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Oberfranken: Ring mit besonderer Bedeutung gefunden: Wer kann helfen?

Vor 66 Jahren heiratete jemand und steckte einen Ring an den Finger seines Ehepartners. Jetzt wurde dieser Ehering im Edeka-Markt in Lichtenfels gefunden.
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Mary Zintl möchte hinter der Geschichte zurückstehen. Im Zentrum steht für sie, dass der Ring wieder am richtigen Finger landet. Fotos: Markus Häggberg
Mary Zintl möchte hinter der Geschichte zurückstehen. Im Zentrum steht für sie, dass der Ring wieder am richtigen Finger landet. Fotos: Markus Häggberg
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Ehering in Lichtenfelser Edeka-Markt gefunden - Eigentümer gesucht: Mary Zintl ist Kauffrau im Einzelhandel. Vor wenigen Tagen fuhr ihr ein Schreck in die Glieder, denn am Nachmittag des 22. Dezembers fand sie bei Umräumarbeiten einen goldenen Ring mit Gravur am Boden liegen. Sofort stellte die junge Frau ihn sicher und brachte ihn zur Verwahrung ins Büro. Schon öfter, so sagt sie, kann es geschehen, dass man als Verkäuferin Verlorengegangenes finde.

"Ich habe schon Kettchen und Spielsachen von Kunden gefunden, aber einen Ring mit Gravur nicht." Wie sie das sagt, kommt sie nicht umhin, an ihre Oma zu denken. Der passierte es auch einst, dass sie ihren Ehering verlor. "Die war fertig wie nur was", erinnert sich ihre Enkelin.

Der Ehering als Symbol

Eheringe stehen für Verbundenheit, für Treue, für eine lange gemeinsame Zeit, für das gemeinsame Bewältigen von Höhen und Tiefen. Wenn ein solcher Ring verloren geht, geht mit ihm nicht nur der Materialwert verloren. "Ich weiß ja nicht, welche Geschichte hinter diesem Ring steckt", erklärt die Kauffrau.

Sobald die Weihnachtsfeiertage vorüber sind, das hatte sie sich vorgenommen, wolle sie auf das Fundamt gehen. So kam es, um 13 Uhr hatte sie Dienstschluss und wenig später wollte Mary Zintl das Rathaus betreten. Vor dem Rathaus stand zufällig Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD).

Die Spurensuche beginnt

In kurzen Worten umriss ihm Mary Zintl ihr Anliegen und fand in dem einstigen Standesbeamten einen interessierten Mitfühlenden. Könnte es möglich sein, über standesamtliche Einträge den Träger oder die Trägerin zu ermitteln? Immerhin: 15. November 1952 stand ja eingraviert, eine Marke, die auch der Fränkische Tag mitgeteilt bekam.

Zwischenzeitlich trug AndreZwischenzeitlich trug Andreas Hügerich Bedenken: "Wir haben zig Bücher, die durchgesehen werden müssten." Und noch etwas sollte Zweifel schüren: Was, wenn der Ringträger gar nicht aus Lichtenfels stammt und hier nicht geheiratet hat? Was, wenn die Ehe anderswo geschlossen wurde und die Eheleute erst nach 1952 an den Obermain verzogen sind?

Trauung am 15. November

Nun aber stand zumindest fest, dass es, weil jener 15. November ein Samstag war, wohl zur kirchlichen Trauung gekommen sein musste, nicht zur standesamtlichen. Also wurde vordatiert, der Computer hatte den 14. November 1952 auszuspucken. Nichts. Einwohnermeldeamt, Standesamt - nichts. Eines aber war jetzt schon klar: Der Mensch, der den Ring verlor, ist noch nicht beim Fundamt vorstellig geworden.

So etwas wie Jagdfieber lag im Raum, der Wille, eine postweihnachtliche Freude bescheren zu wollen. Es sollte nicht gelingen. Der Ring sollte für diesen Tag sein Geheimnis behalten, kein Eintrag sollte zum 15. November 1952 etwas von Belang aussagen. Einmal im Jahr, so heißt es seitens einer Mitarbeiterin im Fundamt, komme es vor, dass ein Ring vermisst wird.

Die Aufklärungsquote sei bescheiden, meist verbleibe ein Ring ein halbes Jahr auf dem Amt und würde dann zur Versteigerung angeboten. Fragen nach Finderlohn tauchen auf und werden an Mary Zintl herangetragen. Nein, Finderlohn wolle sie im Falle eines Falles nicht. "Ich möchte einfach nur, dass er zurückfindet."

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