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Fußball

Landkreis-Teams im Abstiegskampf

Die Rückrunde der Bezirksliga hat bereits vor der Winterpause begonnen, eine Bilanz lässt sich trotzdem noch ziehen.
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Der 3:2-Siegtreffer gegen den FSV Unterleiterbach durch Marktzeulns Adrian Kremer (mit übergezogenen Trikot) löste nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz Jubelstürme aus. Am neunten Spieltag hatte der TSV gegen den FSV noch die Nase vorn.  Foto: Gunther Czepera
Der 3:2-Siegtreffer gegen den FSV Unterleiterbach durch Marktzeulns Adrian Kremer (mit übergezogenen Trikot) löste nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz Jubelstürme aus. Am neunten Spieltag hatte der TSV gegen den FSV noch die Nase vorn. Foto: Gunther Czepera

Vor Saisonbeginn waren sich die Fußball-Fachleute darüber einig: Heißer Favorit auf die Meisterschaft in der Fußball-Bezirksliga Oberfranken West und den damit sofortigen Wiederaufstieg ist der VfL Frohnlach. Als stärksten Widersacher machten die Experten den TSV Mönchröden aus.

Die Frohnlacher wurden ihrer Favoritenrolle bis zur Winterpause gerecht, aber nicht der TSV Mönchröden saß dem VfL im Nacken. Es war der TSV Schammelsdorf, der auf Augenhöhe mitspielte. Bis zum 20. Spieltag gab es nicht wenige Wechsel auf Platz 1 zwischen diesen beiden Teams. Erst in Runde 21 setzten sich die Frohnlacher etwas ab, gehen nun mit einem Vier-Punkte-Vorsprung vor den Schammelsdorfern, die sechs Zähler vor dem Dritten Sylvia Ebersdorf rangieren, in die Pause.

Abstiegskampf pur

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Die bisherigen Begegnungen in der Bezirksliga Ofr./West waren für den TSV Ebensfeld, die SpVgg Ebing, den FSV Unterleiterbach und den TSV Marktzeuln aus verschiedenen Gründen gekennzeichnet vom Kampf um den Klassenerhalt. Am besten bewältigte diese Aufgabe bislang der TSV Ebensfeld; er geht auf Platz 7 in die Restrückrunde. Nahe an den Abstiegsrängen ist die SpVgg Ebing (Rang 12) und dahinter der Aufsteiger FSV Unterleiterbach (13.) auf dem Relegationsrang. Auf einem Abstiegsplatz steht der TSV Marktzeuln (14.). Das erklärte Ziel dieser vier Vereine ist der Klassenverbleib.

Mit einem neuen Trainer ging der TSV Ebensfeld in die Saison. Oliver Kellner hat die Aufgabe, den TSV im gesicherten Mittelfeld zu platzieren. Es wurde ein zäher Start mit dem ersten Dreier erst am vierten Spieltag. Danach ging es munter weiter mit Höhen und Tiefen. Im Vergleich zur vergangenen Saison aber legte der TSV die Heimschwäche ab. Dies nicht zuletzt dank der 15 Treffer von Lukas Faulstich, er erzielte fast die Hälfte der insgesamt 31 Tore.

Vier Trainer für die Hinrunde

Einstelliger Tabellenplatz, dieses Ziel ist für die SpVgg Ebing durchaus realistisch. Mit Reimund Helmreich, vormals langjähriger Libero und Leistungsträger der Ebinger, startete die SpVgg allerdings mit drei Niederlagen am Stück. Diesen folgten drei Siege, und die Welt schien wieder in Ordnung. Als aber die letzten vier Partien der Hinrunde verloren gingen, zogen die Verantwortlichen die Konsequenzen. Helmreich musste nach nur 15 Spielen gehen. Kurzfristig übernahmen Johannes Landgraf und Christoph Fuchs, unter ihnen wurde die Negativserie beendet. Mit Thomas Mutors fanden die Ebinger einen neuen Trainer, der seinen Einstand mit einem Sieg feierte und aus den vergangenen beiden Spielen noch einen Zähler holte.

Positive Serie erwünscht

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Für den FSV Unterleiterbach steht als Saisonziel ein gesicherter Mittelfeldplatz auf dem Zettel. Ein Wunsch, der sich für das Team von Spielertrainer Tobias Eichhorn - bislang - noch nicht erfüllt hat. Bisher hat es der FSV nicht geschafft, über einige Wochen eine konstante Serie abzurufen. Die Ergebnisse waren zu wechselhaft. Ein Höhepunkt war jedoch der 4:1-Sieg beim haushohen Favoriten VfL Frohnlach.

Mit dem Aufstiegstrainer Michael Backert ging der TSV Marktzeuln in das Abenteuer Bezirksliga. Die Zeulner holten bis zum 13. Spieltag 21 Punkte. Doch danach war der Wurm drin. Sieben Niederlagen setzte es bei 4:27 Treffern. Kurz vor der Winterpause - es stand nur noch die Nachholbegegnung gegen den TSV Mönchröden an - trennte sich der Verein von seinem Trainer. Gegen den haushohen Favoriten aus Mönchröden erreichte der TSV ein 1:1. Damit ging Marktzeuln mit einem kleinen Erfolgserlebnis in die Winterpause.

