Michelau
Triathlon

Andreas Dreitz fühlt sich besser als 2018

Der Michelauer wurde beim Rennen in Roth im Vorjahr Zweiter. Gelingt dem 30-jährigen Profi heuer der Coup?
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Ob Andreas Dreitz (blaue Kappe) am Sonntag in Badehose oder Neopren-Anzug wie bei den 35 Rennen bisher in Roth aus dem Main-Donau-Kanal steigt, hängt von der Wassertemperatur ab.  Foto: Wolfgang Zink
Ob Andreas Dreitz (blaue Kappe) am Sonntag in Badehose oder Neopren-Anzug wie bei den 35 Rennen bisher in Roth aus dem Main-Donau-Kanal steigt, hängt von der Wassertemperatur ab. Foto: Wolfgang Zink
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Mit der Startnummer 2 geht Andreas Dreitz am Sonntag um 6.30 Uhr an den Start der Challenge-Roth. Damit trägt der Triathlon-Profi aus Michelau (Lkr. Lichtenfels) die Nummer seiner Platzierung aus dem Vorjahr.

Diesen zweiten Rang holte sich Dreitz mit der Startnummer 3. "Wenn der Trend nun so weiter geht, sprich mit der Nummer 2 einen Platz besser abzuschließen, hätte ich nichts dagegen", sagt der Profi, der im blauen Trikot seines Hauptsponsors Erdinger-alkoholfrei leicht im Feld erkennbar ist. "Ich fühle mich gut, besser als im Vorjahr", sagte Dreitz gestern, als er gerade zur Rennbesprechung für die Profis unterwegs war. Roth habe für ihn als Franken immer einen besonderen Stellenwert, ähnlich hoch wie Hawaii.

Vorjahressieger Kienle diesmal nicht am Start

Vor einem Jahr musste er sich bei seinem erst zweiten Dreikampf über die lange Distanz von 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und einem Marathon (42,195 km) nur Sebastian Kienle geschlagen geben. Der ist in diesem Jahr nicht am Start. Kienle war, wie einige andere Spitzenathleten, am vergangenen Sonntag beim Ironman in Frankfurt am Start und wurde hinter Jan Frodeno Zweiter.

Warum Dreitz in seiner fränkischen Heimat nicht die Startnummer 1 erhalten hat, liegt wohl an der erfolgreicheren Konkurrenz. Mit der Nummer 1 startet am Sonntag nämlich der Belgier Bart Aernouts, der 2017 in Roth gewann und im vergangenen Jahr auf Hawaii bei der Ironman-WM Zweiter wurde.

Hitze wie auf Hawaii bleibt den rund 3400 Einzelstartern, 650 Staffeln aus 84 Nationen und erwarteten 260 000 Zuschauern am Sonntag wohl erspart. Die Vorhersage lässt um die Mittagszeit 22 Grad erwarten, leichte Böen und keinen Regen.

Neopren-Verbot wahrscheinlich

Die Hitze der vergangenen Woche und ein Schiffsunfall an der Main-Donau-Kanal-Schleuse bei Riedenburg üben möglicherweise noch einen großen Einfluss auf das Rennen am Sonntag aus. In Riedenburg war ein Kreuzfahrtschiff Ende Juni gegen ein Tor gefahren. Bis zum heutigen Freitag ruht seitdem der Schiffsverkehr. Durch den fehlenden Wasseraustausch beim Schleusen hat sich der Kanal bei Hilpoltstein auf inzwischen von 25,4 Grad erwärmt. Die Triathlon-Regularien sehen vor, dass zum Schutz der Athleten ab einer Wassertemperatur von 24,5 Grad kein Neopren-Anzug mehr erlaubt ist. Ein Neopren-Verbot in Roth wäre eine Premiere.

Dreitz sieht das fränkisch gelassen. "Ich nehme es, wie es ist. Klar gibt der Anzug mehr Auftrieb, das macht das Schwimmen für viele Teilnehmer leichter. Ohne Neopren schwimmt man etwas langsamer, aber das gilt dann ja für alle."

Wind auf dem Rad willkommen

Dreitz' Stärke liegt eher auf dem Rad. Der prognostizierte leicht böige Wind kommt ihm entgegen. Akribisch, wie der Michelauer Profi ist, hat er die Wettervorhersage genau studiert. Vor allem auf der zweiten Hälfte der 90-Kilometer-Runde komme der Wind von vorn. "Besser wäre für mich noch Seitenwind, denn dann muss man immer aufs Pedal drücken", weiß Dreitz, der seit Mittwochabend in Mittelfranken weilt. Bis zum Sonntag hat der Profi noch viele Sponsorentermine zu absolvieren. "Ich habe sie nicht gezählt", gesteht er. Dann geht es um die Wurst. "Es sind alle Topleute, außer die, die letztes Wochenende in Frankfurt dabei waren, am Start. Ich erwarte ein sehr interessantes Rennen", sagt der 30-Jährige. Ob ihm in seinem sechsten Profijahr der große Coup gelingt?

Sechs der Hawaii-Top-Ten in Roth

Das Elitefeld hat es jedenfalls in sich. Vor Kurzem hat sich noch Ben Hoffman angemeldet. Der 35-jährige US-Amerikaner, der seit 2010 schon sieben Langdistanzrennen gewinnen konnte, 2014 Zweiter in Hawaii war, hat sich nach einer Stressfraktur im letzten Herbst mit dem Sieg beim Ironman Südafrika im April eindrucksvoll zurückgemeldet. Neben Hoffman werden im Männerfeld sechs der aktuellen Hawaii-Top-Ten an der Startlinie stehen: der Belgier Bart Aernouts (2.), der Brite David McNamee (3.), der Neuseeländer Braden Currie (5.), die beiden Amerikaner Matt Russell (6.) und Andy Potts (8.) sowie der Australier Cameron Wurf (9.).

Aus Deutschland bekommt Dreitz (Hawaii-13.) von einem anderen "Andi" Konkurrenz - Andreas Böcherer. Der 36-jährige Freiburger geht zum ersten Mal in Roth an den Start, wird aber ebenfalls vorne erwartet.

Preisgeld wieder gesunken

Im vergangenen Jahr hatte der Veranstalter zum 35. Jubiläum das Preisgeld für den Sieger auf 40 000 US-Dollar (ca. 35 500 Euro) erhöht.

In diesem Jahr erhält der Sieger lediglich 14 000 Euro, der Zweite 7000, der Dritte 3500 Euro bis zum Zehntplatzierten, der noch 500 Euro einstreichen kann.

Live-Bilder

Das Bayerische Fernsehen überträgt die Challenge Roth am Sonntag live von 6.15 bis 11 Uhr und von 12 bis 15.30 Uhr.

Im Livestream zeigt der Bayerische Rundfunk unter BRsport.de den Wettkampf live und ohne Unterbrechung Live-Ticker, -Tracking und -Stream gibt es auch unter www.challenge-roth.de und auf der Facebook-Seite der Challenge Roth

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