Michelau
Schach

Seubelsdorfer Talente überzeugen

Beim Sieg in Bindlach sorgen die drei SVS-Nachwuchskräfte für einen Punkt. Die Michelauer verlieren das Derby gegen Weidhausen.
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BeiSeubeldsdorf kamen drei Meisterschüler (hinten von links), Tobias Kolb, Vanessa Wiemann und Tudor Fosca Lutz, zum Einsatz.  Foto: Uwe Voigt
BeiSeubeldsdorf kamen drei Meisterschüler (hinten von links), Tobias Kolb, Vanessa Wiemann und Tudor Fosca Lutz, zum Einsatz. Foto: Uwe Voigt
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In der Schach-Bezirksoberliga überflügelt ein Aufsteiger die etablierten Teams. Mit dem 7,5:0,5 in Neustadt untermauerte die zweite Mannschaft des SC Bamberg ihre Tabellenführung. Ob es im Jubiläumsjahr des Traditionsvereins sogar für die Meisterschaft und den nächsten Aufstieg reicht, könnte sich erst am vorletzten Spieltag entscheiden. Dann treffen die Bamberger auf den SV Seubelsdorf, der nach seinem 5:3-Sieg bei Bindlach III zurzeit mit ebenfalls weißer Weste auf Platz 2 steht.
Nur auf dem vorletzten Platz liegt der SV Michelau, der gegen den Nachbarn Weidhausen mit 3:5 den Kürzeren zog.
Bindlach Akionär III -
SV Seubelsdorf 3:5
Die Seubelsdorfer mussten gleich auf zwei Stammspieler verzichten. Dafür traten an den drei hinteren Brettern Nachwuchsspieler an, die eine Woche zuvorin Bindlach für das Meranier-Gymnasium Lichtenfels die oberfränkische Schulschachmeisterschaft gewonnen hatten. Zum ersten Mal spielte dabei Tudor Fosca Lutz für die SVS-"Erste". Er wies dabei alle Attacken souverän zurück, baute ein ehrfurchtgebietendes Zentrum auf und erzwang aus einer Position die Punkteteilung. Tobias Kolb erreichte bei verschachtelten Bauernketten ebenfalls mühelos ein Unentschieden. Zwar musste sich Vanessa Wiemann nach zähem Ringen der gegnerischen Erfahrung beugen, doch holte diese junge Truppe damit insgesamt einen wertvollen Zähler für Seubelsdorf.
Matthias Bergmann vergrößerte den Seubelsdorfer Vorsprung auf unorthodoxe Weise. Er tat etwas, vor dem er als erfahrener Schachtrainer sonst immer warnt: mit der Dame auf dem eigenen Flügel auf Bauernjagd zu gehen. Seine geschickte Verteidigung am Königsflügel und ein gut getimter Konter im Zentrum sorgten dafür, dass sein Gegenspieler daraus keinen Vorteil ziehen konnte, sondern unmittelbar vor dem eigenen Matt kapitulieren musste.
Am Spitzenbrett schuf sich Michal Michalek mit genial einfachen Mitteln einen weit vorgeschobenen Außenposten, gewann dadurch einen Bauern und wickelte schließlich in ein gewonnenes Endspiel ab, in dem sein Läufer den gegnerischen Springer nach Belieben beherrschte. Christian Gebhardt gab frühzeitig Material her, um seine Figuren drohend am Königsflügel aufzustellen. Dadurch büßte die feindliche Stellung jeglichen Zusammenhalt ein, so dass die Investitionen mit Zins und Zinseszins siegbringend zurückflossen.
Uwe Voigts Gegber fühlte sich durch leichten positionellen Druck zu immer heftigeren Besänftigungsopfern provoziert. Zugleich versuchte Marko Hofmann, sich bei leichtem Stellungsvorteil, allerdings unter Zeitdruck, auf taktische Weise einen unaufhaltsamen Freibauern zu verschaffen. Während Voigt schließlich zu einer Umwandlung kam und dadurch gewann, wurde Hofmanns Bauernpionier ein Feld vor dem Ziel abgefangen, wonach sich sein Spiel nicht mehr halten ließ. Am Seubelsdorfer Gesamtsieg änderte dies aber nichts mehr. uv
SK Michelau -
SK Weidhausen 3:5

Im Kampf um mehr Sicherheit für den Klassenerhalt in der Schachbezirksoberliga, gab es für die Michelauer erneut einen Dämpfer.
Im Grunde begann es ganz gut für den SK, denn Ersatzmann Alfred Hoppe erzielte gegen den nominell stärkeren Gert Schillig in ausgeglichener Stellung ein Remis.
Aber es sollte bald darauf eine Niederlage von Edgar Schaller folgen. Im Bestreben, einen Mehrbauern im Zentrum zu halten, wurden Schallers Figuren von denen Rüdiger Günthers in der Entwicklung überflügelt. Letztlich sollte Schaller sich unrettbar zweier Drohungen gegenübersehen: Matt oder Figurenverlust.
Am Spitzenbrett kam es zwischen Kurt-Georg Breithut und Ralf-Michael Großhans zu einem Unentschieden mit witzigen Wurzeln. Eben darum, weil der Michelauer Breithut seinem Gegner das Rochaderecht nahm, sah sich dieser mit im Zentrum steckengebliebenem König ja erst dazu veranlasst, auf Breithuts Monarchen zuzustürmen. Das allerdings sah brandgefährlich aus. Lange schien es, als ob der Weidhausener mit seinen Schwerfiguren durchkäme. Doch Breithut, gegenüber seinem Gegner mit einem Zeitpolster versehen, wehrte den Ansturm ab.
Nun war es an Gert Grüner, für einen Lichtblick zu sorgen und den Ausgleich herzustellen. Was ihm zugute kam, war die unsachgemäße Handhabung der Eröffnung durch sein Gegenüber Thomas Carl. In der Eröffnung ein Tempo verlierend, sah er sich heranstürmender Bauern gegenüber, die Grüner ohne Rücksicht auf die Öffnung der eigenen Königsstellung voranschickte. Das Konzept sollte aufgehen, war es doch mit Linienöffnung für den Turm verbunden. Am Ende nahmen Turm, Dame und Leichtfigur an der Erlegung von Carls König teil.
Dann aber wurde es wieder düster, denn dass Markus Häggberg nur ein Remis holte, war lange nicht zu vermuten. An sich kein schlechtes Ergebnis gegen Olaf Knauer, jedoch unnötig in der wirklichen Position. Ruhig und sicher baute Häggberg seinen Vorteil aus und drang mit seinem Turm auf der zweiten Reihe ein. Eigentlich tödlich, aber es verließ ihn die Technik, so dass Knauer mit einer Springer-/Turmschaukel Häggbergs König ins Remis zwang. Auch Benjamin Zerr blieb unter seinen Möglichkeiten, agierte er in einer Gewinnstellung gegen Jürgen Dehler doch gleichfalls unglücklich. Am Ende durfte er froh sein, dass sein Gegner ihm ein Remis anbot, nicht sehend, dass er eigentlich hätte eine Schwerfigur gewinnen können.
So lag es nun an Alfons Schüpferling und Bernd Stammberger, noch etwas zu reißen. Doch Schüpferling, lange Zeit solide stehend, verrechnete sich in seinem Endspiel gegen Herbert Hempfling um eine Qualität, und Stammberger konnte trotz ungleichfarbiger Läufer die Bauern von Marc Gärtner nicht daran hindern, sich in wertvollere Steine umzuwandeln. MH

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