Lichtenfels
Regenerative Energien

Stadt will mehr Strom erzeugen

Lichtenfels unternimmt Schritte in Richtung Energieautarkie. Die Stadt investiert fast 2,3 Millionen Euro in drei Photovoltaik-Anlagen.
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Auf den Stellplatz-Überdachungen des Parkhauses Oberes Tor soll ab dem nächsten Jahr Strom erzeugt werden. Fotos:  Popp
Auf den Stellplatz-Überdachungen des Parkhauses Oberes Tor soll ab dem nächsten Jahr Strom erzeugt werden. Fotos: Popp
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Der Titel "Grüne Stadt" ist kein Lippenbekenntnis. Um die formulierten Ziele der "Visionen 2030" zur Stadtentwicklung zu unterstreichen, machte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung Nägel mit Köpfen: Er stimmte drei Vorhaben zur regenerativen Stromerzeugung zu, mit denen insgesamt in etwa der Verbrauch von 900 Einfamilienhäusern gedeckt wird. Soweit die Berechnungen. Sie besagen ferner, dass sich die Investitionssumme von knapp 2,3 Millionen Euro ungefähr nach zwölf Jahren amortisiert haben wird. Zweimal wird die Stadt eigene Flächen nutzen, um die Photovoltaik-Module anbringen zu lassen: die Stellplatz-Überdachungen des Parkhauses Oberes Tor sowie die Lärmschutzwand im Baugebiet Reundorf. Beim größten der drei Vorhaben, einer Freiflächen-Anlage in Kösten, wird das gut vier Hektar große Areal gepachtet.

Bislang wird nur auf dem Betriebsgebäude der Stadtwerke Strom durch Sonnenenergie gewonnen und ins Netz eingespeist. Die Stadtwerke firmieren seit 2017 zwar offiziell auch als Stromversorger. Was sie unter dem Namen "Körbla"- beziehungsweise "Korb-Strom" verkaufen, stammt zwar ausschließlich aus erneuerbaren Energien und ist entsprechend zertifiziert, aber nicht selbst erzeugt. Eines der Ziele, das man sich gesetzt hat, lautet, bis zum Jahr 2025 mehr als die Hälfte des in städtischen Einrichtungen benötigten Stromes selbst zu erzeugen. "Das ist ein ganz wichtiger Schritt für unsere Zukunft", sagte der Leiter der Stadtwerke, Dietmar Weiß. Ein Beitrag zur Zukunftssicherung ist es auch: Allein der geplante Solarpark Kösten wird 1500 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr vermeiden. "Eine gute Sache, das kann man nur unterstützen", fand Siegbert Koch von den Grünen. Und nicht nur er: Der Beschluss wurde einstimmig gefällt.

Nicht ganz einig war man sich, ob und wie man künftig das Thema Bürgerkraftwerk angehen will. Es gilt erst noch, Informationen und Erfahrungen zu sammeln. "Wir betreten hier ein neues Feld", sagte Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD).

Alt-Deponie entfällt als Standort

Von einer Idee hat sich die Stadt allerdings verabschiedet, und das ist die Beteiligung an einer Freiflächen-Solaranlage auf der ehemaligen Mülldeponie des Landkreises in Oberlangheim. Die dafür im Haushalt vorgesehenen Mittel werden anders verwendet. Es erschien als heikel, dass man im Fall eines Schadens an der Abdichtung der Deponie die Module auf eigene Kosten hätte abbauen sollen. Prinzipiell stand der Stromerzeugung auf dem Müllberg nichts entgegen. Im Januar 2018 hatte der Stadtrat den für die Planung von IBC-Solar erforderlichen Bebauungsplan gebilligt. Nun war zu erfahren, dass das Bad Staffelsteiner Unternehmen dieses Vorhaben nicht mehr weiter verfolgt.

Flächen sparen

In Sachen Flächen sparen hat sich Lichtenfels ebenfalls positioniert; dazu fasste der Stadtrat einen einstimmigen Grundsatzbeschluss. Demnach hat die Innenentwicklung, also die Nutzung von Baulücken sowie eine Verdichtung, Vorrang vor Neuausweisungen. Dazu passt, dass der Flächennutzungsplan komplett überarbeitet wird.

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