Lichtenfels

Lichtenfels ist in der Bundesliga

Der AC Lichtenfels deklassiert im Aufstiegs-Rückkampf den SC Anger mit 28:5 und wird Bayerischer Mannschaftsmeister.
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Der Lichtenfelser Joszef Andrasi (rotes Trikot) schulterte seinen Gegner Martin Bauer. Foto: Gunther Czepera
Der Lichtenfelser Joszef Andrasi (rotes Trikot) schulterte seinen Gegner Martin Bauer. Foto: Gunther Czepera
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Die Bundesliga hat ihn wieder, den AC Lichtenfels! Mit einem in dieser Höhe nie erwarteten 28:5-Sieg machten die heimischen Ringer gegen den Oberliga-Süd-Meister SC Anger die 12:19-Hinkampfniederlage mehr als wett und sicherten sich damit den neu eingeführten Titel des Bayerischen Mannschaftsmeisters sowie den Aufstieg in die Bundesliga.

An diesem verpflichtenden Gang ins Oberhaus scheiden sich die Geister seit Jahren. Mit freiwilligen Rückzügen oder absichtlich schwachen Aufstellungen versuchten Vereine immer wieder, die sportlich, organisatorisch und wirtschaftlich nicht unbedingt reizvolle Eliteliga zu umgehen.

So vermutlich auch der SC Anger. Dessen Abteilungsleiter Reinhard Hogger erklärte, als sich das Debakel abzeichnete: "Wir wussten, dass wir beim Rückkampf durch den Stilartwechsel schwächer stehen würden. Dazu kamen Verletzungen, Krankheitsfälle und berufliche Verpflichtungen wie etwa bei unserem ungarischen Schwergewichtler. Aber man muss auch sagen, dass das Gesamtpaket Bundesliga für uns derzeit einfach nicht stimmen würde. Das fängt bei einem Durchschnittsalter unserer Sportler von 20 Jahren an und hört am Ende bei unserer exponierten geografischen Lage auf. Doch eine Niederlage in dieser Höhe hatten wir nicht gewollt."

Anders der ACL: "Der Aufstieg hat zwar für uns nicht Priorität", sagte Mannschaftsführer Heiko Scherer bereits im Vorfeld. "Aber vorsätzlich verhindert wird er nicht."

Demonstration der greco-Kunst

Die Lichtenfelser Überlegenheit an diesem Abend zeichnete sich früh ab: Demonstration der hohen greco-Kunst durch AC-Ringer Joszef Andrasi (57 Kilo) mit 20:4-Führung samt Schultersieg, danach technische Überlegenheit von Christoph Meixner (130 Kilo, Freistil), der kurz vor Ultimo tatsächlich seine 15 Wertungspunkte zusammengekratzt hatte - schon nach dem zweiten Duell hatte der AC den Gesamtrückstand schon aufgeholt.

"Wir ringen mit Herz!", hatte auch ACL-Trainer Venelin Venkov als Motto vorgegeben. So änderten selbst die beiden einzigen Lichtenfelser Niederlagen von David Korsunov (61 Kilo, Freistil, auf Schulter gegen Lorenz Hagelauer) und von Johannes Lurz (75 Kilo, Freistil, 1:3 gegen Matthias Eckart) nichts mehr am Titelgewinn der Gastgeber.

Konzentriert warfen sich die AC-Ringer in ihre Duelle: Prima zu sehen etwa bei Dominik Sohn (71 Kilo, Freistil), der bis zur letzten Sekunde alles versuchte, um seinen 10:3-Vorsprung gegen Daniel Wimmer noch zu erhöhen, um nicht nur zwei, sondern drei Mannschaftspunkte zu ergattern. Oder auch bei Christian Lurz (66 Kilo, griechisch-römisch), dem eine fast sechswöchige Verletzungspause nicht anzumerken war. Sein Resultat: 16:0 nach gut zwei Minuten gegen Franz Fröhlich.

Schon auf der Waage hatte Alexander Ender (86 Kilo, Freistil) die Punkte in der Tasche, weil Benedikt Argstatter das Gewichtslimit überschritt.

Von den griechisch-Punktegaranten Achim Thumshirn (80 Kilo, 16:0 gegen Michael Klouceck), Rumen Savchev (75 Kilo, Schultersieg über Franz Kern) und Hannes Wagner (98 Kilo) musste sich nur Letzterer durchwegs plagen, weil der junge und flinke Gästeathlet Simon Öllinger sich immer wieder den Griffansätzen des amtierenden Deutschen Meisters entzog.

Am Ende erfüllte reine Freude den mit 500 Fans gut gefüllten Stimmungstempel AC-Halle, wo nach den Jahren 2009 bis 2014 ab September 2019 wieder Erstliga-Ringen präsentiert werden wird. Trainer Venelin Venkov appellierte abschließend an die Fans: "Wir wünschen, dass wir in der nächsten Saison in der neuen Liga genauso viel Unterstützung erfahren. Wir werden sie brauchen!"

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