Bad Staffelstein
Kegler-Bundesliga

Ziel des SKC: mindestens Platz 3

Die Staffelsteiner wollen in der in drei Wochen beginnenden Saison wieder vorne mitspielen. Zum Auftakt empfängt das Team den TSV Zwickau.
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Die Kugeln wieder. In knapp drei Wochen, am 8. September, beginnt die Kegelsaison in der Bundesliga. Mit dabei ist natürlich auch der SKC Staffelstein. Der Vorjahresdritte will wieder um die Podestplätze mitspielen. Mit dem 84-jährigen Macher des SKC, Hans-Karl Brütting, unterhielten wir uns über die kommende Saison, die drei Neuzugänge und die Zukunft des Kegelsports. In der vergangenen Bundesliga-Saison hat der SKC Staffelstein nur knapp die Vizemeisterschaft verpasst und wurde Dritter. Was haben Sie sich mit Ihrer Mannschaft für diese Spielzeit vorgenommen? Hans-Karl Brütting: Unter die ersten Drei sollten wir schon kommen. Rang 2 hat der Lokalrivale Bamberg eingenommen, weil er am vorletzten Spieltag in Zerbst, das schon Meister war, gewonnen hat. Wurmt Sie das oder gratuliert man fair, wenn Bamberg dem Spitzenreiter die einzige Niederlage beigefügt hat? Bamberg war in diesem Spiel einfach besser und hat verdient gewonnen. Wenn Zerbst auf eigener Bahn knapp 3800 Holz spielt und Bamberg über 3900, dann ist Bamberg verdient Vizemeister. Wir haben immer wieder schwache Leistungen geboten, wie bei der Niederlage in Breitengüßbach, als drei Leistungsträger versagten, oder beim Unentschieden in Raindorf. Aber auch unser Heimspiel gegen Zerbst, das wir mit nur fünf Holz verloren haben, hätten wir gewinnen können. Letztlich war es in der vergangenen Saison noch nie so leicht, deutscher Meister zu werden. Insgesamt sag' ich nichts, wenn man gut spielt und verliert. Aber bei schwachen Leistungen werde ich sauer. Deshalb hatten wir nicht mehr verdient als Platz 3. Sie haben Ihr Team mit drei Spielern, die in der Schnittliste unter den besten 15 stehen, verstärkt. Sie sollen die Abgänge von Jaroslav Hazva und Jiri Vicha kompensieren. Was erhoffen Sie sich von den Neuen? Gute Leistungen. Mathias Dirnberger liegt die Bahn hier in Staffelstein. Er kommt von Kunststoffbahnen. Es ist ein großer Unterschied, wenn ein Spieler von Plattenbahnen kommt. Alexander Stephan kommt vom Erstliga-Absteiger KRC Kipfenberg und spielte in der Vergangenheit auf der Staffelberg-Bahn nicht so stark, ist aber auswärts eine Granate. Mit unserer Bahn wird er sich erst anfreunden müssen. Radek Hejhal war ja schon bei uns. Er ist tschechischer Nationalspieler, hat also Potenzial, auch wenn er schon 52 Jahre alt ist. Aber auch für ihn gilt: Es geht nach Leistung. Die drei Neuen werden die beiden Abgänge, Jaroslav Hazva und Jiri Vicha, mehr als kompensieren. Im internationalen NBC-Cup wurden sie im vergangenen Jahr Zweiter. Im Finale unterlag Ihr Team dem KC Schwabsberg mit 1:7 deutlich. Wie sind die Ambitionen heuer, wenn es Anfang Oktober ins serbische Apatin geht? Auch hier peilen wir einen Platz unter den ersten Drei an. Allerdings wird dieser Wettbewerb etwas verfälscht. Meiner Meinung nach sollten die Landesmeister im Weltpokal, die Zweiten im Europapokal und die Dritten im NBC-Cup spielen. Dass mit Belgrad ein Landesmeister im NBC-Cup spielen darf, kann ich nicht verstehen und werte ich als unsportlich. Hier hat die NBC-Führung versagt. Rot-Weiß Zerbst gewinnt seit Jahren die Meisterschaft. Wird das nicht - so wie im Fußball, wo immer der FC Bayern vorn steht - langweilig? Es gibt in jeder Sportart Dauermeister. Im Basketball war das lange Zeit Bamberg, im Kegeln waren das vor Zerbst ebenfalls die Bamberger. Von daher sehe ich das nicht kritisch. Wie sehen Sie die Lage des deutschen Kegelns überhaupt? Kegeln ist am Aussterben. Der Nachwuchs geht lieber zu anderen Sportarten oder ist nicht mehr bereit, an einem Samstag ein Kegelmatch zu bestreiten. Vom Schnupperkegeln, das wir vor ein paar Jahren für die Schulen angeboten haben, ist kein Jugendlicher hängengeblieben. Und dann kommt auch noch die Konkurrenz des Deutschen Kegel-Bundes in Deutschland mit der Deutschen Classic-Union. Ja klar. So kann ich zum Beispiel nicht verstehen, dass Spieler der DCL bei Einzelmeisterschaften des DKB starten können.

Der Kader des SKC 2018/2019

Neuzugänge: Mathias Dirnberger (627); Radek Hejhal (626); Alexander Stephan (619) Aus der Vorsaison: Marcus Gerdau (637); Julian Hess (623); Miroslav Jelinek (616); Torsten Reiser (623); Florian Bischoff (zu wenige Spiele)

Abgänge: Jarolslav Hazva (603); Jiri Vicha (zu wenige Spiele) *In Klammern der Auswärtsschnitt in Holz



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