Michelau
Triathlon

Andreas Dreitz peilt die Top Ten auf Hawaii an

Der Michelauer Profi Andres Dreitz ist am Samstag bei der Ironman-WM am Start. Der 29-Jährige hat sich viel vorgenommen.
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Andreas Dreitz freute sich im Juli noch unbändig über seinen zweiten Platz in Roth.  Foto: Wolfgang Zink
Andreas Dreitz freute sich im Juli noch unbändig über seinen zweiten Platz in Roth. Foto: Wolfgang Zink

Hawaii - ein Urlaubstraumziel. Seit einer Woche ist Andreas Dreitz auf Big Island, der größten Insel des Atolls im Pazifik - doch nicht zum Urlaub machen. Der 29-jährige Oberfranke aus Michelau tritt am Samstag in Kona beim prestigeträchtigsten Triathlon an - dem Ironman.

Erst das dritte Langdistanz-Rennen

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Den Traum des Weltmeisterschaftsstarts erfüllte sich der Profi vom Team Erdinger-alkoholfrei mit seinem Rennen im September 2017, als Dreitz seine Langdistanzpremiere in Italien direkt gewann.

Bei seinem zweiten Rennen über die 3,96 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und einen Marathon belegte der Michelauer im mittelfränkischen Roth im Juli Rang 2 hinter Sebastian Kienle, der auch am Samstag als ein Favorit ins Rennen geht. Die Ironman-WM war schon im vergangenen Jahr das Ziel von Dreitz. Vor Ort hatte er sich den Wettkampf angesehen, als sein Erdinger-Teamkollege Patrick Lange (Darmstadt) gewann.

Akribische Vorbereitung

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Vor wenigen Tagen sagte er: "Der Respekt vor dem Rennen ist wahnsinnig groß. Wenn ich mich an die Gesichter aus dem Vorjahr erinnere, dann muss das Rennen hier anders sein als andere Langdistanzrennen. Das macht Hawaii speziell."

Als akribisch planender, aber auch sehr ehrgeiziger Athlet hat sich Dreitz viel vorgenommen. Er weiß aber auch, dass er als Neuling bei diesem Wettkampf wohl nicht ganz vorne landen wird. "Man sagt, dass jeder seine eigenen Erfahrungen hier machen muss. Ich bin aber hier, um möglichst viel richtig zu machen." Sein Ziel lautet zunächst einmal Ankommen. "Das ist mir bei der ersten Teilnahme schon wichtig. Ich will nicht frühzeitig die Mission abbrechen. Es ist natürlich ein Balanceakt, denn ich fahre nicht hierher, nur um zu finishen. Sicher werde ich ein wenig Risiko eingehen. Ich werde keine Harakiri-Aktion machen, aber vielleicht mach ich's trotzdem, denn ich fahre gerne vorne. Ich bin halt ein Wettkampftyp, doch meist muss man solche Aktionen hinterher teuer bezahlen, denn das Rennen ist sehr lang."

Rennstrategie nach Situation

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Sich eine Taktik zurechtzulegen, ist auf Hawaii schwierig. Das Wetter, Temperatur und Wind, haben auf der Pazifikinsel großen Einfluss auf den Rennverlauf. "Wenn ich an meine bisherigen beiden Langdistanzen zurückdenke, kann ich mich ganz gut einschätzen und hoffe, dass ich am Samstag ein gute Rennstrategie wählen kann. Ich muss sehen, wie das Szenario nach dem Schwimmen aussieht."

Das Fachmagazin "Triathlon" meinte zu Dreitz, dass der radstarke Rookie sein Schwimmdefizit zur Spitze möglichst gering halten muss. In dieser Saison erwischte er mehrmals nur ein mittelmäßiges Resultat im Wasser. Beim Laufen hingegen zeigte Dreitz, dass er noch einmal einen Sprung gemacht hat.

Vorbereitung lief prächtig

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Nach seinem zweiten Platz in Roth legte der 29-Jährige eine Pause ein, wollte eigentlich bei der 70.3-Halbdistanz-WM in Südafrika starten, musste dort aber wegen Rückenproblemen passen. Das Trainingslager auf Gran Canaria verlief aber problemlos. "Die letzten Wochen konnte ich wieder zu 100 Prozent trainieren, große Umfänge und hohe Intensitäten", ist Dreitz bereit. In den vergangenen Tagen absolvierte der Oberfranke eine Schwimmeinheit mit seinem Teamkollegen Patrick Lange, trainierte aber ansonsten nach seinem Plan.

Dreitz auf Rang 8 in der Favoriten-Datenbank

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In einer Favoritenliste einer Datenbank wird Dreitz auf Rang 8 geführt. "Das ehrt mich natürlich, wenn ich so weit vorne erwartet werde, obwohl ich noch nie hier gestartet bin. Mein Ziel ist es, einen der Preisgeldränge zu belegen, also unter den Top Ten zu landen, um nicht mit einem dicken Minus die Heimreise antreten zu müssen,", sagt der Profi.

Amateure am Start

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Ebenfalls erst seinen dritten Langdistanzwettkampf bestreitet der Memmelsdorfer Christian Schwab. Erst Mitte August hatte er sich in Kalmar (Schweden) in der Altersklasse 45 einen Startplatz für Hawaii gesichert. "Danach habe ich schon noch trainiert, man will ja einigermaßen gut abschneiden,", sagte der 48-jährige Oberfranke. "Ich habe mir nicht viel vorgenommen, gut durchkommen und Spaß haben."

Preisgeld

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650 000 US-Dollar werden beim Ironman auf Hawaii an Preisgeld ausgeschüttet. Jeweils die Hälfte für Männer und Frauen. Der Sieger/Die Siegerin erhält 120 000 Dollar. Der Zweite die Hälfte, für Rang 3 gibt es noch 40 000 Dollar. In kleineren Schritten geht es bis zum zehnten Platz, für den es noch 10 000 Dollar zu verdienen

gibt.



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