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Lichtenfels
Fußball

FCL vom letzten auf vierten Platz

Der FC Lichtenfels liegt zur Winterpause der Landesliga Nordwest auf dem guten vierten Rang - und das nach einem miserablen Saisonstart. Der Sportliche Leiter Christopher Fischer blieb ruhig. Die Neuzugänge erwiesen sich durch die Bank als Glücksgriffe.
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Der Lichtenfelser Stürmer Lukasz Jankowiak ist bester Scorer des Landesligisten, kommt nach 21 Spielen auf zehn Treffer und fünf Torvorlagen. Foto: Gunther Czepera
Der Lichtenfelser Stürmer Lukasz Jankowiak ist bester Scorer des Landesligisten, kommt nach 21 Spielen auf zehn Treffer und fünf Torvorlagen. Foto: Gunther Czepera
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Ende gut, alles gut. Zur Winterpause der Fußball-Landesliga Nordwest steht auf Tabellenplatz 4 der Name FC Lichtenfels. Dass die Kicker vom Obermain nach 21 von 34 Spielen zur Winterpause sogar Chancen auf die Vizemeisterschaft besitzen - der Zweite SV Haibach liegt nur sechs Punkte besser, - daran hätte nach acht Spielen rund um das Karl-Fleschutz-Stadion keiner gedacht.

Zu diesem Zeitpunkt war das Team um das Trainergespann Christian Goller und Oliver Müller Vorletzter mit zwei Siegen und sechs Niederlagen.

Vielfältige Gründe

Die Gründe für den miserablen Start sind unterschiedlich. Zum Teil fehlten nach der kurzen Sommerpause und dem Saisonstart Mitte Juli bis Ende August immer wieder Spieler, die in Urlaub waren. Dazu kamen einige kleinere Verletzungen.

Den wesentlichen Grund sieht Christopher Fischer, Sportlicher Leiter beim FC Lichtenfels, in der Abwehr, die nicht gut gestanden sei und in den ersten acht Partien 26 Gegentore habe hinnehmen müssen. "Das kannten wir aus der Vorsaison nicht. Tiefpunkt war sicherlich die Partie in Friesen. Da führten wir mit 3:1, waren in Überzahl und haben noch mit 3:5 verloren. Oder gegen die FT Schweinfurt, als wir nach dem 2:2 zur Pause noch mit 2:6 unter die Räder gekommen sind."

Von außen kamen zu diesem Zeitpunkt bereits kritische Stimmen in Richtung Trainerduo.

Goller bekam mit Oliver Müller einen neuen Partner, nachdem Alexander Grau als Sportlicher Leiter zum Ligakonkurrenten FC Coburg gewechselt war. "Wir haben die beiden nach der Niederlagenserie in Ruhe weiterarbeiten lassen, keinen Druck ausgeübt, denn wir waren von der Qualität der Trainer und der Mannschaft überzeugt. Es gibt halt im Sport Formschwankungen. Die Mannschaft hat in den Jahren zuvor nie etwas mit dem Abstieg zu tun. Wir wussten, dass sie was kann", sagt Fischer.

Erfolgreicher September

Die Geduld der Vereinsbosse zahlte sich aus. Im September folgten vier Siege. In den acht Spielen bis zur Winterpause kamen vier Dreier, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen dazu. Das Team, in dem 25 Spieler zum Einsatz kamen, hatte sich gefunden, auch weil sich alle Neuzugänge - laut Fischer - als "Glücksgriffe" erwiesen. Von Fabian Funk aus Ebing und Sebastian Zillig, ehemaliger FCL-Jugendspieler, aus Unterleiterbach wusste man, dass sie den Sprung aus unteren Ligen schaffen können.

Dazu kam Torwart Jonas Michel, der noch in der A-Jugend spielen könnte und in vier Einsätzen voll überzeugte. "Beim 4:1-Sieg gegen seinen Ex-Club Coburg hat er sensationell gehalten", lobt Fischer seinen Nachwuchskeeper. Auch Lukas Schamel, vom Kreisligisten Burgkunstadt, steigerte sich nach langer Verletzung und hat nun Landesliganiveau erreicht. Als "Glücksfall" bezeichnete der Sportliche Leiter die Rückkehr von Andreas Mahr, der erst im August erfahren hatte, dass er als Lehrer von Passau wieder nach Lichtenfels versetzt werden konnte. Mit der Vereinspolitik, Spieler aus unterklassigen Vereinen zu holen und zu hoffen, dass sie sich entwickeln, ist der FC Lichtenfels - wie in den Jahren zuvor - gut gefahren. "Das ist aber auch dem Umstand geschuldet, dass es in der Umgebung kaum höherklassige Jugendteams gibt", bedauert Fischer.

Vereinsführung hält Ball flach

Als Tabellenvierter zur Winterpause hebt man nun aber nicht ab, spricht im Verein keiner von der Möglichkeit, Vizemeister zu werden, sondern bleibt auf dem Teppich. "Uns muss klar sein, dass die 1:0-Siege über Röllbach und Rimpar glücklich waren. Das hätten gut und gerne auch Unentschieden oder Niederlagen sein können", sagt Fischer, der sich wünscht, dass sich die Mannschaft spielerisch steigert. "Wir kommen über den Kampf, stehen defensiv gut. Darunter hat aber der spielerische Aspekt gelitten. Ich sehe das als Prozess, bis sich die Mannschaft traut, wieder Fußball zu spielen. Wir haben Geduld."

Ein Ziel für die restlichen 13 Saisonspiele formuliert der Sportliche Leiter auch: "Wir wollen bester Klub im Spielkreis Coburg/Lichtenfels/Kronach bleiben." Dann sei es egal, ob man als Vierter oder im Mittelfeld abschließt. Darüberhinaus hofft Fischer, dass Luca Ljevsic, der wegen Knieproblemen in dieser Saison noch kein Spiel bestritten hat, wieder zurückkommt und eingreifen kann. "Das wünschen sich alle im Verein."

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