Lichtenfels
Schach

Seubelsdorfer Schachklub ringt Neustadt nieder

Der SK Seubelsdorf war gegen Neustadt erfolgreich. Michelau siegte mit Ach und Krach in Nordhalben.
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Tobias Kolb drehte Partie und Match - das ließ die Seubelsdorfer Herzen höher schlagen Foto: pr
Tobias Kolb drehte Partie und Match - das ließ die Seubelsdorfer Herzen höher schlagen Foto: pr
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Nach fünf Mannschaftssiegen in Folge und der vorübergehenden Tabellenführung in der Bezirksoberliga hatte sich der Seubelsdorfer Schachklub eine erste Niederlage erlaubt und war dadurch wieder hinter dem SC 1868 Bamberg II zurückgefallen. Gegen den abstiegsbedrohten SV Neustadt holte sich der SVS mit 4,5:3,5 zwei Punkte.

Mit dem gleichen Resultat gewann der SK Michelau in Nordhalben. Damit ist das Abstiegsgespenst verjagt, auch wenn der Sieg einen faden Beigeschmack hatte, bekamen die Michelauer doch zwei Punkte kampflos.
SV Seubelsdorf -
SV Neustadt 4,5:3,5
Die Partien entwickelten sich zunächst ohne großen Abtausch, die Kontrahenten belauerten sich. An Brett 2 preschten dann doch jeweils zwei Freibauernpaare nach vorne, die sich allerdings gegenseitig neutralisierten, sodass die von Matthias Bergmann geführte Partie als einzige remis endete.

Das Spiel am Spitzenbrett blieb undurchsichtig. Jürgen Gegenfurtner bewies dabei Durchblick und brach entscheidend in die gegnerischen Reihen ein. Die dadurch erzielte Führung sollte indessen bald wieder ins Gegenteil umschlagen. Die Gastgeber mussten sich mühsam ins Match zurückkämpfen.

An Brett 3 inszenierte Ivan Adamovic zwar einen Königsangriff, vermochte dafür aber nicht, all seine Kräfte zu mobilisieren und sah sich daher nach einem Gegenschlag zur Kapitulation gezwungen. Hans-Jürgen Drechsel hielt lange das Stellungsgleichgewicht, büßte dann jedoch einen Turm ein und erholte sich davon nicht mehr. Als er aufgab, schien Schülerspieler Tobias Kolb ebenfalls unter hohen Druck geraten zu sein.

Derartigen Druck wollte auch der Gegenspieler von Marko Hofmann ausüben. Hofmann umging die anstürmenden Kräfte elegant auf dem anderen Flügel und machte mit der geschwächten Stellung kurzen Prozess. Uwe Voigt erarbeitete sich durch Diagonalfesselungen eine überlegene Position, vergab aber seinen Vorteil wieder weitgehend, um Phantomdrohungen abzuwehren. Sein Opponent war davon so überrascht, dass er die Zeit überschritt.

Inzwischen hatte es Tobias Kolb verstanden, das Blatt zu wenden und gewann aufgrund von Stellungsvorteilen. Damit hatte sich Seubelsdorf die für den Mannschaftssieg nötigen 4,5 Punkte erarbeitet. Kapitän Christian Gebhardt bemühte sich vergeblich, mit König und Freibauern gegen Turm und Springer zu bestehen. uv

FC Nordhalben -
SK Michelau 3,5:4,5
Von einer geschlossenen Mannschaftsleistung weit entfernt, brachten die Michelauer ihre durch Ausfälle des Gegners schon vor Spielbeginn feststehende 2:0-Führung mit Ach und Krach ins Ziel.
Bei den Profiteuren Bernd Stammberger und Alfons Schüpferling rief der kampflose Punktgewinn allerdings nur bedingt Begeisterung hervor, fuhren sie doch vergebens in den Frankenwald. Beim Rest der Gästemannschaft stellte sich eine Verkrampfung ein. Gert Grüner beispielsweise ließ eine taktische Abwicklung verstreichen und kam über ein Remis gegen Dieter Schultes nicht hinaus. Und das, obwohl er diesen durchaus einzuengen wusste.

Auf ein Remis einigten sich am Spitzenbrett auch Kurt-Georg Breithut und Horst Wunder. Durch den Wunsch nach positionellem Spiel, war nach dem 36. Zug die Luft aus der Stellung, mit der Folge, dass der Michelauer das Remisangebot Wunders annahm.

Zu dieser Zeit aber sollte sich an Brett 6 etwas für Michelau tun, denn Youngster Benjamin Zerr rang Frank Zimmermann nieder. Ob die Qualitätshergabe wirklich korrekt war, dürfte die Analysten im Michelauer Team beschäftigen. Auf jeden Fall verhedderte sich Zimmermann durch die Schwäche seiner weißen Felder in der Königsdeckung in allerlei Varianten. So sollte am Ende sein König von Zerrs Läufer und die Dame zur Strecke gebracht werden.

Postwendend aber bekamen die Michelauer zwei Dämpfer. Zunächst übersah Andreas Schüpferling eine lapidare Drohung seitens Hans Scherbels, die Material und Partie kostete, dann beging auch noch Edgar Schaller Harakiri, in dem er in einem völlig ausgeglichenen Endspiel erst seine Dame von der Bewachung einer Leichtfigur entfernte, um diese dann durch ein geschicktes Damenmanöver samt Fesselung von Stefan Wunder erobern zu lassen. Mit einer Minusfigur im Rückstand gab er auf.

Nun lag es an Markus Häggberg, wenigstens einen halben Punkt für den Mannschaftssieg zu holen. Zwischenzeitlich gegen Hilmar Stumpf in Eröffnungsvorteil geraten, wandelte sich der Charakter der Stellung aber durch ungenaues Spiel Häggbergs. Nun sah er sich selbst taktischen Drohungen ausgesetzt, kam aber damit erneut besser zurecht als sein Gegner. Ein Endspiel mit entferntem Freibauer erkämpfend, setzte er aber doch noch durch Zeitnot in den Sand und fügte sich vorsichtshalber mannschaftsdienlich ins Remis.

Das passte zum insgesamt enttäuschenden Auftritt des SK Michelau, auch wenn letztlich ein fünfter Tabellenplatz rausspringen sollte. MH
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