Bad Staffelstein
Bierbrauerfest

Staffelsteiner Biere bringen Genuss und Seligkeit

Was macht fränkische Bierkultur aus? Das Getränk, das noch immer nach dem Reinheitsgebot von 1516 erzeugt wird, ist viel zu schade, um einfach nur literweise in den Rachen gekippt zu werden, sagen zwei Braumeisterinnen.
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Der Moderator des Brauereifests, Walter Mackert, zusammen mit der der Brau- und Getränketechnologin Jana Neubert aus Nedensdorf (links) und der Braumeisterin Silvana Goller aus Bad Staffelstein - beide  werden natürlich beim Bierbrauerfest dabei sein.Matthais Einwag
Der Moderator des Brauereifests, Walter Mackert, zusammen mit der der Brau- und Getränketechnologin Jana Neubert aus Nedensdorf (links) und der Braumeisterin Silvana Goller aus Bad Staffelstein - beide werden natürlich beim Bierbrauerfest dabei sein.Matthais Einwag

Im Internetportal "Stupidedia" ist folgende Definition zu lesen: "Das Bier (auch Gerstensaft, Vollkornweizensprudel, Getreidegärstoffgetränk, Studentenbrause, Hopfenblütenkaltschale, Gerstentee, Gerstenrakete, Maurerbrause, Hopfenblütentee, Ballerbrühe, Flüssigbrot, Isotonischer Fitnessdrink Hopfensmoothie oder Tschernobyl-Sprudel genannt), ist ein Gebräu mit langer Tradition." Es wird gern getrunken von Engeln (besonders die mit Namen Aloysius), Mönchen, Trollen, Dichtern, Wiesnbesuchern und ganz normalen Menschen.

Bier gehört seit Urzeiten zum Staffelsteiner Land. Im Stadtgebiet brauen noch zehn kleine Brauereien selbst. Beim Bierbrauerfest am Donnnerstag (10 bis 22 Uhr auf dem Marktplatz) können die Besucher 23 verschiedene Biersorten probieren.

Frauen brauten schon immer Bier

Geschichtlich betrachtet, sagt Walter Mackert, der beim Brauereifest als Moderator auf der Bühne stehen wird, haben vor allem die Frauen das Bier gebraut. Wie ein roter Faden ziehe sich das durch die Geschichte - von den Sumerern bis in die Jetztzeit.

Walter Mackert hat sich gut vorbereitet auf seinen Moderatorenjob, damit er den Festbesuchern den einen oder anderen geschichtlichen Hintergrund liefern kann. Besonders freut ihn, dass es im Staffelsteiner Land zwei junge Frauen gibt, die das Brauen zu ihrem Beruf gemacht haben: Die Braumeisterin Silvana Goller aus Bad Staffelstein, die bei der Brauerei Grosch in Rödental arbeitet, sowie die Brau- und Getränketechnologin Jana Neubert, die mit dem Nedensdorfer Braumeister Thomas Reblitz liiert ist und die in der Brauerei Reblitz mitwirkt.

Beide Frauen bestätigen, dass das Brauen längst keine Männerdomäne mehr ist und dass sich mehr und mehr Frauen in diesem Handwerk ausbilden lassen. Lieblingsbiere im engeren Sinn haben Jana (26) und Silvana (25) nicht. Das Schöne an der fränkischen Bierlandschaft sei die große Vielfalt, sagen sie, und dass es auf die jeweilige Situation ankomme, welches Bier man gerade am liebsten trinkt.

Produkte aus der Region

"Wir leben hier in Franken wie im Paradies - alle zum Brauen erforderlichen Rohstoffe kommen aus der Region", sagt Jana Neubert. Für die gebürtige Allgäuerin ist es wunderbar, in Franken Bier aus der hier angebauten Gerste und dem hier hergestellten Malz zu brauen - im Allgäu gebe es nämlich kaum Gerstenfelder.

Im Staffelsteiner Land gebe es viele Landbiere. Doch jedes Landbier sei anders, auch wenn sich die Zutaten und das Maischverfahren gleichen, fährt sie fort: Alle diese Biere haben ihre eigene geschmackliche Note. Biertrinken, sagen die beiden Brauerinnen, habe nichts zu tun mit Saufen.

Bierkultur hat viele Aspekte

Zur Bierkultur, wie sie von den zehn kleinen Brauereien gepflegt werde, gehöre mehr als nur Gerstensaft in sich hineinzugießen, fassen sie in einem Gespräch übers Bier zusammen. Da gebe es zum Beispiel die Frage, ob man Bier lieber aus einem Glas oder einem Steinkrug trinken sollte. Beide Gefäße hätten ihre Vorteile. Beim Bierglas komme die Farbe des Bieres zur Geltung, was für den Genuss nicht unwichtig sei, denn das Auge sei beim Essen und Trinken ein einflussreiches Sinnesorgan. Nicht umsonst gebe es das Wort "bierselig", das immer dann angewendet werde, wenn jemand genießerisch sein Bier getrunken hat und leicht angeheitert mit sich und der Welt im Einklang ist. Und dann wäre da noch der Schaum, über dessen Konsistenz und Formgebung Bierliebhaber ausgiebig diskutieren können.

Apropos Autofahren: Alkoholfreies Dunkles sei zur Zeit sehr gefragt, sagen Silvana und Jana: "Man schmeckt die Restsüße heraus - es schmeckt wie ein Bier, nur eben ohne Alkohol."

Bierbrauerquiz

Beim 11. Bierbrauerfest (am Donnerstag, 15. August, von 10 bis 22 Uhr) auf dem Staffelsteiner Marktplatz wird ein Bierquiz angeboten, bei dem es viele Dinge rund ums Bier zu gewinnen gibt, die von den Brauern gestiftet wurden. Ein Bogen mit den fünf Fragen wird ausgeteilt und muss schriftlich ausgefüllt werden. Die Auflösung und Ermittlung der Gewinner erfolgt um 17 Uhr durch Moderator Walter Mackert.

Lustige Sprüche zum Bier

"Die erste Pflicht der Musensöhne

Ist, dass man sich ans Bier gewöhne."

(Wilhelm Busch)

Auch Wasser wird zum edlen Tropfen,

mischt man es mit Malz und Hopfen!

Es tut mir in der Seele weh, wenn ich den Bierglasboden seh.

Was bekommt man, wenn man Bier mit Wasser mischt? Ohrfeigen!

Melkt der Bauer seinen Stier, trank der Trottel zu viel Bier.

Mein Lieblingstier ist der Zapfhahn.

Gesunde Ernährung kann so einfach sein: Schon 37 Bier decken den Tagesbedarf an Vitamin C.

Bier trinken ist besser als Quark reden.

Mit des Bieres Hochgenuss, wächst des Bauches Radius.

Wasser ist für Vierbeiner, Menschen finden Bier feiner.

Ich hatte heut ein 7-Gänge Menü: 'ne Bratwurst und'n Sixpack Bier!

Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Da hinten ist eine Taverne, da tausch' ich das Ding gegen Bier.

Der einzige Nachteil von Bier ist: Man kann es nicht mit Käse überbacken!

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