Lichtenfels
Interview

Alex Grau im Interview: "Da wird keine B-Elf auf uns warten"

Lichtenfels freut sich auf den Pokalknüller gegen Würzburg. Trainer Alex Grau spricht über die Chancen seines Teams und die Doppelbealstung durch den Pokal.
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Für den Lichtenfelser Trainer Alexander Grau ist das Pokalspiel gegen die Würzburger Kickers ein echtes Highlight - ein Sieg gegen Baiersdorf in der Landesliga wäre ihm aber lieber. Foto: Gunther Czepera
Für den Lichtenfelser Trainer Alexander Grau ist das Pokalspiel gegen die Würzburger Kickers ein echtes Highlight - ein Sieg gegen Baiersdorf in der Landesliga wäre ihm aber lieber. Foto: Gunther Czepera
Mit den Würzburger Kickers hat der FC Lichtenfels ein Hammerlos gezogen. Im Achtelfinale des Toto-Pokals empfängt der Fußball-Landesligist den unterfränkischen Drittligisten am Dienstag, 5. September, um 17.30 Uhr im Lichtenfelser Karl-Fleschutz-Stadion.

Unterschätzen werden die Würzburger den FCL nicht, wie Cheftrainer Stephan Schmidt nach der Auslosung auf der Website der Kickers klar machte: "Wir werden auch diese Aufgabe mit der nötigen Ernsthaftigkeit angehen und den Gegner keineswegs auf die leichte Schulter nehmen. Wir sind natürlich der Favorit und haben den Anspruch, uns für das Viertelfinale zu qualifizieren."

Im Interview erklärt der Lichtenfelser Trainer Alexander Grau, wie er seine Mannschaft auf das Spiel vorbereitet und welche Chancen er sich gegen den Profi-Klub ausrechnet.

Die Kickers sind der Favorit. Was erwarten Sie sich von der Partie?
Alexander Grau: Rein sportlich gesehen ist die Partie vom Format "David gegen Goliath". Wenn in den 90 Minuten alles einigermaßen normal läuft, sind wir natürlich chancenlos. Trotzdem ist das Spiel ein Highlight für den Verein und die Spieler.

Wie haben Sie die Auslosung verfolgt?
Im BFV-Livestream über Facebook. Weil der Lostopf noch einmal aufgespalten wurde, gab es nur zwei mögliche Gegner - den FC Schweinfurt 05 und die Würzburger Kickers.

Welche Chancen rechnen Sie sich für das Achtelfinale aus?
Die Kickers haben zwar einen schlechten Saisonstart erwischt - ich glaube aber nicht daran, dass wir auf eine schlechte Leistung der Würzburger hoffen können. Die nehmen den Pokal sehr ernst, was man auch beim Kantersieg gegen Meeder gesehen hat. Es wird keine B- oder C-Elf auf uns warten.

Wie sieht der Schlachtplan für das Achtelfinale aus?
Wir wollen das Spiel so lange wie möglich offen halten. Alleine schon deshalb, um die Begegnung für die Zuschauer spannend zu machen. Wenn du nach zehn Minuten schon mit 0:3 zurückliegst, macht so ein Spiel nicht mehr ganz so viel Spaß.

Für ihr Team bedeutet das Pokalspiel die fünfte Englische Woche innerhalb kurzer Zeit. Wie hoch ist die Belastung?
Enorm, das hat man ja bei der Niederlage in Selbitz am Wochenende gesehen. Der Substanzverlust ist deutlich spürbar. Wir haben aktuell auch wenig personelle Alternativen, wir können kaum rotieren. Das macht die Sache nicht einfacher. Nach dem Pokalspiel am Dienstag findet unsere nächste Partie am Freitag in Feucht statt. Da wartet ein echter Brocken auf uns, und wir haben kaum Zeit zur Regeneration.

Bereiten Sie ihre Mannschaft gezielt auf das Pokalspiel vor?
Aktuell kommt ein normales Training nicht in Frage. Ich bin froh, dass wir jetzt eine reguläre Trainingswoche ohne zusätzliches Spiel vor uns haben. Der Fokus liegt dabei absolut auf der Regeneration der Spieler.

Das Pokalspiel wird schon um 17.30 Uhr angepfiffen. Was sagen Sie zur Spielansetzung?
Der Anstoß zu einer späteren Zeit wäre natürlich schöner gewesen. So müssen die Jungs quasi direkt von der Arbeit auf den Platz. Für die Zuschauer gilt dasselbe. Dem Verband geht es meines Wissens nach um ein mögliches Elfmeterschießen, das in der Dämmerung stattfinden müsste. Das ist nun einmal so, wir nehmen das hin.

Am kommenden Wochenende geht es in der Landesliga gegen Baiersdorf. Werden Sie Spieler für die Partie gegen die Kickers schonen?
Auf keinen Fall. Unser Fokus liegt voll und ganz auf der Landesliga. Dass wir gegen Gebenbach ins Achtelfinale eingezogen sind, ist natürlich genial. Wenn wir ausgeschieden wären, wäre die Welt davon aber auch nicht untergegangen. Das Spiel gegen Würzburg ist ein Highlight, dass sich meine Spieler damit verdient haben. Mehr aber nicht. Wenn ich wählen müsste, würde ich lieber gegen Baiersdorf als gegen Würzburg gewinnen.

Das Gespräch führte
Felix Mock
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