Küps

Werfen, treffen, rennen, fangen beim Baseball in Burkersdorf

Strahlende Augen gab es beim Baseball-Schnuppertraining in Burkersdorf. Das abschließende Spiel war die Krönung.
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Konzentration ist alles: Entschlossenheit liegt im Blick von Marcel, dem der Baseball-Schnuppertag genauso viel Freude bereitete wie all den anderen Kindern. Fotos: Mario Deller
Konzentration ist alles: Entschlossenheit liegt im Blick von Marcel, dem der Baseball-Schnuppertag genauso viel Freude bereitete wie all den anderen Kindern. Fotos: Mario Deller
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"Lauf, Selin! Du schaffst es!" Aus Leibeskräften feuern Luis und Marcel die Zwölfjährige an, nachdem das Mädchen mit einem tollen Schlag den Ball ins Spielfeld befördert hat und wieselflink lossprintet. Die leuchtenden Augen der Kinder beim Ferienprogramm-Schnuppertraining in Burkersdorf sprechen Bände.

"Ja!" Jubelnd reckt der zehnjährige Luis aus Freiberg die Hände gen Himmel, freut sich wie ein Schneekönig, dass er den Ball im zweiten Versuch trifft. Lockere Wurf-, Fang- und Schlagübungen in ungezwungener Atmosphäre standen zunächst am Vormittag auf dem Programm. Geleitet wurde das Schnuppertraining von Nicole Hempfling und Harald Brauner, die für das Frauen- beziehungsweise Männerteam der Franken Rebels Baseball betreiben. Wo sonst die Franken Rebels ihre Heimspiele austragen, genießen die Kinder sichtlich die besondere Atmosphäre dieses Sports.


"Gut, Collin", freut sich Hempfling mit einem Neunjährigen über dessen prächtig gelungenen Schlag. Dass die Kinder am Anfang den Ball so manches Mal verfehlen - Schwamm drüber. Auch das richtige Werfen und das Fangen mit dem Baseball-Handschuh wollen gelernt sein. Umso euphorischer wird jedes Erfolgserlebnis gefeiert.

"Ihr lauft immer von einer Station, genannt Base, zur nächsten - und ihr dürft loslaufen, sobald der Schlagmann, der Batter, den Ball getroffen hat und dieser ins Feld fliegt." Nicole Hempfling erklärt den Kindern, darunter zwölf Jungen und Mädchen aus dem Landkreis Lichtenfels, Grundlegendes zum Baseball. Beispielsweise erläutert sie, wann eine Mannschaft einen Punkt (Run) erzielt hat und welche Möglichkeiten das dann abwehrende Team hat, um diesen Punkterfolg zu verhindern.

Ohne ein bisschen Theorie geht es nicht bei der Vermittlung einer in Deutschland eher unbekannten Sportart. "Zu sehr ins Detail gehen wir aber nicht. Heute sollen natürlich das Spielerische und der Spaß im Vordergrund stehen", betont Harald Brauner.

"Lieber ein wenig flacher schlagen - wenn der Ball zu hoch fliegt, können ihn die Spieler der gegnerischen Mannschaft ja leichter fangen", verrät Nicole Hempfling als Tipps. Aber genau wie Harald Brauner tut sie es nicht besserwisserisch, sondern kumpelhaft. Und dann beobachtet sie die Kinder - und schmunzelt beim Anblick der vor Spielfreude nur so sprühenden neun- bis 13-jährigen Jungen und Mädchen.

Nachmittags wird die Gruppe in zwei Mannschaften aufgeteilt: Ausgerüstet mit Baseballschlägern, Baseball-Handschuhen und Helmen dürfen die Kinder bei einem Spiel ihre erworbenen Baseball-Fertigkeiten unter Beweis stellen. Mit unbändiger Bewegungsfreude legen sich die Jungen und Mädchen ins Zeug, ob als Batter, den Ball fangender Feldspieler oder übers Spielfeld flitzender Läufer. Action pur.

Damit die jungen Athleten den Ball öfter treffen, gibt es die spezielle Kindervariante "Tossball". Dabei wird dem Schlagmann der Baseball nicht - wie bei den Erwachsenen - von einem Pitcher von vorn zugeworfen, sondern der Schiri wirft aus kurzer Distanz von der Seite.


Kinderteam fehlt noch

Vielleicht trug das Schnuppertraining dazu bei, dass sich irgendwann doch der Traum Nicole Hempflings erfüllt. Sie würde sich freuen, wenn sich genügend Nachwuchs-Baseballspieler fänden, um neben den Erwachsenen-Teams der Franken Rebels auch eine Kinder- oder Jugendmannschaft zu gründen.

Fangen, Werfen, Ball treffen, zur nächsten Base sprinten - Baseball fordert den ganzen Körper. Hempfling weist noch auf die Teamorientierung des Sports hin: "Um Baseball zu spielen, muss man kein Universaltalent sei. Auf den einzelnen Spielpositionen kann sich jeder mit seinen Stärken einbringen."
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