Lichtenfels
Fussball-Landesliga Nordost

Bamberg stürmt die Korbstadt

Die Serie ist gerissen: Nach neun Jahren, in denen Lichtenfels sein Heimspiel während des Korbmarkts gewann, verliert der FC nun gegen die Bamberger.
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Der Lichtenfelser Luca Ljevsic (links) und Bambergs Robin Renner im Zweikampf.  Foto: Gunther Czepera
Der Lichtenfelser Luca Ljevsic (links) und Bambergs Robin Renner im Zweikampf. Foto: Gunther Czepera

Neun Jahre lang blieb der FC Lichtenfels bei seinem Heimspiel während des Korbmarkts ungeschlagen, bis die blau-weiß-violetten Domstädter eine eindrucksvolle Leistung im Karl-Fleschutz-Stadion abriefen und völlig verdient ihre eigene imposante Serie mit dem sechsten Sieg in Serie ausbauten.

Knapp 600 Zuschauer boten dem kampfbetonten Derby einen würdigen Rahmen. Die Gäste nahmen von Beginn an das Heft des Handelns in die Hand und ließen mit viel Ballbesitzfußball nicht nur den Ball in den eigenen Reihen, sondern auch den Gegner hinterherlaufen. Klare Chancen sprangen dabei zwar zunächst nicht heraus, doch der Spitzenreiter spielte geduldig und hielt den Druck hoch.

Rechte Seite offen gelassen

Die Hausherren kamen selten in Umschaltaktionen aus dem zentralen Mittelfeld heraus und so versuchten sie es im Spielaufbau häufiger mit langen Bällen auf ihre vier nominellen Offensivspieler. Christopher Schaller war der Erste, der mit seinem starken linken Fuß zum Abschluss kam, sein Ziel jedoch knapp verfehlte (24.). Besser machten es die Gäste nach gut einer halben Stunde Spielzeit. "Wir müssen unsere rechte Seite zumachen, da Tobias Linz bei Bamberg zwar linker Außenverteidiger spielt, aber sehr viel Offensivdrang entwickelt", sagte Alexander Grau.

In jener 31. Minute gelang das allerdings nichts. Der angesprochene Linz nahm über die linke FCE-Seite Tempo auf. Im Strafraum behielt er einen kühlen Kopf und traf flach ins lange Eck zum viel umjubelten 0:1-Pausenstand, den sich die Gäste redlich verdienten.

Hätte, hätte, Fahrradkette

Hätte Lukasz Jankowiak unmittelbar nach Wiederanpfiff zum Ausgleich getroffen, wer weiß, wie sich die Begegnung entwickelt hätte. "Dafür haben wir einen Hüter", brachte es ein strahlender Michael Hutzler nach dem Spiel lapidar auf den Punkt, wohl wissend, dass sein Torwart seine Elf mit einer starken Parade vor dem ersten Auswärtsgegentor seit vier Spielen bewahrte (51.). Die Großchance hatte dennoch Initialwirkung, denn die Hausherren traten fortan mutiger auf, verzeichneten mehr Ballbesitz und sorgten so für ein mindestens gleich verteiltes Spiel.

Lukas Schmittschmitt, der Tobias Ulbricht im Strafraum bediente, war der Ausgangspunkt für den zweiten Bamberger Treffer. Nach einer Drehung und einem klugen Rückpass landete der Ball bei Maximilian Großmann, der kaltschnäuzig einnetzte (69.). Das 0:2 war in der Tat mehr als nur eine Vorentscheidung. Den Hausherren ist zugutezuhalten, dass sie sich zu keiner Zeit aufgaben und bis zuletzt um den Ehrentreffer bemüht waren. Doch dem Spitzenreiter war nicht beizukommen.

Vielmehr machte Robin Renner nach einem Flüchtigkeitsfehler im Spielaufbau der Gastgeber in der 79. Minute mit dem 0:3 den Deckel drauf. "Das war ein typisches FCL-Gegentor der letzten Wochen", monierte auch Alexander Grau diese individuellen Fehler, die dazu führen, dass Lichtenfels in den vergangenen drei Spielen elfmal den Ball aus dem Tor fischte. br FC Lichtenfels: Kraus - Dietz, Wige, Schardt, Aumüller - Mahr (83. Mohr), Scholz (81. Wagner), Ljevsic, Zollnhofer, Schaller (76. Lulei) - Jankowiak / FC Eintracht Bamberg: Dellermann - Hofmann (85. Pfeiffer), Popp, Vetter, Linz - Reischmann, Renner, Schmittschmitt, Jessen, Großmann (83. Dümig) - Ulbricht (80. Görtler) / Tore: 0:1 Linz (31.), 0:2 Großmann (69.), 0:3 Renner (79.) / Zuschauer: 600 / Schiedsrichter: Thomas M. Raßbach (Lehrberg)

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