Lichtenfels
Schach

Seubelsdorfer beenden Saison als Vizemeister - Michelauer auf Rang 3

Die Meisterschaft in der Schach-Bezirksoberliga war bereits vor dem letzten Spieltag zugunsten des SC 1868 Bamberg II entschieden.
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Noch schaut der Michelauer Markus Häggberg (vorne) sorgenvoll aufs Brett: Sein Gegner Karlheinz Stingl steht kurz vor einer Bauernumwandlung. Doch Häggberg eroberte die daraus entstandene Dame und siegte.  Foto: SK Michelau
Noch schaut der Michelauer Markus Häggberg (vorne) sorgenvoll aufs Brett: Sein Gegner Karlheinz Stingl steht kurz vor einer Bauernumwandlung. Doch Häggberg eroberte die daraus entstandene Dame und siegte. Foto: SK Michelau
So ging es für den SV Seubelsdorf lediglich noch darum, die Vizemeisterschaft abzusichern. Das gelang dem traditionsreichen ehemaligen Eisenbahner-Schachvereins mit einem 5:3-Sieg über den FC Nordhalben.
Mit dem überzeugende 5,5:2:5-Erfolg beim FC Marktleuthen II hat der SK Michleau die Runde auf dem guten dritten Rang abgeschlossen.

SV Seubelsdorf -
FC Nordhalben 5:3
Zu Gast in Seubelsdorf war Nordhalben, das aufgrund der Nachnamen des an den ersten Brettern spielenden Brüderpaars und ihrer Leistungsfähigkeit auch als "Wunder-Truppe" bezeichnet wird. Die Gäste waren gegenüber den ersatzgeschwächten Seubelsdorfern vom Schnitt der Wertungszahlen her überlegen. Zunächst sah es so aus, als solle für die Gastgeber kein Wunder geschehen.
Einen taktischen Schlagabtausch lieferte sich der Seubelsdorfer Ivan Adamovic mit seinem Gegner. Adamovic verlor, weil er einen seiner Türme in eine fatale Fesslung ziehen ließ und dadurch sein König schutzlos war.
Lange behaupteten die Nordhalbener diesen Vorsprung. Hans-Jürgen Drechsel igelte sich an Brett 7 ein und erreichte dadurch eine Punkteteilung. An Brett 6 stellte Tobias Kolb zu jeder gegnerischen Drohung eine Gegendrohung auf und erzielte so ebenfalls ein Remis. Uwe Voigt gab an Brett 5 frühzeitig das Läuferpaar auf, um einen Raumvorteil zu erlangen, was aber ebenso in eine Teilung des Punktes mündete.
Am Spitzenbrett drängte Jürgen Gegenfurtner seinen Gegner zeitweise auf zwei Reihen zusammen, doch blieb dessen Position elastisch, was gleichfalls zu einem Friedensschluss führte.
An den verbliebenen Brettern glückte den Seubelsdorfern dann aber eine weitaus bessere Chancenverwertung. Marko Hofmann bestrafte seinen Gegenspieler an Brett 4 dafür, dass er mit seinen Figuren zu ungestüm vorangeprescht war und daher Drohungen gegen seinen Monarchen nicht mehr abwehren konnte.
Mannschaftskapitän Christian Gebhardt sicherte sich strukturelle Vorteile im Endspiel, dank derer er die Partie zu seinen Gunsten entschied.
Den Sack machte Wolfgang Bürckmann zu: Seine massive Attacke auf schwache Punkte am Königsflügel war einfach unwiderstehlich. uv

FC Marktleuthen II -
SK Michelau 2,5:5,5

Die Michelauer lieferten eine geschlossene Mannschaftsleistung ab, vielleicht sogar eine abgezockte. Denn in Gefahr gerieten die Michelauer nie.
Selbst als Edgar Schaller gegen Werner Hientz und Alfons Schüpferling gegen Karl-Johan Laustsen in ausgeglichenen bzw. nicht ausgekämpften Stellungen remisierten, blickten sie das beruhigt auf die Geschehnisse auf den Nachbarbrettern. Da wäre beispielsweise das Geschehnis bei Patrick Schüpferling gewesen. Sein Gegner Manfred Rahn musste sich von "Mr. 100 Prozent" geradezu programmgemäß auseinandernehmen lassen, wobei dem Michelauer noch taktische Finessen zur Bauerneroberung gelangen. Schüpferlings zweiter Einsatz in der Mannschaft brachte ihm den zweiten Sieg.
Auch wenn sich Bernd Stammberger nach langem Duell mit Udo Rotsching letztlich in ein Unentschieden fügen musste und Benjamin Zerr gegen Jürgen Brückner seine zweite Saisonniederlage zu quittieren hatte. In Fehleinschätzung der Möglichkeiten seiner Stellung, erlag sein König letztlich einem durchschlagenden Figurenangriff.
Danach sollten für den SK Michelau noch drei Punkte folgen. Zwar hatte der Michelauer Spitzenspieler Kurt-Georg Breithut gegen Tilo Deml eine schwierige Positionspartie auf dem Brett, aber ihren Wendepunkt erreichte die Partie vor dem 30. Zug. Da nämlich nahm sich Deml durch Konzentration seiner Kräfte auf offener Line den Raum zum Manövrieren. Das nutzte sich Breithut, setzte seine Läufer ein und eroberte erst Qualität und dann den vollen Punkt.
Die Führung baute Gert Grüner noch aus. Geduldig manövrierte er seine Figuren gegen Bernd Lichtinger, engte dessen Kreise ein und profitierte von einem taktischen Versehen des Marktleutheners, das ihm zunächst einen Bauern und dann entscheidende Turmvorposten im Kampf gegen den König einbrachte.
Blieb noch Markus Häggberg, der nach der Eröffnung gegen Karlheinz Stingl auf Gewinn stand, diesen Vorteil im Mittelspiel aber schleifen ließ, bis er sich im Endspiel einer drohenden Bauernumwandlung gegenübersah. Eine Festung errichtend hatte er auch Glück, denn durch einen taktischen Kniff eroberte er die aus dem Bauern entstandene Dame und brachte sein Figurenendspiel in der Folge gegen einen enttäuschten Stingl technisch gut zum Triumph. MH


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