Michelau
Triathlon

Kleines Fragezeichen hinter Start von Dreitz

Bei der Weltmeisterschaft über die halbe Ironmandistanz will der Michelauer Andreas Dreitz um den Titel mitkämpfen.
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Andreas Dreitz, hier bei seinem Sieg in Roth, will bei der Titelvergabe in Nizza ein Wörtchen mitreden. Foto: Wolfgang Zink
Andreas Dreitz, hier bei seinem Sieg in Roth, will bei der Titelvergabe in Nizza ein Wörtchen mitreden. Foto: Wolfgang Zink

Vor genau zwei Monaten hat Andreas Dreitz seinen bisher größten Triumph errungen, als er die Challenge in Roth gewann. Am Sonntag könnte ein Weltmeistertitel hinzukommen, wenn der 30-jährige Triathlon-Profi in Nizza bei der Iroman-70.3-WM über die Halbdistanz an den Start geht.

Ob sich der Michelauer allerdings am Sonntag (7 Uhr, live bei facebook.com/ironmannow) an der Côte d'Azur ins Mittelmeer stürzt, um die 70,3 Meilen, aufgeteilt in 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen, zu bewältigen, ist noch offen. "Mich plagt ein Wehwehchen am Fuß, eine Überlastung", sagte Dreitz unserer Zeitung. Da der Saisonhöhepunkt, die Ironman-WM auf Hawaii schon in fünf Wochen (12. Oktober) bevorsteht, wolle er das Risiko einer Verletzung nicht eingehen. Die Entscheidung über eine Teilnahme wird kurz vor dem Start fallen. Dennoch hat der Profi vom Team Erdinger-alkoholfrei "große Lust auf das Rennen. Ich habe mir schon viele Gedanken gemacht."

Dreitz kennt die Radstrecke

Akribisch wie immer hat sich Dreitz vorbereitet. Auf dem Heimweg vom 70.3-Rennen in Marbella im Mai hat er die Radstrecke inspiziert, sie abgefahren. Im Juli war er erneut vor Ort und hat dort trainiert. Der Radkurs ist anspruchsvoll, weist 1240 Höhenmeter bergauf auf. Dabei geht es nach dem Schwimmen von der Küste auf den Col de Vence und wenig später sogar bis auf 1023 Meter hinauf - ein Kurs wie für das Rad-Ass Andi Dreitz gemacht. Entsprechend sind dann aber auch die Abfahrtskünste der Athleten gefordert. "Man wird sehen, wer die beste Strategie und das beste Set-up hat", sagt Dreitz, der am Berg schon Druck machen wolle.

Die Laufstrecke an der Promenade von Nizza über zwei Runden ist dagegen vollkommen flach und für die Zuschauer wie für die Athleten, die ihre Konkurrenten dabei gut im Blick haben, attraktiv.

Zuletzt hielt sich der 30-Jährige in St. Moritz auf und hat "einige Höhenmeter gesammelt”, wie er sagt. Interessant an der 70.3-WM sei vor allem, dass sie jedes Jahr an einem anderen Ort stattfinde. "Das Format ist schnell, und es treffen beide Athletentypen aufeinander. Die, die aus der Kurzdistanz kommen, großes Potenzial haben und schnell sind, und die Langdistanzstarter. Das beinhaltet einen gewissen Reiz, weil der Ausgang ungewisss ist."

Konkurrenz ist groß

Wer wird die 45 000 US-Dollar für den 70.3-Titel holen? Die Bewerberschar, angeführt vom Spanier Javier Gomez (zweimal Weltmeister und zweimal Dritter in den vergangenen fünf Jahren) und Sebastian Kienle (Weltmeister 2012 und 2013), ist riesig. Auch der Hawaii-Sieger der vergangenen beiden Jahre, Patrick Lange, ist am Start. Fehlen wird allerdings der Titelverteidiger Jan Frodeno, dem die Radstrecke zu anspruchsvoll ist. "Nur die besten Bergfahrer haben eine Chance auf den Sieg", sagte der bekannteste deutsche Triathlet und zweifache Hawaii-Sieger, der seinen Fokus "zu 110 Prozent" auf die WM in fünf Wochen legt.

Gute Halbdistanzplatzierungen 2019

Andreas Dreitz, der in diesem Jahr bereits vier Rennen über die halbe Ironman-Distanz absolviert hat und dabei einen Sieg (Marbella), einen dritten (Aix-en-Provence) und zwei vierte Plätze (Heilbronn, Samorin) belegte, bezeichnet seine Titelchancen als klein, "doch wenn auf dem Rad etwas gelingt, geht vielleicht was".

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