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Seubelsdorf
Schach

Weite Fahrt und keine Punkte für Seubelsdorfer

Seubelsdorfer verlieren ihre Premiere in der Regionalliga im Spessart bei den SF Sailauf. Auch der SK Michleau legt beim Nachbarn Weidhausen einen Fehlstart hin. Burgkunstadt feiert in der Bezirksliga einen Überaschungssieg über Bamberg.
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Mit weitsichtigen Manövern und Geduld holte sich der Michelauer Kurt-Georg Breithut einen überzeugenden Sieg. Foto: Markus Häggberg
Mit weitsichtigen Manövern und Geduld holte sich der Michelauer Kurt-Georg Breithut einen überzeugenden Sieg. Foto: Markus Häggberg

Seit Jahren hatte die "Erste" des Schachvereins Seubelsdorf darauf hingearbeitet, den Sprung von der Bezirksoberliga in die Regionalliga zu schaffen. Mit dem zweiten Platz schien dieses Ziel in der vergangenen Saison knapp verfehlt worden zu sein, wurde dann aber dank des Rückzugs der Bindlacher Mannschaft noch erreicht. Neu war für die Seubelsdorfer auch die Entfernung, die sie gleich in der ersten Runde zurücklegen mussten: 200 Kilometern hatten sie bis nach Sailauf im Spessart nahe Aschaffenburg zu fahren. Zwar fielen ein für den Transport eingeplantes Auto sowie drei Stammspieler aus, doch all dies konnte die Seubelsdorfer nicht daran hindern, ihr Regionalliga-Debüt zu geben.

Regionalliga Nordwest

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SF Sailauf -

SV Seubelsdorf 5,5:2,5

Am Spitzenbrett verpasste Matthias Bergmann eine Gelegenheit, die Initiative zu ergreifen, und musste bald schon in eine Punkteteilung einwilligen. Dasselbe Ergebnis erzielte Uwe Voigt an Brett 4, indem er einen ungestümen Angriff abwehrte und die ihm dabei zugefügte Bauernschwäche auflöste.

Auch an Brett 5 fand sich Tobias Kolb in einer völlig ausgeglichenen Stellung wieder und schloss daher Frieden. Zu diesem Zeitpunkt zeichnete es sich schon ab, dass Fosca Lutz an Brett 8 eine zähe Verteidigung bevorstand. Zwar führte er sie geschickt, doch strebte Marko Hofmann an Brett 2 um so energischer einen Punkt für Seubelsdorf an. Seine Partie geriet zu einem taktischen Duell auf der Hängebrücke, bei dem Hofmann als Erster das Gleichgewicht verlor.

Kilian Mager konnte an Brett 7 nicht dazu beitragen, den Rückstand aufzuholen, da sein Gegner jede Spannung aus dem Spiel nahm, was zu einem Remis führte. Zum tragischen Helden der Begegnung geriet Hans-Jürgen Drechsel: Durch ein völlig korrektes Figurenopfer errang er kräftige Initiative. In einem Moment der Unachtsamkeit ließ er es jedoch zu, dass die feindliche Dame entscheidend in seine Stellung eindrang.

Nachdem in der Zwischenzeit Fosca Lutz trotz hartnäckigem Widerstands ebenfalls verloren hatte, wies Seilauf nun einen uneinholbaren Vorsprung von drei Punkten auf. Um wenigstens einen ganzen Zähler für Seubelsdorf zu holen, spielte Mannschaftskapitän Christian Gebhardt an Brett 3 eine Stellung mit interessantem materiellem Ungleichgewicht bis zum Schluss aus, der allerdings nach wechselseitig fintenreichem Spiel ebenfalls in einem Unentschieden bestand.uv

Bezirksoberliga

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SK Weidhausen - SK Michelau 5:3

Ein sich über weite Teile der Mannschaft erstreckendes Versagen machte den Saisonauftakt des SK Michelau in der Bezirksoberliga zur bitteren Pille. Mit 3:5 unterlag das Team beim Angstgegner und Nachbarrivalen SK Weidhausen.

