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Bad Staffelstein
Coronavirus

Obermain-Marathon abgesagt

Das größte Sportereignis im Landkreis Lichtenfels fällt aus. Der Macher vom TSV Staffelstein, Karl-Heinz Drossel, fürchtet hohe Einbußen und um den Bestand des Laufes.
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Karl-Heinz Drossel hat bereits 15-mal den Obermain-Marathon organisiert. Am 5. April läuft rund um den Staffelberg nichts. Foto: Archiv/Deller
Karl-Heinz Drossel hat bereits 15-mal den Obermain-Marathon organisiert. Am 5. April läuft rund um den Staffelberg nichts. Foto: Archiv/Deller
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Der für den Palmsonntag, 5. April, geplante Obermain-Marathon in Bad Staffelstein fällt aus. "Schweren Herzens müssen wir unseren Lauf absagen. Dem Beschluss der bayerischen Staatsregierung, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern zunächst bis Ende der Osterferien zu untersagen, müssen wir folgen", sagte ein frustrierter Karl-Heinz Drossel. Im Vorjahr waren 2100 Teilnehmer dabei, um sich in der herrlichen Landschaft sportlich zu betätigen.

Der Macher des Traditionslaufes, der heuer zum 16. Mal hätte stattfinden sollen, bleibt auf vielen Kosten sitzen. "Das fängt bei der Werbung, den gedruckten Flyern an." Ein dicker Brocken sind die Shirts, die jeder Marathon-Teilnehmer erhält und die übrigen Läufer für 20 Euro hätten kaufen sollen. Die Obermain-Marathon-Badetücher (23 Euro) sind ebenfalls schon lange geordert und müssen bezahlt werden.

Startnummern-Chips im nächsten Jahr unbrauchbar

"Erst kürzlich habe ich zehn Pakete erhalten. 10 000 Euro gehen für die Hemden drauf, 5000 Euro für die Startnummern mit den integrierten Zeitnahme-Chips." Die sind laut Hersteller auch nicht für das nächste Jahr zu gebrauche, da der Kleber des Chips altere und deshalb eine exakte Zeitmessung im nächsten Jahr nicht gewährleistet sei. "20 bis 25 Prozent Fehlmessungen hat mir der Hersteller prognostiziert", so Drossel.

Bisher Kulanz bei Startgeldern

Am meisten bereitet ihm jedoch Sorgen, wenn die bisher 1300 Angemeldeten ihre Startgebühren zurückhaben wollen. "Bisher waren wir kulant. Jemand, der am Lauftermin kurzfristig verhindert oder krank war, konnte seine Startberechtigung aufs nächste Jahr übertragen. Wenn das aber alle machen, sehe ich die Zukunft des Marathons und eine Austragung 2021 bedroht", äußert sich Drossel, der von der Entwicklung der Corona-Krise überrollt wurde. Für die 16. Auflage am 5. April waren bis gestern für den Marathon 285, für den Halbmarathon 670, für den 12,5-Kilometer-Lauf 232 und für die Nordic-Walking-Runde 118 angemeldet. "Ob der Freistaat neben der Wirtschaft auch die Vereine finanziell subventioniert, weiß ich nicht. Doch im Moment brauche ich da nicht anzurufen", sagt Drossel, der sich aber auch über positive Rückmeldungen freuen kann.

Ein Anrufer sah das Ganze sportlich. "Einer sagte, dass wir ja da nichts dafür können und er auf jeden Fall nächstes Jahr wieder dabei ist und dann auch seine Meldegebühr neu bezahlt." Drossel hofft, dass es viele Läufer so handhaben werden.

Sponsor Moll hält dem TSV die Stange

Auch der Namenssponsor des Marathons, die Staffelsteiner Firma Moll-Batterien, lässt die Veranstalter nicht im Regen stehen. "Gertrud Moll-Möhrstedt unterstützt uns trotz der Absage", freut sich Drossel, für den die Organisation des Marathons nahezu ein Full-Time-Job ist. "1000 Stunden pro Jahr sind nichts."

Hoffnung auf späteren Termin

Ein bisschen Hoffnung dürfen sich die Sportler noch machen, in diesem Jahr doch noch den als Landschaftsmarathon bezeichneten Lauf bestreiten zu dürfen. "Die Verlegung auf einen späteren Zeitpunkt 2020 diskutieren wir gerade. Der frühe Zeitpunkt im Jahr lag ja daran, weil an diesem Termin keine große Konkurrenz bestand. An jedem anderen Wochenende findet irgendwo ein Marathon statt." Als Alternativen bleiben am Obermain der Staffelsteiner Nachtlauf (24. Juli), der Staffelberglauf (7. November) oder der Silvesterlauf, die von Drossel und dem TSV organisiert werden.

Absagen in Erlangen, Würzburg und Bad Windsheim

Neben dem Obermain-Marathon wurden auch andere Laufveranstaltungen in Franken abgesagt. So wurden der Erlanger Winterwaldlauf und der Würzburger Gedächtnislauf (beide 21. März) abgesagt. Auch der Weinturmlauf in Bad Windsheim (22. März) findet nicht statt, wird wohl auf den Herbst verschoben.

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