Michelau
Schach

Michelauer erlauben sich in Nordhalben zu viele Fehler und verlieren knapp

Nordhalben ist kein gutes Pflaster für den Schachklub Michelau. Die Michelauer verloren mit 3,5:4,5.
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Hat gut lachen: Benjamin Zerr, derzeit erfolgreicher Punktesammler der Michelauer. Foto: Markus Häggberg
Hat gut lachen: Benjamin Zerr, derzeit erfolgreicher Punktesammler der Michelauer. Foto: Markus Häggberg

Der Ort ist entlegen, seit Jahren bringt die Rundenauslosung mit sich, dass man zum Auswärtsspiel in den Frankenwald zu fahren hat, und Siege holt man dort auch selten. So auch am vergangenen Spieltag in der Bezirksoberliga. Mit 3,4:4,5 blieben die Punkte nach einer Begegnung voller Missverständnisse und Aufregungen in Nordhalben.

Mit dem klaren 6,5:1,5-Erfolg gegen den SC Steinwiesen hat die SSV Burgkunstadt die Tabellenführung in der Bezirksliga West übernommen. Die SSVler profitierten dabei von der Niederlage des Hauptkonkurrenten SG Hollfeld/Memmelsdorf gegen Strullendorf.

Bezirksoberliga

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FC Nordhalben - SK Michelau 4,5:3,5

Vor Fahrtantritt hatten sich die Michelauer etwas mehr ausgerechnet. Besonders Mannschaftsführer Andreas Schüpferling versuchte, sein Team auf zumindest einen Punkt einzuschwören. Tatsächlich sah es anfänglich auch gut für die Männer vom Obermain aus. Dafür sorgte Benjamin Zerr, dessen Formkurve seit Monaten nach oben zeigt. Seinem favorisierten Gegner Hans Scherbel setzte er doppelt zu, denn erst sicherte er sich in interessanter Manier Vorpostenfelder, dann stieg er mit seinem Springer in die feindliche Stellung ein und massierte seine Schwerfiguren zu einem durchschlagenden Angriff auf den feindlichen Königsflügel.

Zu dieser Zeit trog das Bild eines Mannschaftssiegs, denn auch Spitzenspieler Kurt-Georg Breithut steuerte auf Siegkurs. So remisierte Markus Häggberg mit Dieter Schultes, nachdem alle Eröffnungsprobleme gelöst und keine Stellungsverbesserung in Sicht war. Doch dann brach das Unheil herein.

In Gewinnstellung überschritt Breithut die Zeit. Er hatte nur noch wenige Züge zu absolvieren und versank in bequemer Stellung eines Doppelturmendspiels in selbstvergessenes Nachdenken. Die Reklamation seines Gegners Horst Wunder holte ihn jäh in ein schmerzhaftes Erwachen. Aus Wut über sich selbst, zerriss er gar den Durchschlag seines Partieformulars.

Die Hoffnungen ruhten noch auf Alfons Schüpferling. Doch er sollte gegen Frank Zimmermann nicht über ein Remis hinauskommen. Das aber war ausgekämpft und mit stark reduziertem Material.

Gert Grüner und Wolfgang Burgermeister lieferten sich ein eigenwilliges Duell, bei dem die Damen im Mittelspiel getauscht waren, der Eintritt ins Endspiel aber durch Schwerfiguren und beidseitige Läufer aber noch verwehrt blieb. Letztlich geschahen Abtausche und man verblieb zum Remis in materiellem Gleichstand.

An dieser Stelle sollte das Geschehen in die Niederlage führen. Beteiligt daran waren Andreas Schüpferling und der Nordhalbener Sven Müller. Aus der Eröffnung heraus sammelte Schüpferling kleine Vorteile an und schätzte prächtig ein, dass er seine verbundenen Bauern eher als sein Gegner zum Laufen bringen würde. Doch tief im Mittelspiel, nach Damentausch und schon in übersichtlicher Stellung, griff der Michelauer fehl und musste dem Nordhalbener den vollen Punkt überlassen.

Einen langen Kampf lieferte sich auch Edgar Schaller mit Stefan Wunder. Zwar verlor er zwischenzeitlich in einer komplexen Eröffnung einen Bauern, aber sein andersfarbiger Läufer garantierte dem Michelauer doch das Unentschieden. Bernd Stammberger hätte zum Mannschaftsunentschieden die Festung von Hilmar Stumpf einnehmen müssen. Er versuchte es, aber mehr als eine ein ums andere Mal ausgeglichene Stellung mit gleicher Materialverteilung sollte nicht mehr herauskommen. MH

Bezirksliga West

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SSV Burgkunstadt - SC Steinwiesen 6,5:1,5

Zeitweise sah es gegen Steinwiesen nach einem Unentschieden aus. Aber dann kippte die Begegnung zugunsten der Burgkunstadter.

Am ersten Brett kam es zu einem schnellen Abtausch der Mehrzahl der Figuren. Und weder Jens Güther noch Manfred Kuhnlein wollten ein langwieriges Endspiel in Kauf nehmen, so dass sie sich auf ein Remis einigten. Auf die Verliererstraße schien Uwe Max zu geraten, nachdem er die Qualität hergeben musste. Um einen Angriff aufzubauen, gab er noch einen Bauern ab. Und dann ging alles ganz schnell, mit einem Läu- fereinschlag in die Königsstellung von Guido Freyer sprengte er den Bauernschutzwall und tieb dessen König in ein tödliches Mattnetz.

Über eine geöffnete Königslinie machte Matthias Rotsch sich gewisse Sorgen. Als dann ein wichtiger Zentrumsbauer kurz vor dem Abtausch stand und Stefan Stöcker ein Remis anbot, sagte er nicht Nein.

Auch mit einem Unentschieden trennte sich Thomas Müller von Manfred Backer, nachdem ein früher Damentausch die Schärfe aus dem Spiel genommen hatte und eine verzwickte Stellung entstanden war.

Eine kuriose unübersichtliche Stellung entwickelte sich zwischen Michael Wagner und Peter Klinger. Wagner konnte seinen noch nicht rochierten König aber besser schützen, konterte schneller und siegte.

Manch einer dachte, dass Johannes Türk in Zeitnot die Dame für drei Leichtfiguren hergeben musste. Aber dahinter steckte ein Plan. Denn mit den Mehrfiguren trieb er den Monarchen von Ralf Michl so in die Enge, dass das Matt nicht mehr zu verhindern war. Damit stand der Mannschaftssieg fest.

Daniel Völker baute Zug um Zug in einer ruhigen Spielweise seine Siegchancen im Turmendspiel aus. Nachdem er sich zwei verbundene Freibauern verschafft hatte, kapitulierte Hans Müller-Gei.

In gleicher Weise gewann Thomas Barnickel gegen Jürgen Bayerkuhnlein. Auch in dessen Spiel entwickelten sich zwei Freibauern zu wahren Riesen, die nicht mehr aufzuhalten waren. bar

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