Lichtenfels
Volkslauf

Über 700 auf dem Pfad der Flechtkultur

David Gärtlein aus Mainroth gewinnt überlegen den Halbmarathon beim achten Flechtkulturlauf.
Artikel drucken Artikel einbetten
Mit wehenden Haaren läuft Sophia Franz vom TSV Staffelstein zum Sieg in der Frauenkonkurrenz über die 10,5 Kilometer lange Mitteldistanz. Fotos: Mario Deller
Mit wehenden Haaren läuft Sophia Franz vom TSV Staffelstein zum Sieg in der Frauenkonkurrenz über die 10,5 Kilometer lange Mitteldistanz. Fotos: Mario Deller
+9 Bilder
Die einen traten an mit ehrgeizigen Zielen, spekulierten vielleicht sogar auf einen der vorderen Ränge, für andere war der Weg das Ziel und natürlich auch das Ankommen. Alle rund 700 Teilnehmer des zum achten Mal ausgetragenen Flechtkulturlaufs verband aber eines: die Freude, am Ende etwas geschafft zu haben.


Jürgen Steinmetz freut sich

"Nach dem Lauf ist vor dem Lauf", lautet das Motto des die Laufveranstaltung ausrichtenden ASC Burgberg. Bauarbeiten am Michelauer Damm machten eine Änderung der Laufstrecke nötig. So mussten die Teilnehmer des Zehn-Kilometer-Laufes und des Halbmarathons heuer 500 Meter mehr laufen. Doch die Vorbereitungen für die achte Auflage der mittlerweile weithin bekannten Sportveranstaltung liefen reibungslos. "Schön, dass wieder so viele mitmachen", verlieh Hauptorganisator Jürgen Steinmetz mit strahlender Miene seiner Freude Ausdruck angesichts der großen Läuferschar, die sich vor dem Startschuss am Samstagnachmittag am Rathaus tummelte. Wenig später begaben sich die Sportler auf die unterschiedlichen die Flechtkultur und heimische Natur verbindenden Strecken.


Gärtlein siegt mit großem Vorsprung

Bereits mit seinem Sieg beim Steinachtallauf am 12. Mai bewies er seine derzeit prächtige Form - und auch diesmal zeigte der für Team Brose/GWZ-Bayreuth startenden Mainrother David Gärtlein der Konkurrenz, wo der Barthel den Most holt. Rund viereinhalb Minuten Vorsprung hatte Gärtlein auf der von insgesamt 70 Teilnehmern bewältigten Halbmarathondistanz am Ende zwischen sich (1:20:14 Stunden) und den Zweitplatzierten Christoph Schmitt (SV Bayreuth, 1:24:49) gelegt.
Etwas enger gestaltete sich der Ausgang in der Damenkonkurrenz. Hier setzte sich ein Trio deutlich vom Rest des Feldes ab. Letztlich behaupten konnte sich Gabi Bastian von der DJK Vorra. Sehr gute Dritte wurde mit Ulrike Knoth (1:44:28,1 Stunden) eine Athletin aus der Korbstadt.


Mittelstrecke am beliebtesten

Besonders viele Teilnehmer gingen wieder über die Mitteldistanz (10,5 km) an den Start. 233 Männer und Frauen überquerten die Ziellinie, darunter auch Laufurgestein Berthold Wolf. Der mittlerweile 75-Jährige gibt seinen Knochen nach wie vor keine Chance, einzurosten. An der Spitze des Rennens gestaltete sich dessen Ausgang spannend bis fast zum Schluss. Der Schwürbitzer Alexander Finsel machte sich lange Zeit berechtigte Hoffnungen auf den Sieg, musste in 38:45 Minuten aber dem am Ende um 22 Sekunden schnelleren Sonnefelder Brahne Teklemichael den Vortritt lassen.


Zwei Staffelsteinerinnnen vorn

Dass auch die Nachbarkommune aus der Adam-Riese-Stadt etliche hervorragende Läufer beheimatet, dürfte hinlänglich bekannt sein. So verwunderte es nicht, dass in der Frauenkonkurrenz über die 10,5 Kilometer mit Sophia Franz (44:20 Minuten) und Sandra Nossek (46:27) zwei Athletinnen des TSV Staffelstein Rang 1 und 2 belegten, respektable Dritte wurde Denise Hiemann.
Beim 5,2-Kilometer-Lauf nahmen auch etliche Kinder und Jugendliche teil. Sportlich aufhorchen ließ von den Nachwuchsathleten der Region vor allem Lena Rehe (Jahrgang 2005) vom ausrichtenden ASC Burgberg, die mit einer Zeit von 27:09 Minuten in der Gesamtwertung den hervorragenden vierten Rang belegte.
Von den brasilianischen Klängen der beim Flechtkulturlauf schon legendären Samba-Gruppe "Paixao" ins Ziel begleitet wurden neben den Läufern auch insgesamt 187 ebenso frohgelaunte Nordic-Walker bei ihrer Zielankunft nach 5,2 beziehungsweise zehn Kilometern.


Blaulicht-Lauf

Für ein großes "Hallo" sorgten wie schon im Vorjahr wieder einige Athleten, die für "Blaulicht-Institutionen" an den Start gingen, ihre Fitness unter Beweis stellten, beziehungsweise die Aktion "Laufen gegen den Krebs" unterstützten. Und dass beim Flechtkulturlauf sich auch Landrat und Bürgermeister nicht lumpen lassen und selbst die Laufschuhe schnüren, setzte dem nicht mehr wegzudenkenden Laufsportereignis wieder das Sahnehäubchen auf: Rathauschef Andreas Hügerich präsentierte sich als Sechster im Halbmarathon fit wie ein Turnschuh. Landrat Christian Meißner, zugleich Schirmherr der Veranstaltung, absolvierte begeistert die 5,2-Kilometer-Laufstrecke.


Neue Trophäen

Jeder Läufer und jeder Nordic-Walker durfte sich als Gewinner fühlen und erhielt deshalb als Erinnerung eine hübsche Medaille. Die besten Teilnehmer durften sich zudem wieder über eine Trophäe freuen. Durch Kooperation mit einem Partner entstanden für den diesjährigen Flechtkulturlauf neue Trophäen, die auf optisch ansprechende Art und Weise das Thema "Von der Flechtkultur zum 3D-Druck" widerspiegeln und so quasi eine Brücke schlagen zwischen Tradition und Moderne.


Zahlreiche Helfer

Getränkestationen, Verkehrsabsicherung und vieles mehr - Jürgen Steinmetz, der wieder ein positiv Fazit zog, lobte zum Abschluss das alles andere als selbstverständliche Engagement derer, ohne die gar nichts ginge: Zur gelungenen Umsetzung trugen neben etlichen weiteren Helfern die Feuerwehren aus Lichtenfels, Seubelsdorf, Wallenstadt und Michelau, die DLRG Lichtenfels, die Verkehrkadetten Lichtenfels sowie das BRK Lichtenfels bei.
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren