Lichtenfels
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Städtebausanierung in Lichtenfels: "Die Nachfrage ist gigantisch"

Das Lichtenfelser Stadtsanierungsprogramm wird sehr rege in Anspruch genommen.
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Nur eines von mehreren Beispielen für Maßnahmen im Stadtsanierungsprogramm: In der Adresse Bahnhofstraße 12a wird mit Förderhilfen der Umbau eines Wohnhauses realisiert. Foto: Markus Häggberg
Nur eines von mehreren Beispielen für Maßnahmen im Stadtsanierungsprogramm: In der Adresse Bahnhofstraße 12a wird mit Förderhilfen der Umbau eines Wohnhauses realisiert. Foto: Markus Häggberg

Arm an begeisterten Äußerungen war die Tagung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Tourismus und Wirtschaft am Montag nicht gerade. Dabei galt es gar nicht, eine Seite zu einer Zustimmung zu bewegen. Es war ein reiner Sachstandsbericht, der den Kern des Geschehens ausmachte.

Die Entwicklungen zu den städtischen Förderprogrammen seien "nämlich sehr erfreulich", wie Rita von Frantzky festhielt. Die Architektin ist über die Bayerngrund GmbH seit Jahren als Sanierungsberaterin für die Stadt Lichtenfels tätig und führte vor elf Stadträten, Bürgermeister Andreas Hügerich und Citymanager Steffen Hofmann ins Thema Stadtsanierungs- und Geschäftsflächenprogramm ein.

Zwölf Maßnahmen laufen

Drei Sanierungsgebiete weist die Kernstadt auf und in allen herrscht derzeit Bewegung. Aktuell liefen zwölf Maßnahmen mit einem voraussichtlichen Gesamtinvestitionsvolumen von rund 2,2 Millionen Euro. Es seien sogar "mehr als 2,2 Millionen, die aber sind noch nicht als förderfähig anerkannt", so von Frantzky. "Zwölf laufende Maßnahmen sind für eine Stadt wie Lichtenfels hervorragend - wirklich toll", betonte sie und gewährte Aussicht auf aktuell sechs bis sieben Eigentümer von Immobilien, die durch das Förderprogramm zu sanieren "echt interessiert" seien. "Die Nachfrage ist gigantisch." Der Zuschuss aus der Städtebauförderung belaufe sich bei den 2,2 Millionen Euro nach Aktenlage auf 480 000 Euro, wovon die Stadt Lichtenfels einen Anteil von 40 Prozent (192 000 Euro) übernimmt.

Doch auch in Bezug auf laufende Maßnahmen im Geschäftsflächenprogramm tauschte sich der Ausschaus aus. Hier war die Rede von fünf Maßnahmen mit einem voraussichtlichen Gesamtinvestitionsvolumen von rund 300  000 Euro. Der Zuschuss hierfür aus der Städtebauförderung wurde mit 38 000 Euro angegeben, wovon die Stadt einen Anteil von 40 Prozent (15 200 Euro) trägt. Zwei dieser Projekte fanden mittlerweile einen Abschluss, darunter die Adresse Marktplatz 23, in der ein Café bzw. eine Boulangerie entstand. Bürgermeister Andreas Hügerich und Citymanager Steffen Hofmann werteten das dadurch gewonnene erweiterte kulinarische Angebot als wirklich gute Ergänzung zu schon Vorhandenem.

47 Beratungen durchgeführt

Eine Auflistung dazu, welche Entwicklung die Angebote zu Beratungsgesprächen über das Stadtsanierungsprogramm genommen haben, griff auf die vergangenen drei Jahre zurück. 26 Beratungen in 2017 folgten 13 neue Beratungen im Folgejahr. Derzeit liegt der Stand für 2019 bei neun Beratungen. "Wie viele Maßnahmen daraus entstehen, kann ich noch nicht sagen", so von Frantzky.

Ein anderer Aspekt der Stadtentwicklung wurde im zweiten Teil der öffentlichen Sitzung von Citymanager Steffen Hofmann vorgebracht. Es ging dabei um die "Attraktivierung und das Aufhübschen" des Märchenwalds am Weihnachtsmarkt, um die stückweise Erneuerung bzw. Ersetzung der dortigen Spielgeräte und baulichen Anziehungspunkte. Laut Sitzung vom 3. Mai 2018 billigte dies der Ausschuss und so trug Hofmann den aktuellen Sachstand hierzu vor. Er betonte, dass durch die Anschaffung u. a. des Rapunzelturms weitere Attraktionen geschaffen wurden, zu denen das Feedback der Besucher durchweg positiv gewesen sei. "Die Resonanz von Familien und Besuchern bestärkt uns darin, dass wir unseren Weg weitergehen." Für dieses Jahr stehe die Erneuerung bzw. Sanierung des Gespensterschlosses an, da dieses teilweise in die Jahre gekommen sei. Geplant sind dazu auch die Einbauten neuer Licht- und Tonanlagen.

Auf die Frage, wie es sich dazu mit den Kosten verhält, konnte Hofmann beruhigen. Die "1000 bis 2000 Euro" anfallender Kosten, entstehend durch die Arbeiten des Stadtbauhofs, werden über den laufenden Unterhalt gedeckt.

Auf die Frage von Ausschussmitglied Andrea Starke, ob sich derlei Impulse auf Weihnachtsmarktbesucher auswirkten, entgegnete Hofmann zwar nicht mit konkreten Zahlen, aber er hielt fest, dass gerade die Institution Märchenwaldbahn Besucher aus Forchheim, Coburg und Bamberg anzöge. Man wisse das über eine diesbezügliche Erhebung. Zum Abschluss ließ Hofmann wissen, dass die Öffnungszeiten für Weihnachtsmarkt und Märchenwald in Absprache mit den Marktteilnehmern eine sinnvolle Vereinheitlichung erfahren werden.

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