Lichtenfels
Fußball-Landesliga Nordost

Joker sticht in der Schlussminute

Maximilian Pfadenhauer erzielt für den FC Lichtenfels in der Nachspielzeit das 1:1 gegen das Spitzenteam aus Neudrossenfeld.
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Der Lichtenfelser Torwart Christoph Kraus (rechts) pflückt den Ball vom Kopf des Neudrossenfelders Baas Peters. Foto: Gunther Czepera
Der Lichtenfelser Torwart Christoph Kraus (rechts) pflückt den Ball vom Kopf des Neudrossenfelders Baas Peters. Foto: Gunther Czepera
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Zwei Tore in der Nachspielzeit - eines in der ersten Halbzeit für die Gäste und eines am Ende durch den eingewechselten Lichtenfelser Maximilian Pfadenhauer - sahen die 300 Zuschauer im Karl-Fleschutz-Stadion am Samstag beim 1:1 des FCL gegen das Landesliga-Spitzenteam TSV Neudrossenfeld. Die Gäste aus dem Landkreis Kulmbach ließen damit zwei Zähler im Titelrennen mit Spitzenreiter FC Eintrach Bamberg liegen, der den Verfolger auf Rang 3, den SC Schwabach mit 5:0 nach Hause schickte. Die Lichtenfelser holten mit dem Remis nicht nur einen wichtigen Punkt für die Moral, sondern im fünften Anlauf auch einen Zähler gegen eines der vier Topteams der Liga.

Die Fans in Lichtenfels sahen eine packende Partie, die spielerisch nicht immer höchsten Ansprüchen genügte. Während das FCL-Trainerduo Grau/Goller bis auf den Langzeitverletzten Mariusz Jankowiak personell aus dem Vollen schöpfen konnte, fehlten TSV-Coach Werner Thomas neben Louis Engelbrecht, der nicht mehr zur Verfügung steht, die besten vier Scorer seines Teams. So gab Rückkehrer Sebastian Lattermann sein Startelf-Debüt und dankte es mit einem Tor.

Latte macht's flach und trifft

Bei angenehmen Temperaturen versuchten es beide Mannschaften im Spielaufbau mit langen, meist diagonal geschlagenen Bällen, um hinter die gegnerische Abwehr zu gelangen. Der Gast zeigte sich dabei etwas variabler und war sichtlich bemüht, durch Kombinationsfußball auf kurzen Weg Abwechslung in sein Offensivspiel zu bringen. Dass dies wenig ertragreich war, lag an der ebenso gut gestaffelten wie läuferisch sich jederzeit auf dem Höhepunkt befindlichen FCL-Abwehr, die schon bei Sturmspitze Lukasz Jankowiak und Tobias Zollnhofer begann.

Mit einer Einzelaktion kam die Heimelf zur ersten Möglichkeit. Luca Ljevsic startete in der eigenen Hälfte zu einem Solo, überlief die versammelte TSV-Deckung und hatte letztlich Pech, dass ihm im Abschluss das Spielgerät versprang (25.).

Symptomatisch für das Neudrossenfelder Offensivspiel eine Szene aus der 39. Minute, in der Bas Peeters neun Meter vor dem Tor frei zum Kopfball hochstieg, das Tor aber weit verfehlte. Einzig Sebastian Lattermann zwang Torhüter Christoph Kraus zweimal zum Eingreifen. In der 31. Minute brachte der FCL-Schlussmann beide Fäuste an den harten Rechtsschuss, unmittelbar vor dem Pausenpfiff rutschte Kraus jedoch der zweite Versuch Lattermanns aus gleicher Position unter dem Oberkörper durch zum 0:1 ins Tor. Der Tabellenzweite führte und kam entsprechend mit breiter Brust wieder aus den Kabinen.

Pfadenhauer in letzter Minute

"Nach 30 Sekunden hatten wir sicher Glück, dass der van-Basten-Schuss nicht reingeht", bilanzierte FCL-Trainer Alexander Grau nach dem Schlusspfiff. Bas Peeters traf unmittelbar nach Wiederanpfiff mit einer strammen Bogenlampe den Querbalken des Heimtores. Mit etwas Glück wäre das die Vorentscheidung für die Gäste gewesen. Die waren bis zur 62. Minute am Drücker. Dann fand einer der von Kevin Wige viel gespielten langen Diagonalbälle aus der eigenen Hälfte in Lukasz Jankowiak einen dankbaren Abnehmer. Eine Körpertäuschung später stand dieser frei vor dem TSV-Tor, brachte jedoch zu wenig Druck hinter den Ball, so dass Tobias Grüner parierte.

FCL in Hälfte 2 überlegen

Diese Chance stellte den Startschuss für eine überlegen geführte zweite Hälfte des FCL dar. Erst recht als die Trainer 20 Minuten vor Schluss mit der Hereinnahme von Maximilian Pfadenhauer ein offensives Signal setzten. Lichtenfels drückte, ohne zwingend zu sein, Neudrossenfeld vertändelte die wenigen Kontermöglichkeiten leichtfertig. Nachdem Pfadenhauer eine scharfe Hereingabe von Jankowiak um Zentimeter verpasst hatte, deutete vieles auf einen Auswärtssieg hin. Bis der Joker in der Nachspielzeit doch noch stach. Aus halbrechter Position im Strafraum ging Pfadenhauer volles Risiko und zirkelte den Rechtsschuss unter Zuhilfenahme des Innenpfostens zum Ausgleich in die Maschen.

Die Statistik

FC Lichtenfels: Kraus - Graf, Wige, Hellmuth (86. F. Goller), Dietz, Scholz (85. Wagner), Schaller, Geldner (70. Pfadenhauer), Zollnhofer, Ljevsic, L. Jankowiak / TSV Neudrossenfeld: Grüner - Hahn, Taubenreuther, Peeters (67. Greef, 76. Hannemann), Hoffmann (57. Möckel), Majczyna, Gareis, Bargenda, Hacker, Schelenz, Lattermann / SR: Maximilian Krämer (Münsterschwarzach) / Zuschauer: 300 / Tore: 0:1 Lattermann (45.), 1:1 Pfadenhauer (91.)

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