Das Desaster begann mit einem Blackout. Edgar Schaller, sonst sichere Bank an den vorderen Brettern, übersah schlichtweg, dass Rüdiger Günther seine Dame bedrohte. Das bedeutete einen Rückstand, den Bernd Stammberger und Rolf Burckhardt zu diesem Zeitpunkt nicht mehr aufzuholen vermochten. Sie hatten gegen Marc Gärtner beziehungsweise Gert Schillig remisiert.

Der nächste, der eindeutige Siegchancen hatte, war der Michelauer Alfons Schüpferling. Mit einem offensichtlichen Turmopfer hätte er die Königsstellung seines Widersachers Jürgen Dehler knacken können, denn das Opfer hätte seiner Dame die Zeit verschafft, sich todbringend dem König zu nähern. So aber entwischte der Monarch des Weidhauseners, der in der Folge ein Mehr an Material siegreich verwertete.

Als ob das nicht schon Pech genug war, unterlief nun auch dem Michelauer Markus Häggberg ein weiterer Aussetzer. Nach zweifelhafter Eröffnung überspielte er mit weiß Olaf Knauer am Königsflügel und legte ihn zudem am Damenflügel lahm, so dass er zu wenig Gegenwehr fähig war. Doch nach drei Stunden berührte Häggberg - wie schon häufig - die falsche Figur, hatte bald Minusmaterial und eine Stellung in Agonie.

Passend dazu ging auch Michelaus Youngster Benjamin Zerr am Sieg gegen Carl Thomas vorbei. Doch Zerr zog im richtigen Moment das falsche Manöver vor, anstatt eine Batterie aus Leichtfiguren und Dame richtig gegen die Weidhausener Festung in Stellung zu bringen. Am Ende blieb nur ein Remis, so wie es auch Gert Grüner gegen Christoph Sonneberg unterkam. Zwar hatte Grüner einen Bauern mehr auf dem Brett, aber der gegnerische Läufer gestattete bei zäher Verteidigung keine Umwandlungspläne.

Nur Kurt-Georg Breithut hielt am Spitzenbrett die Michelauer Fahne mit einem Sieg gegen Ralf-Michael Großhans hoch. Geduldig sammelte Breithut kleine Vorteile und zeigte in seinem Spiel keine Eile. MH

Bezirksliga West

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SSV Burgkunstadt -

SC 1868 Bamberg III 4,5:3,5

Die Burgkunstadter erwarteten die dritte Mannschaft des Bamberger Schachclubs, deren gemeldete Spieler einen sehr guten Wertepunkteschnitt aufweisen. Allerdings traten sie stark geschwächt an.

Matthias Rotsch ergatterte gleich einen Mehrbauern, doch Barbara Niedermeier ließ sich davon nicht beeindrucken und spielte konsequent auf Angriff. Einen Figurengewinn wendete Rotsch zwar ab, doch nur um den Preis eines Mattangriffs.

Auch Thomas Barnickel setzte auf einen Königsangriff, den er durch einen forschen Randbauern einleitete. Die durch diesen am Spielfeldrand geschaffene freie Turmlinie war übermächtig. Der Damenverlust von Reinhard Eckl besiegelte dessen Ende.

Durch eine versteckte Doppeldrohung überlistete Thomas Müller den SCler Günter Hanft und kassierte eine Leichtfigur, die nach längerem Taktieren den Sieg bedeutete. Das Spiel von Daniel Völker war geprägt von einem zähen Ringen um Stellungsvorteile, die aufgrund eines geschaffenen Freibauern eher bei Völker zu liegen schienen. Letztlich einigte man sich aber auf ein Remis.

Michael Wagner sah sich einem früh anrollenden Bauernsturm gegenüber. Dadurch entblößte Alexander-Benedikt Sude aber seinen König, was der SSVler letztlich zum Sieg nutzte.

Durch einen ausgeklügelten Angriff schaffte es Johannes Türk, seinem Gegner zwei Leichtfiguren für einen Turm abzunehmen, so dass ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen war.

Damit war der Sieg gesichert. An den beiden ersten Brettern mussten sich sowohl Jens Güther als auch Uwe Max geschlagen geben. Güther schaffte es gegen Harald Kudlich in Zeitnot nicht, die passenden Gewinnzüge zu finden. Max unterschätzte die Gefährlichkeit eines Freibauern von Michael Spiegel im Endspiel.bar

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