Lichtenfels
Kampfsport

Korbstadt-Terminator schlägt zu

Lokalmatador Thomas Hümmer aus Roth sorgt mit seinem K.-o.-Sieg zum Abschluss der sechsten Lichtenfelser Fight-Night für einen der Höhepunkte. "Grappling"-Kampf bietet den Fans Abwechslung.
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Bis in die dritte Verlängerung wehrte sich Martin Page aus Unterküps (re.) in einem verbissen geführten Kampf der Sportart "Grappling", ehe er sich dem Engländer Daniel Park geschlagen geben musste. Foto: Brigitte Gorille
Bis in die dritte Verlängerung wehrte sich Martin Page aus Unterküps (re.) in einem verbissen geführten Kampf der Sportart "Grappling", ehe er sich dem Engländer Daniel Park geschlagen geben musste. Foto: Brigitte Gorille
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Fünf Stunden packender Box- und Kickboxsport mit einem furiosen Finale als i-Tüpfelchen. Auch in seiner sechsten Auflage hielt die Fight-Night in der Lichtenfelser Stadthalle, was sie versprach. Insgesamt 14 Kämpfe sorgten für Begeisterung bei den teils von weither angereisten Anhängern der Box- und Kickboxszene.

Der Lärmpegel in den Reihen der heimischen Fans schwoll stets an, wenn die neben der "Ikone" Thomas Hümmer weiteren vier Athleten aus der Riege der Fight-Promotion Lichtenfels in den Ring stiegen.

K.-o.-Sieg für Alex Knaus

Um die internationale deutsche Meisterschaft im Kickboxen (K1) nach WKL in der Gewichtsklasse 69 Kilogramm ging es dabei für Alex Knaus. Im Gegensatz zu 2018, wo er gegen den Portugiesen Concola Marqes durch Knock-Out verloren hatte, drehte er diesmal gegen den Franzosen Lucas Maginot den Spieß um und landete per Fußkick in die Leiste des Gegners in der zweite Runde diesmal seinerseits einen K.-o.-Sieg.

Den begehrten Siegergürtel durfte auch Knaus' Vereinskollege Janek Walch nach seinem Kampf um die internationale deutsche Meisterschaft im Boxen in die Höhe recken. Der Mittelgewichtler aus Weidhausen traf in Runde 3 den Engländer Jake Osgood so mit einem Leberhaken, dass dieser aufgab.

Überhaupt hatten die Athleten von Fight-Promotion-Lichtenfels einen guten Tag erwischt. Adrian Wenzel gestaltete seinen Boxkampf gegen Walid Mansoory (Gym Asia Falken) in der Klasse bis 67 Kilogramm mit einem Punktsieg erfolgreich.

Dass der 13-jährige Lichtenfelser Nachwuchsboxer Alessio Vicari mit einer ordentlichen Portion Selbstbewusstsein ausgestattet ist, bewies er bei der Fight-Night bereits zweimal. Diesmal gewann er nach drei Runden gegen den Hessen Zakir Ayubi nach Punkten.

Grappling-Kampf ein Schmankerl

Im "richtigen" Leben ist er Krankenpfleger, sportlich hat sich der Unterküpser Martin Page dem Brazilian Jiu-Jutsu verschrieben, leitet die Lichtenfelser Kampfsportschule "High Rollers". Bei der sechsten Fight-Night wurde dem Publikum mit einem Grappling-Kampf zwischen Page und dem Engländer Daniel Park (Gym Tapeout) ein besonderes Schmankerl geboten. Es geht beim Grappling darum, den Gegner mit Grifftechniken unter Kontrolle zu bringen. Gekämpft wurde nach der Regel "Submission only". Der Kampf ist demnach erst beendet, wenn einer der Kontrahenten aufgibt. Mit dem Engländer stand ein bärenstarker Gegner im Ring. Doch immer wieder konnte sich sich Martin Page aus den Umklammerungen Parks befreien. Deshalb reichten die regulären zehn Minuten nicht. Gleich dreimal gab es eine Verlängerung um jeweils zwei Minuten, ehe Park zum Sieger erklärt wurde. Nach kräftezehrenden 16 Minuten konnten sich beide Athleten des Respekts der Zuschauer sicher sein. Es erwies sich als gelungene Idee des Veranstalters Mario Hempert, einen solchen Kampf ins Programm aufzunehmen.

Heftig zur Sache ging es bei den drei Kämpfen nach den Regeln des Mix Martial Arts (MMA), zwei mit deutscher Beteiligung: Mjachdin Matajev (Gym Asia Falken) besiegte den Engländer Robert Stewart schon nach zwei Minuten durch K.o. Im einzigen Frauenkampf des Abends stieg Matajevs Vereinskollegin Nora Weeg gegen die Finnin Heidi Vuoma (Core Gym) in den Ring. Mehrmals steckte die Deutsche im "Schwitzkasten". Doch die Bonnerin, die Agrarwissenschaft studiert, auf dem elterlichen Milchviehbetrieb mit anpackt und vor diesem Hintergrund in ihrer Heimat den Spitznamen "Wild Cow" erhielt, bewies Ausdauer. In der dritten Runde legte die Rheinländerin nach und verdiente damit ihren Punktsieg.

Thomas-Hümmer-Sprechchöre erfüllten die Halle, als Ringsprecher Thomas Bielefeld den Hauptkampf ankündigte. Wenige Minuten vor Mitternacht schritt der Korbstadt-Terminator in die Arena. Auch wenn es in seinem Kampf diesmal nicht um einen Titel ging, gab der Kickboxer aus Roth alles. Hasan Kurnaz aus Wipperfürth hatte zwar mit 41 Kämpfen Thomas Hümmer (32) einige voraus, doch gegen den unbändigen Siegeswillen des Lokalmatadors fand auch der Kämpfer aus dem Oberbergischen kein Rezept. Die beiden standen gerade einmal zwei Minuten im Ring, da schickte Hümmer seinen Kontrahenten auf die Bretter. Sieg durch K.o. in der ersten Runde - was für ein Finale in der Stadthalle. Veranstalter Mario Hempert war zufrieden. Sein "Kind", die Fight-Night, ist zu einem prächtigen Burschen herangewachsen.

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