Burgkunstadt
Stellungnahme

Stadtrat sieht Floßfahrten kritisch

In Burgkunstadt wächst die Skepsis angesichts der beabsichtigten Nutzung des Mains. Eine weitere Krippengruppe erhält der katholische Kindergarten.
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Wird der Main zwischen Burgkunstadt und Strössendorf stärker genutzt? Der Stradrat zeigte sich skeptisch.Dieter Radziej
Wird der Main zwischen Burgkunstadt und Strössendorf stärker genutzt? Der Stradrat zeigte sich skeptisch.Dieter Radziej

Die geplanten Floßfahrten auf dem Main und die Schaffung von zwölf weiteren Kinderkrippenplätzen waren diesmal die beherrschenden Themen der öffentlichen Sitzung des Stadtrates von Burgkunstadt.

Den eigentlichen Beratungen ging eine Sitzung des Bauausschusses voraus, bei der es zunächst um die Erweiterung einer Gebrauchtwagen-Stellfläche in der Gemarkung Weidnitz ging. Dabei zeigte sich Stadtrat Thomas Müller (Bürgerverein) schon etwas verwundert, dass die Bodenabtragungen schon vor der Antragstellung in vollem Gange seien und auch die Anpflanzung einer Hecke, eigentlich Bestandteil eines länger zurückliegenden Genehmigungsverfahrens, immer noch nicht erfolgt sei. Seiner Meinung nach sei das Vorhaben, auch unter dem Gesichtspunkt des Flächenverbrauchs, abzulehnen.

Bedenken äußerten auch Michael Doppel und Ulf Müller (beide FW). Bürgermeisterin Christine Frieß bat zu beachten, dass man damit einem Unternehmen womöglich die Weiterentwicklung verbaut und Stadtrat Wolfgang Sievert (SPD) erinnerte daran, dass auch an die Gewerbesteuerzahler gedacht werden sollte. Bei zwei Gegenstimmen wurde das Vorhaben befürwortet.

Zum Beginn der Stadtratssitzung informierte Frieß darüber, dass die Haushaltssatzung 2019 der Rechtsaufsicht zur Genehmigung vorgelegt wurde und es dabei keine Einwände gab. Allerdings kam auch der Hinweis, dass bei der Wasserversorgungsanlage eine Unterdeckung bestehe und es das Anliegen der Verantwortlichen sein sollte, die finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt zu erhalten.

Zwölf Plätze mehr

Ein zusätzlicher Bedarf, wie die Verwaltung informierte, zeichnet sich bei den Kinderkrippenplätzen ab. Wie Stadtkämmerin Heike Eber anhand der Einwohnerentwicklung aufzeigte, könnten sich die Betreuungszahlen verdoppeln. Eine Lösung dieses Problems, so Bürgermeisterin Frieß, sei zwar mit der Errichtung eines Kinderhauses auf dem Areal "Schulberg" längerfristig in Sicht, dennoch müsse der Bedarf des katholischen Kindergartens kurzfristig abgedeckt werden.

Als Lösungen hatte die Verwaltung Räumlichkeiten im katholischen Pfarrzentrum oder den Ankauf bzw. die Anmietung von Containern in die Diskussion gebracht. Weil dies aber recht teuer käme, kam als Alternative die leer stehende Hausmeisterwohnung in der Grundschule zur Sprache, die nach einem Ortstermin mit dem Landratsamt von Lichtenfels für die Unterbringung einer Not-Krippengruppe grundsätzlich geeignet erschien. Nach ersten Schätzungen würden die sich Kosten - notwendig wären Maler- und Bodenbelagsarbeiten, eine kleine Küchenzeile und ein Wickeltisch - auf rund 70 000 Euro belaufen.

Bei diesem Tagesordnungspunkt wurden mehrfach Fragen nach dem zeitliche Rahmen für die Übergangslösung der Krippengruppe nachgefragt. Letztendlich beschloss der Stadtrat einstimmig, für den katholischen Kindergarten eine weitere Krippengruppe mit zwölf Plätzen anzuerkennen und es wurde die Verwaltung¸ bei einer Gegenstimme, beauftragt, die notwendigen Maßnahmen umzusetzen.

Ungeklärte Fragen

Bei den beabsichtigten Floßfahrten der Frankenfloß GmbH Co. KG auf dem Main zwischen Burgkunstadt und Strössendorf, wovon auch sie anfänglich recht angetan war, so Bürgermeisterin Frieß, seien mittlerweile eine ganze Reihe von ungeklärten Fragen aufgetaucht, sodass sie das Vorhaben inzwischen mit einer gewissen Skepsis sehe.

In diesem Zusammenhang war die Stadt vom Umweltzentrum des Landratsamtes um eine Stellungnahme ersucht worden. Er hätte diese eigentlich auch von der Landkreisbehörde erwartet, merkte Wolfgang Sievert (SPD) an. Kritisch setzte sich Edith Berg (Bürgerverein) mit dem Thema auseinander und erinnerte daran, dass diese Strecke Teil des Europäischen Schutzgebietsnetzes "Natura 2000" sei, die von Theisau bis Lichtenfels reiche, sei. Weiterhin könne man dem Atlas der Brutvögel in Bayern entnehmen, dass hier schutzwürdige Vogelarten wie der Eisvogel, das Blaukehlchen, der Neuntöter, sowie die Schwarz- und Grauspechte nisten.

Berg ging noch einen Schritt weiter und war der Auffassung, dass bei der Stellungnahme der Stadt auch die Bedenken des Landesbundes für Vogelschutz und der Fachberatung für Fischerei mit aufgenommen werden sollten. Frieß zufolge ist auch die Stadtverwaltung der Auffassung, dass zu allen bereits bestehenden Bedenken auch die mangelnden Parkmöglichkeiten sowie die fehlende Zufahrt über öffentliche Feld- und Waldwege in die Stellungnahme der Stadt einfließen sollten.

Die Stadt Burgkunstadt beteiligte sich an einer Stelle für eine Freiwilliges Soziales Jahr an der Grundschule in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk, nachdem beispielsweise Kinder mit Inklusions- und Integrationshintergrund einen erhöhten Förderbedarf haben. Für das Schuljahr 2019/20 ergeben sich Gesamtkosten von 12 813 Euro, wovon die Stadt 4700 Euro übernimmt.

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