Michelau
Schach

Michelauer Geburtagskind Gert Grüner klemmt Turm seines Gegners ab

Mit einem 5,5:2,5-Sieg beim SV Neustadt haben die Schachspieler des SK Michelau sich von den Abstiegsplätzen der Bezirksoberliga ins Tabellenmittelfeld verbessert.
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Die Körpersprache des Neustadters Eduard Kreiling (links) verrät es schon. Au Backe, jetzt ist es aus! Geburtstagskind Gert Grüner griff beherzt nach dem vollen Punkt für die Michelauer. Foto: Markus Häggberg
Die Körpersprache des Neustadters Eduard Kreiling (links) verrät es schon. Au Backe, jetzt ist es aus! Geburtstagskind Gert Grüner griff beherzt nach dem vollen Punkt für die Michelauer. Foto: Markus Häggberg

Die SSV Burgkunstadt gewann in der Bezirksliga bei einem Titelmitfavoriten, dem RMV Concordia Strullendorf, unerwartet deutlich mit 6:2 und liegt damit zurzeit auf dem zweiten Rang.

Bezirksoberliga

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SK Michelau - SV Neustadt 5,5:2,5

Die Begegnung begann schlecht für die Michelauer, denn der gegen Neustadts Spitzenspieler Leon Winter favorisierte Kurt-Georg Breithut hatte sich am ersten Brett nach frühem Damentausch samt reduziertem Material bald mit einem Remis zu bescheiden. Zudem hatte auch Bernd Stammberger remisiert, die schwarzen Steine gegen Dietmar Weber führend. Noch in der Eröffnung kam es zu einer Abtauschorgie und schon nach dem 21. Zug war Schluss und die Gegner reichten sich in einer ausgeglichenen bis verbrauchten Stellung die Hände.

Aber nun wurde es richtig schlimm, denn Andreas Schüpferling, zwar gedrängt, aber nicht schwer nachteilig stehend, stellte glatt eine Figur ein. Der Neustadter Norbert Wagner griff dankbar zu und dem Michelauer Mannschaftsführer blieb nur die Aufgabe.

Ab jetzt also hatten die Gastgeber bei nur noch fünf Partien einem Rückstand nachzulaufen. Die Michelauer spielten nun aber prächtig auf. Markus Häggberg kam mit Entwicklungsvorsprung aus der Eröffnung, verpasste seinem Gegner einen schwachen Bauern und belagerte diesen erfolgreich. Letztlich aber nutzte er ein schweres taktisches Versehen von Dieter Götz aus, der in die falsche Richtung und somit in einen Angriff rochierte.

Zu diesem Zeitpunkt blickte man auch auf das Brett von Benjamin Zerr, der schon oft bewiesen hatte, dass er in komplexen Stellungen Gegner zu überspielen weiß. Diesmal aber riegelte er selbst das Zentrum ab, und seinem Widersacher, Hans Luthardt, standen bei Zerrs Angriffsbemühungen am Königsflügel immer ausreichend Truppen zur Verfügung. Seinem König drohte nie Gefahr.

Doch nun erhielt Alfons Schüpferling häufiger Besuch von Mannschaftskollegen, die an sein Brett herantraten. Mit gutem Grund, denn der Michelauer schaffte sich einen Springervorposten an Helmut Ebers Königsflügel. In geduldigen Manövern brachte der sonst solide spielende Schüpferling erst seine Dame heran und schlug dann mittels energischem Springeropfer eine Bresche in die feindliche Stellung. Wenige Züge später war der Neustadter durch tödliche Drohungen vom Brett kombiniert.

Die Führung war erreicht und sollte durch Gert Grüner ausgebaut werden. Der Mann bereitete sich damit zudem ein Geburtstagsgeschenk. Obwohl es zu ungleichfarbigen Läufern kam, war es Grüners Läufer, der einen Freibauern gefährlich unterstützte und letztlich auch den Turm von Eduard Kreiling abklemmte. Was blieb, waren unabwendbare Drohungen für den Neustadter.

Den letzten Punkt zum überzeugenden 5,5:2,5-Sieg steuerte Edgar Schaller gegen Torsten Müller bei. Im Mittelspiel mit einer Qualität in Führung gegangen, wickelte der Michelauer dieses Materialplus in Kombination mit Mattdrohungen souverän ab.

Bezirksliga West

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RMV Conc. Strullendorf -

SSV Burgkunstadt 2:6

Am ersten Brett startete aber Jens Güther von Beginn an sehr konzentriert, entwickelte aus der Eröffnung heraus freies Spiel und nutzte dieses, um sich auf die Königsstellung einzuschießen. Nach dem Einreißen des Bauernschutzringes gewann er die Qualität und einen Bauern, was im Endspiel die Entscheidung für ihn brachte.

Uwe Max erkämpfte sich Stellungsvorteile, in dem er seine zwei starken Springer gut positionierte. Aber sein Gegner konzentrierte alle seine Schwerfiguren auf die schwächelnde h-Linie. Dies sollte den vernichtenden Durchbruch des Strullendorfers sichern.

Ein vorsichtiges Taktieren prägte die Partie von Thomas Barnickel gegen Schmidt. Doch Barnickel nutzte die Zeit, einen gefährlichen Königssturm aufzubauen, der in ein sehenswertes dreizügiges Matt mit Turmopfer endete.

Johannes Türk schien alles zu gelingen. Ohne je in Gefahr zu geraten, schaffte er es, aus einer verzwickten Stellung heraus die Königsstellung seines Gegners zu knacken und baute ein undeckbares Turm-Matt auf.

Anders schien die Partie von Thomas Müller anzulaufen. Nach ungleicher Rochade entwickelte sich ein hochgefährliches Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Nachdem Müller eine Leichtfigur um den Preis eines vorrückenden Freibauern gewann, verlegte er sich nicht auf Verteidigung, sondern konterte mit einem tödlichen Mattangriff.

Die Partie von Daniel Völker dümpelte lange vor sich hin, doch das kostete ihn sehr viel Zeit. Als es doch noch spannend wurde und sein Gegner in die Königsstellung einschlug, schaffte es der Burgkunstadter trotz Zeitnot, eine Gewinnstellung aufzubauen. Aber kurz vor dem Matt zauberte sein Gegner ein Damendauerschach auf und sicherte sich damit ein Unentschieden.

Auch am achten Brett spielte die Zeitnot eine große Rolle. Mit dieser musste sich der Gegner von Andreas Rebhan herumschlagen, da dieser ihn durch einen Qualitätsgewinn vor schwierige Aufgaben stellte. Doch kurz vor dem Fallen des Blättchens schaffte er es, den geforderten 40. Zug zu absolvieren. Dies beeindruckte Rebhan so, dass er trotz besserer Stellung in ein Remis einwilligte.

In der letzten Partie konnte man beobachten, wie wichtig im Endspiel ein vorrückender König sein kann. Michael Wagner ließ seinen Monarchen Seite an Seite an den drei Freibauern in Richtung der Umwandlungsfelder eilen. Und durch diese Unterstützung konnten selbst die zwei noch verbliebenen Türme seines Gegners die Bauern nicht mehr aufhalten, so dass er kapitulieren musste. bar

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