Die vier Vereinsoffiziellen haben jeweils diese drei Fragen beantwortet:

1. Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Verlauf?

2. Was muss besser werden?

3. Was ist das Ziel für die restlichen Spiele?

Thomas Häublein (TSV Ebensfeld, Spielleiter)

1. Aufgrund der angespannten Personalsituation mit einer nie dagewesenen Verletzungsmisere sind wir mit dem bisherigen Saisonverlauf absolut zufrieden. Die junge Mannschaft hat die Ausfälle etlicher langzeitverletzter Leistungsträger hervorragend weggesteckt und das Maximum in den bisherigen Spielen herausgeholt. Neben Kapitän Kevin Popp musste fast die komplette Vorrunde auf Dominik Eideloth, Thomas Stölzel und Sebastian Amon verzichtet werden. Zwischendurch fehlte immer wieder einmal der eine oder andere Akteur wegen kleinerer Blessuren, sodass Trainer Oli Kellner nahezu jedes Wochenende mit einer neuen Elf auflaufen musste.

2. Ärgerlich waren die unnötigen Punktverluste in den letzten drei Spielen vor der Winterpause gegen Würgau, Mönchröden und Ebersdorf, aus denen man trotz guter Leistung nur zwei Punkte einfahren konnte. Ursache war unter anderem die mangelnde Chancenverwertung, die auf jeden Fall verbesserungswürdig ist.

3. Für die restlichen Spiele hoffe ich, dass alle Langzeitverletzten nach der Vorbereitung wieder mit an Bord sind. Dann gilt es so schnell wie möglich die noch nötigen Punkte für den Klassenerhalt einzufahren. Die Liga ist heuer noch ausgeglichener besetzt, sodass aus meiner Sicht fast 40 Punkte nötig sein werden, um die Relegation zu vermeiden.

Florian Braun (SpVgg Ebing, Vorstand Sport)

1. Der bisherige Saisonverlauf gleicht einer Achterbahnfahrt. Nach schlechtem Start mit großen Verletzungssorgen und drei teils heftigen Niederlagen, stabilisierte sich die Mannschaft. Auch bedingt durch ständige Ausfälle gerieten wir nach dem Sieg in Würgau in eine Negativspirale, die wir mit der Trennung von Trainer Reimund Helmreich nach vier Niederlagen in Serie durchbrechen wollten. Dies ist der Mannschaft im Anschluss daran gelungen. In dieser Situation zeigte sie ihren überragenden Charakter und ihren hervorragenden Teamgeist. Ich bin sehr stolz auf diese Mannschaft, insbesondere darauf, wie sie sich aus dieser Krise gezogen hat. Aufgrund der widrigen Umstände der bisherigen Runde bin ich mit der aktuellen Ausgangsposition für die Rückrunde nicht unzufrieden.

2. Die Personalsituation muss und wird über die Winterpause besser werden. Es ist nun genug Zeit zur Regeneration. Zur Vorbereitung werden einige Langzeitverletzte, unter anderem die Leistungsträger Julian Lorz, Michael Winter und Stefan Göller zurückkehren.

3. Eindeutig der Klassenerhalt. Um mehr kann es bei nur noch neun ausstehenden Spielen nicht gehen. Wenn wir darüber hinaus auch fußballerisch überzeugen können, wäre das schön, aber in erster Linie zählt es zu punkten.

Gerald Eberlein (FSV Unterleiterbach, Spielleiter)

1. Im Großen und Ganzen haben wir die Sache schon ganz gut gemacht. Nach den anfänglichen Startproblemen und der Verletztenmisere hat man sich stabilisiert und ist in der Bezirksliga angekommen. Natürlich wäre es schön, wenn man ein paar Punkte mehr hätte und damit zu den Abstiegsrängen etwas mehr Luft wäre.

2. In der Abwehr konzentrierter sein und die einfachen Fehler abstellen. Die abgerufenen Leistungen bei den Spielen sind noch manchmal sehr schwankend.

3. Eine guten und verletzungsfreien Start nach der Winterpause. So wie die Rückrunde angefangen hat. Akribisch weiter zu punkten, um am Ende den Klassenerhalt in der Tasche zu haben.

Dieter Rauch (TSV Marktzeuln, Abteilungsleiter)

1. Wenn wir fünf Punkte mehr auf dem Konto hätten, wäre alles super. Vielleicht wäre das auch so, wenn wir nicht so ein Verletzungspech mit unseren Torhütern hätten. Möglich ist aber noch alles. Wir haben es in der eigenen Hand und das macht uns sehr optimistisch.

2. Naja, wir sollten mal zu Null spielen, das war bisher noch nicht der Fall. Auch die Chancenverwertung sollte einen Tick besser werden.

3. Ganz klar, die Klasse zu halten, denn das gibt die Mannschaft her.

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