Bad Staffelstein
Frauenfußball

Schwabthaler SV will in die Top 5 der Landesliga

Zuletzt zählte der Schwabthaler SV zu den fünf besten Teams der Landesliga Nord. Damit das so bleibt, verstärkte sich der SSV mit vier Neuzugängen.
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In der Vorsaison trug Mona Zimmermann noch das blaue Trikot der SpVgg Stegaurach, nun läuft die Verteidigerin gemeinsam mit Lisa Kestler (in schwarz) für den Schwabthaler SV auf. Hartmut Klamm/archiv
In der Vorsaison trug Mona Zimmermann noch das blaue Trikot der SpVgg Stegaurach, nun läuft die Verteidigerin gemeinsam mit Lisa Kestler (in schwarz) für den Schwabthaler SV auf. Hartmut Klamm/archiv

"Die Neuzugänge haben gezeigt, wie viel Qualität sie besitzen. Ich denke, dass sie keine Schwierigkeiten haben werden, ihre Plätze in der Startelf zu finden" sagt Theresia Vogt. Die 39-Jährige trainiert im sechsten Jahr die Frauenmannschaft des Schwabthaler SV, die sich längst in der Landesliga Nord etabliert hat. Nach dem Aufstieg 2016 zählte das Team aus dem Staffelsteiner Ortsteil stets zu den besten fünf Mannschaften der Liga, in der Vorsaison belegte Schwabthal Platz 5. "In der vergangenen Saison konnte jeder jeden schlagen. Selbst der FC Etzelsdorf, der verdient Meister wurde, musste in jedem Spiel kämpfen", blickt Vogt zurück.

Das galt auch für die Schwabthaler Frauen, deren größte Konstante der fehlende rote Faden war: Starke Auftritte wie beim 1:0-Auswärtssieg gegen die Regionalliga-Reserve des 1.FC Nürnberg wechselten sich mit schwachen Leistungen wie gegen Absteiger FC Schweinfurt (0:3) ab. Die Schwachstelle des SSV war schnell benannt: Dem Kader mangelte es an Breite. "Wir gingen im letzten Jahr mit 15 Spielerinnen an den Start, oft halfen Akteurinnen der Reserve aus. Es war daher unser Ziel, den Kader im Sommer zu verbreitern", erklärt Vogt.

Neuzugänge mit Star-Potenzial

Diese Vorgabe setzte der SSV erfolgreich um - vier Spielerinnen schlossen sich der Mannschaft an, Abgänge blieben aus. Mit Marina Büttel, Svenja Meißner und Mona Zimmermann kam ein Trio vom ehemaligen Ligarivalen SpVgg Stegaurach, der sein Landesligateam vom Spielbetrieb abgemeldet hatte. Büttel brachte es bei den "Karpfenträgern" in der zurückliegenden Spielzeit auf 18 Treffer, Meißner steuerte acht Tore und fünf Vorlagen bei. Während Büttel in der Offensivreihe mit Lisa Kestler und Jessica Keil wirbeln soll, könnte Meißner vor der Abwehr ihre Ballsicherheit einbringen. Zimmermann hingegen gilt als kompromisslose Verteidigerin, die dem Abwehrverbund Stabilität verleihen kann.

Dazu wechselte mit der 17-Jährigen Ronja Kohmann ein hoffnungsvolles Talent nach Schwabthal. Die Flügelspielerin erzielte für die SG Staffelstein/Lichtenfels 17 Tore in der Kreisliga, wird sich an das gesteigerte Niveau aber erst gewöhnen müssen.

Gute Leistungen in den Testspielen

In der Vorbereitung zog es die Schwabthalerinnen ins Trainingslager nach Ebern. Getestet wurde auf der Eyrichshofer Sportanlage unter anderem gegen Bayernligist SV Frensdorf (1:1) und Bezirksligameister SV Würgau (9:1). "Mit der Vorbereitung können wir zufrieden sein. Die Neuzugänge wurden gut integriert und in den Testspielen haben wir uns gut verkauft", sagt Vogt, die im Vorjahr wegen des Spielermangels häufig mit auf dem Spielberichtsbogen stand. "Spielen möchte ich nicht mehr, dafür ist der Altersunterschied mittlerweile zu groß", sagt Vogt. Dass sie nicht mehr spiele, habe auch Vorteile. "Das Verhältnis zu den Mädels ist anders, die gedankliche Trennung zwischen Spielerin und Trainerin ist deutlicher."

Weniger Gegentore und Top 5

Wenig Interpretationsspielraum bietet die Zielvorgabe der Trainerin, an der sich der SSV messen lassen muss: "Zunächst wollen wir die nötigen Punkte für den Klassenerhalt holen. Dann peilen wir eine Platzierung zwischen Rang 1 und 5 an. Außerdem müssen wir in der Abwehr besser werden. Offensiv sind wir gut aufgestellt", sagt Vogt. Das Auftaktprogramm hält gleich drei Heimspiele bereit: Nach dem Start gegen Bayernliga-Absteiger FC Pegnitz am Samstag (15 Uhr) tauscht Schwabthal das Heimrecht mit der SpVgg Bayreuth und erwartet die Altstadt am 7. September (16 Uhr) vor heimischer Kulisse. Danach kommt Aufsteiger SV Veitshöchheim, ehe das erste Auswärtsspiel bei der SpVgg Greuther Fürth II angesetzt ist (22. September, 14 Uhr). "Ich hoffe, dass wir gegen Pegnitz die Euphorie aus der Vorbereitung mitnehmen. Da wir zuhause spielen, wollen wir die drei Punkte natürlich bei uns behalten", sagt Vogt.

Das Titelrennen hält die Trainerin für offen, zu viele Fragezeichen begleiten die meisten Teams. "Abgesehen vom 1. FC Nürnberg II, der sicher wieder eine gute Rolle spielt, ist es schwierig, die Favoriten zu benennen. Absteiger Frickenhausen ist schwer einzuschätzen, aus Pegnitz hört man eher nicht so viel Gutes", sagt Vogt.

Und ob der Schwabthaler SV selbst ganz oben mitspielen kann? "Da muss alles passen. Es dürfte sich keine Leistungsträgerin verletzen." Wieviel Potenzial im Kader steckt, bewies das Team zeitweise im Verbandspokal: Wie berichtet, ging Schwabthal in der zweiten Runde gegen Bayernligist FFC Hof mit 2:1 in Führung, ehe die Partie noch mit 2:7 verloren ging.

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