent. Doch bei diesen sehr geringen Zahlen genügen ein paar Fahrzeuge, um über diesen Wert zu kommen.

Woher nun die Liebe der Bewohner im Landkreis zu Fahrzeugen herrührt? Darüber führt man keine Statistiken. Wer aber vermutet, dass der gegenüber einer Stadt schlechtere öffentliche Nahverkehr eine Rolle spielen könnte, liegt sicher nicht ganz falsch.

Im Kreis Bamberg verzichtete man übrigens auf eine Einführung alter Kennzeichen. Dort hätte man nämlich den Autofahrern dann die Wahl zwischen fünf Kürzeln geben müssen, neben BA und STE auch noch EBN (Ebern), HÖS (Höchstadt) und EBS (Ebermannstadt). Das ergäbe einen Nummernsalat, meinte der Kreistag.



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