Ebensfeld
Erziehung

Staatsministerin Schreyer: "Die Qualität darf nicht leiden!"

Die Bayerische Staatsministerin Kerstin Schreyer besuchte den Kindergarten in Ebensfeld. Das Gute-Kita-Gesetz soll an der richtigen Stelle helfen.
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MdB Emmi Zeulner (von links), Staatsministerin Kerstin Schreyer, die Leiterin der Kita Ulli Zenk und der Kindergartenbeauftragte der Kindergartenstiftung Ebensfeld Harald Klier  diskutieren über das Gute-Kita-Gesetz.Stefanie Gleixner
MdB Emmi Zeulner (von links), Staatsministerin Kerstin Schreyer, die Leiterin der Kita Ulli Zenk und der Kindergartenbeauftragte der Kindergartenstiftung Ebensfeld Harald Klier diskutieren über das Gute-Kita-Gesetz.Stefanie Gleixner

Am 1. Januar 2019 trat das Gute-Kita-Gesetz in Kraft. Der Bund will bis 2022 insgesamt 5,5 Milliarden Euro investieren, um die Kinderbetreuung in Deutschland zu verbessern. Die einzelnen Länder entscheiden aber selbst darüber, welche Maßnahmen sie ergreifen wollen.

Die Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales Kerstin Schreyer (CSU) besuchte zusammen mit der CSU-Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner die Katholische Kindertagesstätte St. Michael in Ebensfeld.

"Ich finde es gut, dass Geld in diesem Bereich investiert wird, aber es kommt darauf an, wofür es verwendet wird und ob es langfristig angelegt wird", sagt Ulli Zenk, Leiterin der Kindertagesstätte.

Für sie muss sich beim Personal etwas tun. Und auch im Bereich der Ausbildung muss sich etwas verbessern. "Ich habe alleine im Januar und Februar fünf neue Erzieherinnen eingestellt", sagt Ulli Zenk.

120 Kindergartenkinder und 50 Krippenkinder sind in der Kindertagesstätte St. Michael untergebracht. 35 Mitarbeiter kümmern sich täglich um die Kinder. Ohne die Hilfe der Gemeinde wäre das nicht möglich.

"Wir nehmen unsere Rolle Ernst, die Kindergärten der Gemeinde Ebensfeld zu unterstützen.", sagt Bürgermeister Bernhard Storath (CSU). Die neue Sekretärin, Erziehungshilfskräfte und die Küchenhilfe werden von der Gemeinde finanziert. Und auch beim neuen Gartenspielzeug unterstützte die Gemeinde.

Beim Rundgang durch die Räumlichkeiten zeigt Ulli Zenk, woran es hapert: "Freitags teilen wir unsere Krippenkinder gerne nach Altersgruppen auf. Denn da ist der Unterschied doch immer recht groß, das können wir aber nur, wenn wir genügend pädagogisches Personal haben."

Damit das zukünftig weiterhin der Fall ist, möchte die Staatsministerin an den nötigen Stellschrauben drehen. "Wir müssen mehr Personal generieren, ohne dabei die Qualität senken zu müssen. Denn das darf nicht passieren", sagt Kerstin Schreyer.

"Wir haben die Zahl der Ausbildungskräfte bereits verdoppelt, aber das reicht nicht aus, wenn sich die Bedarfszahlen vervielfacht haben", betont Schreyer.

Ulli Zenk würde sich wünschen, dass sich etwas am Anstellungsschlüssel ändern würde, dies kann ihr die Ministerin allerdings nicht zusichern: "Solange es nicht mehr Fachkräfte gibt und die Bezahlung so aussieht, wie sie gerade ist, können wir den Schlüssel nicht ändern." Sie würde am liebsten die Gruppen kleiner machen, aber auch das sei derzeit nicht möglich.

"Der erste Schritt ist es, Fachkräfte zu gewinnen und auch den Beruf bei jungen Leuten wieder attraktiver zu machen, damit sie ihn ergreifen", sagt Kerstin Schreyer.

"Am schnellsten handeln können wir, wenn wir die Leitungszeit und in Sachen Verwaltungen etwas einsparen. Das eignet sich natürlich nicht bei jeder Einrichtung. Wir müssen uns überlegen, wie wir Leitungskräfte und Erzieherinnen entlasten können, damit die Arbeit weiterhin Spaß macht, denn das ist das wichtigste dabei", sagt Kerstin Schreyer.

Gute-Kita-Gesetz:

Am 1. Januar ist das Gute-Kita-Gesetz in Kraft getreten. Der Bund möchte bis 2022 5,5 Milliarden Euro in den Bundesländern investieren.

Jedes Land kann dabei selbstständig entscheiden, für welche konkreten Maßnahmen das Geld verwendet wird. Aus zehn unterschiedlichen Handlungsfeldern für mehr Qualität und gute Arbeitsbedingungen kann dazu ausgewählt werden. Beispielsweise kann so in einen guten Betreuungsschlüssel, kindgerechte Räume oder auch in sprachliche Bildung investiert werden.

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