Burgkunstadt
Schwimmbad

Stadtratssitzung Burgkunstadt: Kommunen legen zusammen

Für den geplanten Bau des Lehrschwimmbeckens in Altenkunstadt ist der Stadtrat von Burgkunstadt bereit, seine finanzielle Beteiligung zu erhöhen.
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So könnte das Altenkunstadter Lehrschwimmbecken nach Vorstellung des Vereins für kommunale Zusammenarbeit aussehen.  Foto: privat
So könnte das Altenkunstadter Lehrschwimmbecken nach Vorstellung des Vereins für kommunale Zusammenarbeit aussehen. Foto: privat
Nach intensiven Gesprächen entschied sich der Stadtrat von Burgkunstadt, den Zuschuss für das Lehrschwimmbecken in Altenkunstadt nochmals aufzubessern. Auch der Feuerschutz wurde als wichtige Aufgabe gesehen und Investitionen für die Stützpunktwehr in Burgkunstadt und die Ortswehr in Gärtenroth in die Wege geleitet.

Eine Bauausschusssitzung ging den Beratungen voraus. Hierbei wurde eine Nutzungsänderung des Schustermuseums beschlossen: Im Erdgeschoss des Gebäudes sollen eine Werkstatt und ein kleiner Laden eingerichtet werden. Außerdem erhält das Haus einen barrierefreien Zugang und im Nebengebäude wird ein Behinderten-WC errichtet. Außerdem wurden mehrere Bauanträge von Privatpersonen genehmigt.

Eine detailliertere Planung zu den Umbaumaßnahmen am Schustermuseum stellte zu Beginn der Stadtratssitzung Architekt Reinhold Huth vor. Er bezifferte die Kosten mit rund 100 000 Euro. Der Einbau eines Behinderten-WCs im Nebengebäude erfordere weitere 25 000 Euro.


Erweiterung des Gerätehauses

Das Feuerwehrgerätehaus von Hainweiher soll mit einem Schulungsraum und sanitären Anlagen erweitert werden. Nun folgt die schlüsselfertige Ausschreibung des Bauvorhabens, wie Bürgermeisterin Christine Frieß erläuterte. Insbesondere auch deshalb, weil bei diesem relativ kleinen Vorhaben auch bei der Ausschreibung nach einzelnen Gewerken keine nennenswerten Kosteneinsparungen zu erwarten gewesen wären. Andererseits sah sich der Stadtrat nach dem Verkauf der Schule in Ebneth auch hinsichtlich des Raumbedarfs für beide Stadtteile in der Pflicht zum schnellen Handeln. Das wirtschaftlichste Angebot legte die Firma Dechant Hoch- und Ingenieurbau mit 352 945,56 Euro vor, erläuterte die Verwaltung, die zugleich der Generalunternehmer ist. Stadtrat Dieter Schmiedel nannte die Kostenschätzung ein gutes Angebot, wobei er zusicherte, dass sich natürlich auch die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr von Ebneth-Hainweiher im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit Eigenleistungen (Malerarbeiten, Fenster- und Türeneinbau) beteiligen werden.

Der Stadtrat erweiterte anschließend seinen Planungsauftrag an die Architektengemeinschaft Plan & Werk/Ingenieurbüro Miller/Landschaftsarchitekt Aufmkolk hinsichtlich des Ausbaus der Bahnhofstraße und der Kreisstraße.

Zur Optimierung der Wasserversorgungsanlage in Burgkunstadt beschloss der Stadtrat, das Ingenieurbüro Miller für die geplanten Maßnahmen im Bereich Alter Postweg, Heufuhr, Fliehgasse und Bahnhofstraße stufenweise mit den entsprechenden Ingenieurleistungen zu beauftragen.


Mainroth

Gleich mehrere Anliegen gebe es für Mainroth, wie Bürgermeisterin Frieß erläuterte. Sie nannte etwa die Schaffung von Parkmöglichkeiten für Friedhofsbesucher und den Ausbau der Brunnengasse. Nachdem das Büro HTS-Plan bereits mit dem Umbau des Kirchplatzes in Mainroth betraut war, wurde es hinzugezogen. Für die ersten beiden Leistungsphasen wurden die Kosten auf etwa 270 000 Euro geschätzt.

