Lichtenfels
Ringen

Dem Meister "droht" die Bundesliga

Die Lichtenfelser treten am Samstag in Anger im Hinkampf um den Oberliga-Titel an. Der Meister muss in die höchste Liga aufsteigen.
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Für Athleten wie den deutschen Meister Hannes Wagner (hinten) wäre die Bundesliga die richtige Bühne. Am Samstag in Anger können die Lichtenfelser den ersten Schritt dahin machen. Foto: Gunther Czepera
Für Athleten wie den deutschen Meister Hannes Wagner (hinten) wäre die Bundesliga die richtige Bühne. Am Samstag in Anger können die Lichtenfelser den ersten Schritt dahin machen. Foto: Gunther Czepera

Aufgrund der neu geregelten Ligeneinteilung gibt es im deutschen Ringkampfsport erstmals Finalkämpfe um den Titel eines bayerischen Mannschaftsmeisters. Ein Titel, der wahrhaft verpflichtet, denn der Gewinner aus Hin- und Rückkampf muss aufsteigen.

Das ist insofern kritisch, da sich die Verantwortlichen im Deutschen Ringerbund (DRB) darauf geeinigt haben, eine 2. Liga erst wieder 2020 einzuführen. Dies hatten sich die Top-Teams der Oberligen bereits für die kommende Saison erhofft und gewünscht. So muss nun der Titelträger direkt in die Bundesliga einziehen. Organisatorisch und finanziell ist das eine andere Hausnummer, die es dann erst mal zu stemmen gilt.

ACL will sportliche Entscheidung

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Umso schöner ist die Meldung aus dem ACL-Lager, dass man den sportlichen Wettstreit in Bestbesetzung angehen will. Kein Taktieren gegen einen möglichen Sieg, wie es in den letzten Jahren in der Ringerszene in ganz Deutschland und auch in Lichtenfels immer wieder zu beobachten war. "Wir wollen den sportlichen Gedanken hochhalten und gewinnen! Wir sind Meister der bayerischen Oberliga Nord und werden versuchen, den Titel bayerischer Mannschaftsmeister zu holen - dafür haben wir uns ausgesprochen", erklärt ACL-Vorsitzende Britta Beier.

Und der Athletenclub kann es auch schaffen. Ungeschlagen sind die Männer um Trainer Venelin Venkov durch die Saison marschiert. Der oberbayerische Gegner aus dem knapp 400 Kilometer entfernten Anger wurde auch Meister in seiner Riege, jedoch nicht mit weißer Weste - drei Kämpfe gingen verloren.

Prognose extrem schwierig

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Eine Prognose zu stellen, ist in diesem Fall sehr schwer, da es keinen direkten oder Quervergleich gibt. Beide Teams sind stark besetzt und können die Aufstellung variieren. Auf beiden Seiten stehen erfahrene Ringer auf der Matte und ein guter Trainerstab dahinter. Es wird auf das Momentum ankommen. Das ist wohl das Beste, was den Zuschauern und dem Ringsport passieren kann.

Die Oberbayern haben nun am Samstag (19.30 Uhr) Heimvorteil und werden versuchen, diesen in Zählbares umzumünzen. Es wird ein Duell auf Augenhöhe erwartet. Um ein vielfaches spannender dürfte dann der Rückkampf eine Woche später in Lichtenfels werden. Denn dann wird sich zeigen, wer Herr im Ring ist und den Schneid hat, das Wagnis Bundesliga anzutreten.

"Möge der Bessere gewinnen"

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"Wie die Meinungen dazu in Anger stehen, wissen wir nicht. Wir nehmen es auf jeden Fall sportlich: Möge der Bessere gewinnen. Und wenn wir es sind, dann werden wir den großen Schritt ins Oberhaus versuchen", lautet das Statement der Lichtenfelser Mannschaftsführer Daniel Luptowicz und Heiko Scherer. Der ACL wird mit der bestmöglichen Mannschaft antreten, das steht fest. Nur wer in welcher Gewichtsklasse ringt, ist wie immer streng geheim. Zudem kommt noch, dass nach einer langen Saison der eine oder andere verletzt ausfallen wird. Welche Ringer machen Gewicht und schwitzen sich in eine leichtere Klasse?

Heimkampf schon um 17 Uhr

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Der Rückkampf kollidiert mit dem großen Adventsmarkt in Lichtenfels. Deshalb haben die Verantwortlichen beim ACL den Kampfbeginn auf 17 Uhr vorverlegt. So lässt sich dieses furiose Finale gut in die Tagesplanung der Lichtenfelser Fan-Gemeinde einbinden. "Da trinken wir am Abend den Sieger-Punsch am Marktplatz", hört man schon Stimmen aus dem Fanlager. hri

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