Altenbanz
Kirche

St. Laurentius-Kirche in Altenbanz hat eine neue Orgel

Für Klang und Optik sind Orgelbaumeister Thomas Eichfelder und seine Frau Monika verantwortlich. Das Ergebnis kann sich sehen und hören lassen.
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Die neue Orgel in Altenbanz Foto: Niklas Schmitt
Die neue Orgel in Altenbanz Foto: Niklas Schmitt

Spontan setzt sich Thomas Eichfelder, Orgelbaumeister aus Bamberg, an seine Orgel. Noch sind nicht alle Pfeifen eingesetzt, noch sind die schon stehenden nicht in einen Gesamtklang integriert. Darum wird sich Eichfelders Frau Monika kümmern, wenn alles steht.

Aber schon jetzt ist die neue Orgel in der St.-Laurentius-Kirche in Altenbanz raumeinnehmend - klanglich wie optisch.

Die Orgel motiviert zum Gesang

20 Register hat die Orgel, die über zwei Manuale und ein Pedal gespielt werden. Auch wenn Eichfelder diese noch nicht ganz ausspielen kann, ertönt das Instrument schon jetzt in einer beeindruckenden Bandbreite.

"Die Orgel kann schon motivieren", sagt er und bezieht sich damit auf den Gesang der Gemeinde, den ein kraftvoller Klang nicht nur unterstützt, sondern ihn auch herausfordert.

Denn dafür, so sagt Eichfelder, sei die Orgel da, damit man mitsingen kann. Erst durch das Zusammenspiel wird der Gottesdienst zu einem Fest: vorne das Wort des Pfarrers und hinten die Orgel.

Für die Vielseitigkeit, die der Organist im Kirchenjahr spielerisch erreichen muss, sind in Altenbanz über 13 000 Pfeifen aus Holz und Metall verbaut - die längste ist rund sechs Meter hoch.

Die Pfeifen sind auf einer Fläche von drei Metern Länge und Breite so verbaut, dass man noch ohne Probleme in die Orgel einsteigen kann, um sie zu warten.

Die Orgel fügt sich ins Gesamtbild

Bei diesen Ausmaßen ist es erstaunlich, wie die Orgel zwar - steht man im Altarbereich und schaut zu ihr hinauf - den Raum einnimmt, sich aber nicht unangenehm in den Blick drängt.

Das liegt zum einen daran, dass bei dieser Orgel, anders als bei der vorherigen, in den 1960er-Jahren gebauten, das Fenster dahinter nicht verstellt wird. Deshalb hat Eichfelder sich dazu entschlossen, die Rundtürme außen höher zu gestalten als innen. Dadurch erhalten die mittleren Pfeifen einen leichten Schein, wenn die Sonne richtig steht.

Das Fenster hat aber noch eine andere Funktion. Denn problematisch für die Gestaltung war die asymmetrische Empore. Daher hat der Meister das Fenster als Achse genommen und die Orgel daran ausgerichtet. "Von unten steht sie perfekt", sagt der Orgelbauer zufrieden - frei wie eine Skulptur stehe die Orgel.

Ebenso wichtig war aber die Farbe, wie Eichfelder sagt. Für das gedeckte Weiß und die schmale Goldeinfassung war Kirchenmalermeisterin Agnes Hümmer aus Zapfendorf verantwortlich.

Dadurch hebt die Orgel sich optisch vom Graublau der Balustrade ab, integriert sich aber ebenso behutsam in das Weiß der Wände. "Es ist ein wunderbar gearbeitetes Gehäuse", sagt auch Pfarrer Alt, der für den Neubau der Orgel gesorgt hat. Es sei nicht mehr sinnvoll gewesen, die alte zu restaurieren: "Wir haben uns keinen Luxus erlaubt." Etwa 250 000 Euro kostete die neue Orgel.

Die Orgel ist moderne Tradition

Die unaufdringliche Schönheit der Orgel, mit der sie sich in die Kirche einfügt, zeigt sich auch an einem anderen Punkt. Denn die Bauart der mechanischen Orgel ist barock, dennoch ist die Gestaltung nicht historisierend.

"Ich nehme mir aus 2000 Jahren Orgelbau das Beste heraus", sagt Eichfelder. Daraus baut er dann in Handarbeit bis ins kleinste Detail eine Orgel, die den modernen Ansprüchen genügt: "Das ist ein wichtiger Arbeitsplatz für die Organisten, der muss ergonomisch gebaut sein." Statt eines Spiegels hat Eichfelder einen kleinen Monitor eingebaut, in Greifnähe befindet sich ein Notenschrank und die Schalter zur Belichtung.

So kommen im Gottesdienst das Wort, die Orgel und der Gesang zusammen.

Pfarrfest in Altenbanz

Einweihung Am Sonntag, 21. Juli, wird es ein Pfarrfest in Altenbanz geben. Um 10.30 Uhr beginnt der Weihgottesdienst.

Orgel Nach dem Mittagessen, um etwa 14 Uhr, wird Orgelbaumeister Thomas Eichfelder Interessierten das Innenleben der Orgel zeigen und erklären.

Konzert Um 17 Uhr findet das Orgelkonzert von Dr. Markus Blomenhofer statt.

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