Burgkunstadt
Handball

HG Kunstadt: Johan Andersson betritt Neuland

Am 15. September beginnt für die HG Kunstadt nach dem Aufstieg die Saison in der Landesliga. Das Team um Spielertrainer Johan Andersson steckt voll in der Vorbereitung.
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Spielertrainer Johan Andersson macht die Ansagen auch in der kommenden Saison bei der HG Kunstadt - dann in der Landesliga Nord.  Foto: Archiv/Matthias Schneider
Spielertrainer Johan Andersson macht die Ansagen auch in der kommenden Saison bei der HG Kunstadt - dann in der Landesliga Nord. Foto: Archiv/Matthias Schneider
Der Sprung von der Handball-Bezirksoberliga in die Landesliga ist sehr groß. Der überlegene Meister der Saison 2016/17, der HSV Hochfranken, hat den Ligaverleib als Elfter über die Abstiegsrelegation gerade noch geschafft. Die SG Rödental ist als BOL-Meister 2015/16 in der folgenden Saison als Vorletzter wieder abgestiegen, die HG Ansbach musste als Mittelfrankenmeister gar ohne Punkt wieder in den Bezirk zurück. So soll es unter der Regie von Trainer Johan Andersson der HG Kunstadt nicht ergehen.
Der BOL-Meister hat unter Andersson noch kein einziges Pflichtspiel verloren. Die erste Partie in dieser Spielzeit, das Pokalduell mit dem Ligakonkurrenten HSV Hochfranken, ging ebenfalls klar (28:15) an die HGK.


Pokalmatch noch vor dem ersten Ligaspiel

In Runde 2 geht es am 8. September beim ESV Flügelrad Nürnberg gegen die SG Regensburg. Der Sieger trifft auf den Gewinner der Partie des Gastgebers gegen den HSC Bad Neustadt.
Derzeit wird eifrig trainiert. Das Team ist willig und wird regelmäßig - selbst bei großer Hitze - beim durch Burgkunstadt Joggen gesehen. Viereinhalb Wochen vor Saisonstart haben wir mit dem 35-jährigen Schweden gesprochen.
Was macht Sie zuversichtlich, dass die HG Kunstadt länger als ein Jahr in der Landesliga spielt?
Wir haben ein sehr gutes, ausgeglichenes Team, das in der vergangenen Saison schon Landesligareife besaß. Die Landesliga ist für mich allerdings Neuland. Doch wir sind gut besetzt, wenn auch die Qualität in der Breite noch ausbaufähig ist. Der Verein hat nicht viel in die Mannschaft investiert, ich denke aber, dass sich die Spieler entwickeln werden.

Was unterscheidet Ihrer Meinung nach den Handball in der Bezirksoberliga von dem in der Landesliga?
Ich denke, die körperliche Präsenz in der Liga wird höher sein. Das ist aber bei jedem Aufstieg und in jeder höheren Liga so.

Wie unterscheidet sich das Team der HG Kunstadt vom letztjährigen zu dieser Saison?
Mit Johannes Bauer vom TV Weidhausen haben wir nur einen richtigen Neuzugang. Ansonsten haben wir die gleiche eingespielte Truppe. Das ist wichtig.

Mit Torhüter Simon Swoboda hat ein Torhüter aufgehört. Sind Sie auf der Suche nach einem Nachfolger schon fündig geworden?
Für Torwart Swoboda kommt der kleine Bruder von Hajck Karapetjan, Howhannes. Den 27-Jährigen haben wir reaktiviert. Er wollte sich auch wieder etwas bewegen.

Werden Sie taktisch im Vergleich zur vergangenen Spielzeit etwas ändern - oder sogar ändern müssen?
Taktisch wird es keine großen Änderungen geben. Klar - ist das Spiel etwas ambitionierter. Ändern wird sich vor allem das Tempo. Leichtsinnige Fehler werden auf diesem Niveau bestraft. Man wird schneller zurücklaufen müssen. Das Gleiche gilt es, nach vorne umzusetzen. Leichte Tore sind Gold wert. Doch beim Tempo sind wir auf einem guten Weg. Die Vorbereitung lief sehr gut. Jetzt geht es an den Feinschliff.

