Lichtenfels
Fight-Night

Europameisterschafts-Titel für sympathisches Kraftpaket Thomas Hümmer

In der gut gefüllten Lichtenfelser Stadthalle hieß es zum fünften Mal - Ring frei zur Fight-Night. Dabei stiegen einige Lokalmatadoren in den Ring.
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Knapp nach Punkten bezwang Thomas Hümmer aus Roth den amtierenden französischen Meister Akram Mard im Fight um die Kickbox-Europameisterschaft in der Klasse bis 100 Kilo. Fotos: Brigitte Gorille
Knapp nach Punkten bezwang Thomas Hümmer aus Roth den amtierenden französischen Meister Akram Mard im Fight um die Kickbox-Europameisterschaft in der Klasse bis 100 Kilo. Fotos: Brigitte Gorille
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Thomas Hümmer - hinter diesem Allerweltsnamen verbirgt sich ein unerschrockenes, aber zugleich sympathisches Kraftpaket, das seinesgleichen sucht. Bei Fight-Night am Samstag in der Lichtenfelser Stadthalle ließ der Lokalmatador aus Roth einmal mehr seine Fans jubeln. Neben diesem finalen Höhepunkt bekamen die Zuschauer bei der fünften Auflage tollen Box- und Kickboxsport geboten und feierten die Erfolge der heimischen Athleten lautstark.

Insgesamt 15 Kämpfe mit teils spektakulären Szenen und Athleten, die nie aufstecken, bekamen die teilweise von weit her angereisten Anhänger zu sehen.

Vierter Sieg in vierter Figth-Night

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Für Thomas Hümmer lohnte sich die Fight Night wieder einmal - vier Teilnahmen, vier Siege lautet seine Erfolgsgeschichte. Bis zu seinem vierten Triumph war es für den für das Lichtenfelser Team "Fight Promotion" startenden Hümmer aber ein hartes Stück Arbeit.

Im Vorjahr feierte Hümmer in der Lichtenfelser Stadthalle die internationale deutsche Meisterschaft, diesmal trat er wieder als Kickboxer in den Ring und kämpfte um die WKL-Europameisterschaft nach K1-Regeln in der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm. Sein Gegner: der Franzose Akram Mard.

Bewusst hatten die Organisatoren diesen Kampf ans Ende der Veranstaltung gesetzt. "Thomas, Thomas"-Sprechchöre erfüllten die Stadthalle, als Hümmer um zwei Minuten nach Mitternacht den Ring betrat.

Franzose ist hart im Nehmen

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Der Lichtenfelser musste kämpferisch alles in die Waagschale werfen, um am Ende zu triumphieren. Zwar legte Hümmer bereits in der zweiten von insgesamt fünf dreiminütigen Runden eine Schippe drauf, doch sein Kontrahent war hart im Nehmen. In den Runden 4 und 5 landete Hümmer noch einige Fußkick-Treffer am Kopf des Gegners. Um 0.30 Uhr ertönte der Schlussgong. Diesmal gab es zwar keinen K.o.-Sieg für den Lokalmatador, aber nicht nur seitens seiner Fans, sondern auch aus Sicht der vier Kampfrichter keine zwei Meinungen. Eindeutiger Punktsieger und WKL-Kickbox-Europameister wurde Thomas Hümmer.

Knaus verliert in der dritten Runde

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Für Hümmers Teamkollegen Alex Knaus ging es an diesem Abend um eine internationale Meisterschaft im Kickboxen nach WKL. Knaus stieg in der Gewichtsklasse bis 69 Kilogramm gegen den Portugiesen Concola Marqes in den Ring. Für den stand eine Bilanz von sieben Siegen bei zehn Profikämpfen zu Buche, davon zwei per Knockout. In der dritten von fünf vorgesehenen Runden nahm der Kampf Fahrt auf. Der Portugiese schickte Knaus mit einem linken Haken zu Boden. Dabei war der Lichtenfelser Athlet wohl kurz bewusstlos und verschluckte bei dem Treffer offenbar seine Zunge. Nach schneller Behandlung durch das Team um Ringarzt Dr. Suleiman Mahfoud stand Knaus wieder auf den Beinen. Der Kampf wurde jedoch abgebrochen. Als feststand, dass Knaus wohlauf war, applaudierte Marqes fair. Zuvor war es knüppelhart zwischen den Seilen zugegangen.

Leppes unterliegt

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Ebenfalls eine Niederlage setzte es für Knaus' Vereinskollegen Sven Leppes im Kickboxkampf bis 71 Kilogramm gegen den Niederländer Bilal Aissa (Gym Alkmaar) durch technischen K.o. in der zweiten Runde. Erfolgreicher gestaltete sich der Ausgang für zwei weitere Athleten vom ausrichtenden Verein: Im Kickboxen nach Regeln des K1 behielt Sascha Rosenstock (78 kg) durch technischen K.o. die Oberhand gegen den Franzosen Mohamed Sassi.

Janek Walch, bei der Fight-Night wiederholt mit von der Partie, landete gegen den Engländer William Brand in der fünften und letzten Runde ebenso einen K.o.-Sieg.

Kurzer Kampf im Mix Martial Arts

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Heftiger zur Sache geht es bei Kämpfen nach den Regeln des Mix Martial Arts, kurz MMA - nichts für empfindliche Naturen. Diese Duelle gehen selten über die volle Distanz. So war es auch an diesem Abend zwischen dem Franzosen Kenzo Garau und dem Schotten Steve Murray (69 kg). Bereits in der ersten Runde versetzte der starke Franzose per Fußkick Murray einen derartigen Dämpfer, dass der Kampf abgebrochen wurde. Garau gewann mit technischem K.o.

"Tja MMA eben", kommentierte Ringsprecher Dany Basic das schnelle Ende lapidar.

Basic - der muskulöse Sprecher mit dem geflochtenen Zopf und den dicken Waden - puschte das Publikum immer wieder auf, sorgte so zusammen mit seinem Kollegen Thomas Bielefeld und den adretten Nummerngirls für den wichtigen Show-Charakter.

Zwölfjährige im Ring

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In zwei Kämpfen zeigte auch der Nachwuchs, was ihn ihm steckt. Wie schon im Vorjahr strotzte im Kinder-Boxkampf der zwölfjährige Alessio Vicari außerhalb und innerhalb des Rings vor Selbstbewusstsein. So durfte sich Alessio schließlich über einen Punktsieg nach drei Runden gegen den Tschechen Robin Strmilovschii freuen und reckte strahlend den gewonnenen Pokal gen Hallendecke.

Musikalisch Vollgas gab zwischen den Kämpfen die Musikgruppe "Cover Rock Metal Eleven". Über fünf Stunden unterhaltsame Kampfsportatmosphäre - da zog Veranstalter Mario Hempert ein positives Resümee.

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