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Baiersdorf
Fußball

Teamsportler in der Isolation: Oberfranke Niklas Dorsch gibt Einblick in seinen Alltag

Die 2. Bundesliga pausiert wegen Corona. Niklas Dorsch vom FC Heidenheim trainiert alleine zu Hause. Der Oberfranke gibt Einblicke in sein Leben als Homeoffice-Profi und verrät seine neu entdeckte Leidenschaft.
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Auf Zweikämpfe wie diesen muss Fußballprofi Niklas Dorsch in Zeiten der Corona-Krise verzichten. Tom Weller/dpa
Auf Zweikämpfe wie diesen muss Fußballprofi Niklas Dorsch in Zeiten der Corona-Krise verzichten. Tom Weller/dpa
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Normalerweise flitzt Niklas Dorsch für den FC Heidenheim in der 2. Bundesliga über den Rasen, doch die Corona-Krise zwingt den gebürtigen Baiersdorfer (Landkreis Lichtenfels) zu einer Pause. Sein letztes Spiel bestritt der 22-Jährige am 7. März gegen den Karlsruher SC. Wann der Ball wieder rollt, ist völlig offen. Noch hat Dorsch Hoffnung, dass "es weitergeht" und die Zweitligasaison zu Ende gebracht wird. Schließlich liegt Heidenheim als Tabellenvierter nur drei Punkte hinter dem Hamburger SV, der den Aufstiegsrelegationsplatz innehat.

Doch damit beschäftigen sich die Heidenheimer und Dorsch derzeit nicht. Das Mannschaftstraining ist ausgesetzt. Die Spieler sind angehalten, in Heidenheim zu bleiben und das Haus nur zum Einkaufen und Sportmachen zu verlassen. Dorsch trainiert daher seit Mitte März individuell. "Wir versuchen, die Situation möglichst professionell anzugehen", sagt er am Telefon.

Individueller Trainingsplan für Dorsch und Co

Von Athletiktrainer Said Lakhal bekamen er und seine Teamkollegen Pläne für die eigenen vier Wände. "Alle haben eine Pulsuhr und einen Gurt", sagt Dorsch. Auf diese Weise können Coach Frank Schmidt und sein Trainerteam die Einheiten per App aus der Ferne mitverfolgen. Sechs Tage pro Woche soll Dorsch Kraft- und Laufeinheiten absolvieren, teilweise zweimal täglich. "Die Schwerpunkte der Belastung orientieren sich am Mannschaftstraining", erklärt Dorsch: "Das Programm ist schon ziemlich anstrengend."

Intervalle, Sprints, Pendelläufe, aber auch Sprünge stehen auf der Tagesordnung. Sein Arbeitsgerät, der Ball, kommt derzeit nur in der Wohnung zum Einsatz. "Mehr als Hochhalten ist leider nicht drin", erzählt Dorsch. Für die #stayathomechallenge in den sozialen Medien tauschte er den Ball gegen eine Rolle Klopapier. "Es hat ein paar Versuche gedauert", gibt Dorsch zu. Zu sehen ist das Ergebnis auf seinem Instagram-Account.

Kontakt zu Mitspielern fehlt

Eine große Umstellung seien die Vorsichtsmaßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus für Dorsch nicht gewesen. Er ist die meiste Zeit zu Hause, wenn er nicht gerade auf dem Platz steht. Den persönlichen Kontakt zu seinen Teamkollegen vermisst Dorsch. "Das macht den Fußball ja auch aus", betont er. Zumindest mit Norman Theuerkauf und Tobias Mohr wohnen zwei Mitspieler im selben Haus. "Wir sehen uns manchmal, wenn wir vom Laufen oder Einkaufen wiederkommen. Da wechseln wir ein paar Worte miteinander."

Zu den anderen Mitspielern hält Dorsch via Handy Kontakt. "Wir haben eine WhatsApp-Gruppe. Da kommen schon oft lustige Nachrichten." Dann gibt es noch die offizielle Gruppe, in der die Spieler vom Verein über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten werden.

Wohnung ist sauber wie nie

Die viele freie Zeit weiß Dorsch zu nutzen. "Ich habe das Kochen neu für mich entdeckt", sagt er. "Und die Wohnung war wohl noch nie so sauber wie jetzt." Aber auch die Konsole läuft häufiger als sonst. Zusammen mit seinem älteren Bruder Florian, der in der Kreisklasse für den FC Baiersdorf aktiv ist, spielt er das Fußball-Simulationsspiel "FIFA". "Normalerweise arbeitet mein Bruder, aber jetzt ist er zu Hause und will die ganze Zeit gegen mich spielen", sagt Dorsch. "Um aber auf mein Niveau zu kommen, muss er noch ein bisschen üben."

Profis allein zu Hause (1)

Sechs Fragen an Profifußballer Niklas Dorsch in Zeiten der Corona-Krise.

Mein Lieblingsplatz ist gerade:

Meine Couch. Dort verbringe ich aktuell am meisten Zeit.

Mit dieser Person habe ich zuletzt telefoniert:

Meiner Mutter und davor mit meinem Trainer Frank Schmidt.

Dieses Gericht kommt derzeit öfter auf den Tisch:

Pasta mit Gemüse. Ich ernähre mich weitgehend fleischlos. Dadurch bin ich fitter.

Dieses Buch lese ich gerade:

Ehrlich gesagt lese ich kaum Bücher. Das letzte war wohl zu Realschulzeiten.

Diesen Film sollte jeder gesehen haben:

Ich kann jedem Gladiator empfehlen. Mich hat der Film total mitgerissen. Man kann daraus sehr viel Motivation ziehen.

Das vermisse ich am meisten:

Fußball spielen. Das fehlt mir schon sehr. Da schätzt man umso mehr, was man alles hat.