Der Aufwand in der Landesliga Nord ist deutlich größer. Unter anderem spielt mit dem MTV Ingolstadt auch ein Klub aus Oberbayern in dieser Liga. Was bedeutet das für einen kleinen Verein wie die HG Kunstadt?
Klar kommen da höhere Kosten auf den Verein zu. Doch unsere Verantwortlichen haben damit gerechnet. Der Aufwand bei Auswärtsfahrten ist etwas höher. Dennoch werden wir während der Saison nicht öfter als im vergangenen Jahr trainieren und es bei dreimal pro Woche belassen.

Der Job als Spielertrainer wird, je höher die Liga ist, immer schwieriger. Bleibt es bei Ihrer Rolle? Wer ist Coach auf der Bank?
Es bleibt alles so, wie es war. Ich habe ein paar Jungs auf der Bank, die mich beraten. Als Spielertrainer bin ich immer noch in der Lernphase. Es ist nicht immer einfach, die Übersicht zu behalten. Ich bin als Profi aber erfahren genug, um das zu schaffen.

Sie spielen nun fast schon zehn Jahre Handball in Oberfranken. Was haben Sie als Schwede von den Oberfranken angenommen beziehungsweise lieben gelernt?
Die Franken sind ein lockeres Volk, das sehr offen ist. Sie sagen ihre Meinung, was ich als eine sehr tolle Eigenschaft betrachte. Bei uns Schweden ist alles gut, auch wenn es schlecht ist. Der Franke sagt aber, wenn es schlecht ist.

Und an was können Sie sich überhaupt nicht gewöhnen bzw. mögen Sie gar nicht an der fränkischen Art?
Da muss ich passen.
In der Vorbereitung waren Sie beim Cross-Fit. Das Herumwuchten von Traktor-Reifen übernehmen Sie aber nicht in die Trainingsarbeit in der Obermainhalle?
Nein, das nicht. Aber das hat riesig Spaß gemacht. Das ist ein Komplett-Körpertraining, das richtig fit macht. Die Jungs waren richtig ausgepowert danach. Überhaupt ist das Team topmotiviert und zieht im Training hervorragend mit.

Die Fragen stellte unser
Redaktionsmitglied Udo Schilling


Zur Person Johan Andersson


Geboren am 24. Juni 1983 (35) in Schweden

Stationen als Spieler bis 2006 IFK Ystad (Schweden), bis 2008 Haugaland HK (Norwegen), bis 2009 Wilhelmshavener HV, bis 2017 HSC Coburg, seit 2017 HG Kunstadt

Familienstand verheiratet, eine Tochter

Bisher größter sportlicher Erfolg: Pokalfinale im ersten Jahr in Haugaland, Aufstieg in die 2. Liga mit dem HSC Coburg

Lieblingsessen: Vor allem thailändische Rerichte

Lieblingsgetränk: Wasser

Was ich nicht leiden kann:
Falsche Menschen

Was ich mag: Urlaub

Lebensmotto: Kein spezielles


Die Vorrundenspiele der HG Kunstadt in der Landesliga

Sa., 15. September, 18 Uhr: MTV Ingolstadt - HG Kunstadt

So., 23. September, 16 Uhr:
HG Kunstadt - TG Heidingsfeld

Mi., 3. Oktober, 16 Uhr:
TSV Mainburg - HG Kunstadt

Sa., 6. Oktober, 19.30 Uhr:
ASV Cham - HG Kunstadt

So., 14. Oktober, 16 Uhr:
HG Kun. - HSG Fichtelgebirge

Sa., 20. Oktober, 18 Uhr:
HSV Hochfranken - HG Kun.

So., 28. Oktober, 16 Uhr:
HG Kun. - HC Sulzbach-Ros.

So, 4. November, 16 Uhr:
TV Helmbrechts - HG Kunstadt
So., 11. November, 16 Uhr: HG Kunstadt - TV Münchberg

Sa., 17. November, 20 Uhr:
TV Erlangen-Br. II - HG Kun.

So, 2. Dezember, 16 Uhr:
HG Kun. - HSG Lauf/Heroldsb.

So., 16. Dezember, 16 Uhr:
HG Kunstadt - TSV Roßtal

Sa., 22. Dezember, 18 Uhr:
SG Auerbach/Pegn. - HG Kun.

Die Heimspiele der HG Kunstadt finden fast alle in der Burgkunstadter Obermainhalle statt. Nur die Partie am 28. Oktober gegen den HC Sulzbach-Rosenberg steigt in der Altenkunstadter Kordigasthalle.
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