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Stahlzeit in Lichtenfels. Mad Max hätte seine pure Freude

Stahlzeit bot vor 1700 Besuchern die gesamte Rammstein-Palette aus sphärischen Klängen und harten Gitarrenriffs.
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Und immer wieder Pyrotechnik Foto: Markus Häggberg
Und immer wieder Pyrotechnik Foto: Markus Häggberg
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Osterfeuer mal ganz anders. So könnte man bezeichnen, was in der Stadthalle am Ostersonntag stattfand. Auf ihrer "Schutt + Asche"-Tour gelangte die Rammstein-Coverband Stahlzeit auch auf die Lichtenfelser Bühne.

Eigentlich geht es um Rammstein, jene weltberühmte deutsche Band, die in Endzeit- und Metropolis-Optik das "R" so düster rollt. Dazu harte Gitarrengriffe, Dezibel über alle Maßen und dazu durchaus philosophische Texte. Diese Melange zog wohl so 1700 Besucher an, stammend aus Oberfranken und Thüringen.

Aber was Rammstein macht, muss Stahlzeit zumindest gut nachmachen. Und das tut die Truppe um Sänger Helfried "Heli" Reißenweber auch. Sie füllt große Hallen, sogar den Circus Krone in München. Bezeichnend die Bühnenaufbauten, geprägt durch Rohre und Leitungen, gehalten in einer Ästhetik, die Mad Max gefallen hätte.

Flammenwerfer im Einsatz

Der Mann, der das alles mit organisierte, war schwer zu finden. Ivo Raab, der auch das Ragnarök-Festival in Lichtenfels ausrichtet, ist mal hier, mal dort. Noch an diesem Tag und weit vor dem Konzert hatte er mit dem Ordnungsamt zu tun und mit der Feuerwehr, denn all das, was an diesem Abend entzündlich werden sollte, was auf der Bühne durch Rohre und Leitungen ging, um flammenwerfend Showeffekt zu werden, musste abgenommen und bestätigt werden.

Dicht bei dicht drängten die Leute hinter dem Absperrgitter, welches drei, vier Meter vor der Bühne stand. Der Abend bot die gesamte Rammstein-Palette aus sphärischen Klängen und harten Gitarrenriffs, aus Explosionen, Heavy-Metal, Melodiösität und Show-Einlagen, bei denen Reißenweber, wie einer blutüberströmter Schlachter wirkend, eine Lore auf die Bühne schob, in der Keyboarder Ron Huber kauerte und am Ende mit aus seinem Anzug züngelnden Flammen von der Bühne flüchtete.

"Ich bin schon zum fünften Mal bei Stahlzeit", erklärt Marion Distler aus Birkenreuth. Sie mag auch die Halle der Akustik, weshalb sie schon zum zweiten Mal in Lichtenfels ist. Klar, Stahlzeit ist nicht das Original, aber Stahlzeit ist gut. "Mir taugt das", sagt auch ihre Freundin Susanne Wagner, die die Texte für "sehr philosophisch" erachtet. Dass so etwas an einem kirchlichen Feiertag stattfindet, findet sie in Ordnung. "Ostern ist ja ein Fest der Freude", begründet sie ein wenig schelmisch. Freude hatten die 1700 Besucher jede Menge, vor allem an den Klassikern wie "Hier kommt die Sonne" oder "Mutter". Und einmal, bei "Amerika" sollte ein Konfettiregen auf die in der Halle befindlichen niedergehen, wie man ihn ansonsten nur von amerikanischen Wahlpartys kennt, wenn der Präsidentschaftskandidat erscheint. Ein gelungener Abend mit besinnlichen Tönen, die laut waren.

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