Lange wurde über die Finanzierung des geplanten Lehrschwimmbeckens diskutiert. Der Bau wird etwa 5 830 000 Euro kosten. Die Gemeinde Altenkunstadt geht von einer Förderung von 80 Prozent aus. Nach dem Zuschuss des Landkreises Lichtenfels bleibt ein ungedeckter Bedarf von 1 026 701 Euro, weshalb die Gemeinde um eine höhere Beteilung der Stadt Burgkunstadt ersuchte. Zugesagt waren bereits 225 000 Euro.


Aufteilung der Restkosten

Die Stadträte sahen ein Lehrschwimmbecken insgesamt als eine sinnvolle Infrastrukturmaßnahme und wichtig für die Kinder, wie es Wolfgang Sievert, Edith Berg und Thomas Müller bekräftigten. Andererseits klangen auch kritische Stimmen an, denn die Stadt Burgkunstadt hat ihr Freischwimmbad ohne jegliche Zuschüsse errichten müssen. Stadtrat Günter Knorr schlug vor, dass nach Abzug der Fördermittel alle drei Kommunen den verbleibenden Betrag von 20 Prozent der Gesamtkosten übernehmen sollten und errechnete die jeweiligen Anteile mit 400 000 Euro. Damit könne ein Zeichen der kommunalen Zusammenarbeit gesetzt werden. Stadtrat Dieter Schmiedel empfand diesen Vorschlag vertretbar. Nach einer eingehenden Diskussion wurde mehrheitlich beschlossen, den Baukostenzuschuss für das Lehrschwimmbecken seitens der Stadt Burgkunstadt auf 400 000 Euro aufzustocken.

Einigkeit bestand auch darüber, für die Freiwillige Feuerwehr Ebneth-Hainweiher eine neue Tragkraftspritze anzuschaffen. Der Auftrag in Höhe von 14 500 Euro ging an die Firma Ludwig in Bindlach. Nach der Überschreitung des Schwellenwertes musste die Ausschreibung der Ersatzbeschaffung eines neuen Fahrzeuges für die Freiwillige Feuerwehr Burgkunstadt europaweit erfolgen. Das Fachbüro Andreas Dittmann, das mit der feuerwehrtechnischen Begleitung und Ausschreibung beauftragt wurde, empfahl nach Eingang der Angebote folgenden Vergabemodus: Das Fahrgestell (Angebotspreis 90 750 Euro) und die Fertigung und Lieferung des ausgeschriebenen Aufbaus (292 800 Euro) an die Firma Schlingmann, Dissen zu vergeben und mit der Lieferung der Beladung (53 320 Euro) die Firma Ludwig, Bindlach zu beauftragen. Der Stadtrat stimmte dem Vorschlag zu.

Nachdem künftig auf dem Friedhof anonyme Erdbestattungen (Sargbestattungen) ermöglicht werden, war eine Änderung der Friedhofs- und Bestattungssatzung erforderlich.
Weiterhin legte die Verwaltung den vom Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband erstellten Jahresabschluss 2017 für die städtischen Einrichtungen fest (Wasserversorgung, PV-Anlagen, Stadthalle, Freibad, Eigenjagd und weitere Posten), der mit einer Bilanzsumme von 3 076 529,21 Euro bei einem steuerlichen Jahresverlust von 58 626,71 Euro abschloss.

Die Beschaffung einer neuen Abdeckplane für das Sportbecken im Freibad wird voraussichtlich Anschaffungskosten von 30 000 Euro erfordern, weshalb der Förderverein Kunomare um Gewährung einer Zuwendung aus der Spenden der Sparkasse Coburg-Lichtenfels, die die Stadt Burgkunstadt erhalten hat, bat. Hierzu stellte der Stadtrat 5 000 Euro in Aussicht.


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