Ebensfeld

Städtebauförderung Ebensfeld: Stärken und Schwächen ermittelt

Der Ebensfelder Marktgemeinderat tagte im Greßano-Saal öffentlich. Einziger Tagesordnungspunkt war die Städtebauförderung. Das Ingenieurbüro "transform" stellte die Ergebnisse der seit April laufenden Erhebungen vor.
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Mirjam Fuchs, Eveline Zeis und Thomas Blum (von links) setzen ihre Schwerpunkte, indem sie farbige Aufkleber anbringen. Fotos: Matthias Einwag
Mirjam Fuchs, Eveline Zeis und Thomas Blum (von links) setzen ihre Schwerpunkte, indem sie farbige Aufkleber anbringen. Fotos: Matthias Einwag
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Es war ein Abend voller Daten und Fakten. Im Greßano-Saal stellte das Bamberger Ingenieurbüro "transform" die Ergebnisse seiner seit April laufenden Erhebungen zur Städtebauförderung vor. Dabei ging es um den Ortskern zwischen Hauptstraße und Unterer Straße. Anschließend wurden Gemeinderäte und Bürger gebeten, ihre Schwerpunkte zu nennen, indem sie farbige Aufkleber an vorbereitete Tabellen setzten, die an Stellwänden befestigt waren.

Yvonne Slanz und Markus Schäfer vom Ingenieurbüro "transform" gingen detailliert auf den Sachstand in Ebensfeld ein. Sie beleuchteten unter anderem, wo sich im Kernort bebaubare Grundstücke befinden, welche Struktur die Bebauung hat und in welchem Zustand die Gebäude sind, wie die demografische Entwicklung ist, wie die Grünflächen gestaltet sind und welche Verkehrswege den Ort tangieren.


"Hohe Sanierungsbereitschaft"

"Die Leerstandquote in Ebensfeld ist relativ gering", sagte Markus Schäfer. Die Wohnnutzung überwiege. Bedarf sieht der Planer bei der energetischen Sanierung der Häuser. "Wir haben eine hohe Sanierungsbereitschaft", fügt er an. Geheizt werden die Gebäude überwiegend mit Zentralheizungen, und die werden hauptsächlich mit Öl befeuert. Hier sei Potenzial vorhanden, etwas zu Gunsten der Umwelt zu ändern.

Ihr Haus verkaufen wollen nur sehr wenige Ebensfelder. Dasselbe gelte für Grundstücke. Im Untersuchungsgebiet ermittelten die Planer 64 potenzielle Bauplätze mit einer Gesamtfläche von rund 56.000 Quadratmetern. Fast alle seien in privater Hand. Das sei brach liegendes Kapital. Für den Gemeinderat sei die Frage wichtig, wie damit in den nächsten Jahren umgegangen wird, sagte Yvonne Slanz. Denn bevor die Gemeinde neues Bauland ausweise, sollte sie sich darum kümmern, vorhandene Bauplätze zu nutzen. Konkret könnte die Gemeinde die Grundstückseigentümer befragen. Es gebe erfahrungsgemäß Grundeigentümer, die heute schon wissen, dass weder ihre Kinder noch ihre Enkel je wieder ins Dorf zurückkommen. Es sei für die Entwicklung eines Ortes gut, wenn erschlossenes Bauland, das in absehbarer Zeit nicht gebraucht wird, "an die Gemeinde zurückgegeben" werde.

Gutes soziales Umfeld

Die Planer machten in Ebensfeld einen gesicherten Grundschulstandort aus, doch die Mittelschule werde sich künftig nicht halten können. Zu den Stärken Ebensfelds gehöre der Umgang mit Behinderten, die hervorragend ins solziale Leben eingebunden würden. Ebensfeld profitiere stark von der Obermain-Therme im benachbarten Bad Staffelstein; das wirke sich vor allem auf die Übernachtungszahlen in der Gemeinde positiv aus.

Handlungsbedarf sehen die Planer in der Verkehrsberuhigung der Hauptstraße. Das sei gleichwohl schwierig, weil es sich hier um eine Staatsstraße handle und die Gemeinde nichts allein entscheiden könne, sondern sich mit dem Staatlichen Bauamt abstimmen müsse.

Angeregt wurde auch, die Grundeigentümer durch ein kommunales Förderprogramm zu unterstützen, wenn es um die Renovierung von Fassaden oder ganzen Gebäuden geht. Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) erklärte, der Gemeinderat diskutiere noch darüber, ob das für die Bürger über die Städtebauförderung günstiger wäre oder über ein Dorferneuerungsprogramm.

In der anschließenden Bürgerbeteiligung hatten alle Anwesenden die Möglichkeit, ihre persönlichen Schwerpunkt zu setzen. Die Planer baten Gemeinderäte und Bürger, farbige Punkte an Formulare zu heften, die sie an Stellwände gepinnt hatten. Dabei sprachen sich viele Ebensfelder dafür aus, den Bau einer Umgehungsstraße und die Verkehrsberuhigung der Hauptstraße zu prüfen.

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