Es ist eines der größten Wohngebiete der Stadt Lichtenfels in den letzten Jahren. Auf einer Fläche von 4,8 Hektar, begrenzt von Seubelsdorfer- und Grundfelder Straße, können 45 bis 50 Bauplätze angeboten werden. Die meisten sind zwischen 700 und 850 Quadratmeter groß, manche etwas größer oder kleiner. Im Süden schließt das Areal an die Bahngleise an, deshalb ist dort ein zirka vier Meter hoher Lärmschutz vorgesehen. Die Kosten für diese Wand oder diesen Wall werden auf die Erschließung umgelegt. Trotzdem soll der Quadratmeterpreis mit 75 bis 90 Euro - so die Berechnungen des Stadtbauamtes - attraktiv sein.
Der Entwurf des Bebauungsplanes 92 kam bei allen Stadtratsfraktionen gut an. Der Straßen verlaufen nicht gerade, was zur Verkehrsberuhigung beitragen soll. Viel Grün ist vorgesehen. Die Verkehrsanbindung ist top, wie Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) hervorhob, die Lage trotzdem ruhig. "Dass uns das in Reundorf gelungen ist, freut mich ganz besonders."
Helmar Zipp (SPD-Stadtrat aus Reundorf), konnte sich allein nicht mit der Platzierung des Spielplatzes am Rand anfreunden. In gewisser Weise plane man ja ein kleines Dorf, erklärte er. Da gehöre der Spielplatz in die Mitte. Er müsse auch nicht 4000 Quadratmeter groß sein, wie vorgesehen. Dafür könnte man drei weitere Bauplätze ausweisen und für das Geld aus ihrem Verkauf den Spielplatz sogar noch finanzieren.
Über die beste Position für den Spielplatz würde rege diskutiert. Würde dieser überhaupt von kleineren Kindern genutzt - oder nicht eher von Teenagern? Philipp Molendo (Junge Bürger) meinte, dass dieser größere Platz eher für die Jugendlichen gedacht sei, zumal es in Reundorf noch einen Spielplatz für Kleinere gebe. Dass Kinderspiel nicht als Lärm zu betrachten sei, unterstrichen mehrere Redner, die die großzügige Randlage trotzdem guthießen. Der Bürgermeister betonte, der Spielplatz "ist am Rand, aber nicht abgeschoben", außerdem von den Häusern einsehbar und nicht direkt an eine Straße angrenzend. Die Entfernungen seien doch alle fußläufig. Stefan Hofmann (Freie Wähler) merkte augenzwinkernd an, dass Kinder auch mal den Blicken der Erwachsenen entkommen wollen.
Zipp, dessen Anregung auf Verlegung des Spielplatzes nicht weiterverfolgt wurde, war der Meinung, über seinen Antrag hätte zuerst abgestimmt werden müssen, wie es bei einem Antrag zur Geschäftsordnung der Fall ist. Andreas Schönwald aus der Verwaltung vertrat allerdings die Ansicht, dass dies kein klassischer Geschäftsordnungsantrag sei, sondern ein Sachantrag. Deshalb habe über den vorliegenden Empfehlungsbeschluss des Bauausschusses vorher abgestimmt werden müssen.
Die wichtigste Botschaft ist nun, dass ab Mitte/Ende nächsten Jahres Interessenten im "Maintal" - so heißt das neue Baugebiet nämlich - mit dem Bauen beginnen können. Eine Reservierungsmöglichkeit für Bauplätze besteht ab dem 2. November. Die beiden Paare auf den Zuschauerplätzen im Sitzungssaal hatten signalisiert, dass sie gleich unterschreiben würden - und damit sind sie bestimmt nicht alleine. Es gab bei der Stadt schon annähernd so viele Anfragen, wie Bauparzellen jetzt in Reundorf zur Verfügung gestellt werden. Bauland ist rar: In Lichtenfels selbst kann die Stadt keinen einzigen Platz anbieten, in den Ortsteilen ist es ein knappes Dutzend.