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Ab 2021 soll es wieder eine 2. Liga im Deutschen Ringer-Bund geben

Der Deutsche Ringer-Bund (DRB) hat bei seiner Jahreshauptversammlung beschlossen, zwischen den Oberligen der Landesverbände und der Bundesliga wieder eine 2. Liga zu etablieren.
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Mit Gegnern wie Burghausen kann der AC Lichtenfels, hier mit Achim Thumshirn (links),  wohl auch in der Zukunft finanziell nicht mithalben. Deshalb ist die Wiedereinführung einer 2. Liga für den ACL sicherlicht eine gute Nachricht. Foto: Archiv/Gunther Czepera
Mit Gegnern wie Burghausen kann der AC Lichtenfels, hier mit Achim Thumshirn (links), wohl auch in der Zukunft finanziell nicht mithalben. Deshalb ist die Wiedereinführung einer 2. Liga für den ACL sicherlicht eine gute Nachricht. Foto: Archiv/Gunther Czepera
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Recht entspannt ging es am Samstag bei der Jahreshauptversammlung der Ringer zu, bedenkt man, dass der Deutsche Ringer-Bund (DRB) nunmehr seit Jahren gegen die konkurrierende Deutsche Ringer-Liga klagt. DRB-Präsident Manfred Werner (Veitshöchheim) schnitt das leidige Thema mit den fünf abtrünnigen Mannschaften, die ihre eigene Profiliga gründeten und nun mit einer belgischen Mannschaft verstärkt in ihre dritte Saison gingen, nur am Rande an. Werner betonte jedoch den enormen Aufwand an Arbeit und Finanzen, die der Rechtsstreit den Ringern in beiden Lagern bislang kostete. Vielmehr - und mit großer Freude - sprach der 73-jährige DRB-Chef, der seit 2005 als Präsident fungiert, über die sportlichen Erfolge. Sie unterstreichen nicht nur den Aufwärtstrend der letzten Jahre, sondern untermauern auch die Stellung des deutschen Ringkampfsportes in Europa und in der Welt. 25 internationale Medaillen waren es allein 2019, die durch DRB-Ringer und -Ringerinnen erkämpft wurden, wobei die U23-Weltmeisterschaft vom 28. Oktober bis 4. November in Budapest noch aussteht.

Dominanz in Westeuropa

"In Westeuropa haben wir eine gewisse Vormachtstellung erkämpft, gehören dort zu den erfolgreichsten Verbänden, aber wir haben auch schon mehrere osteuropäische Nationen hinter uns gelassen, in denen der Ringkampf zum Nationalsport gehört", sagte Manfred Werner. Er sei stolz auf die Athletinnen und Athleten, aber auch auf den gesamten Trainerstab.

Den für die meisten Delegierten wohl spannendsten Part übernahm Christian Ganter (Freiburg) vom Bundesligaausschuss, der für das Jahr 2021 Strukturänderungen in den höchsten Kampfklassen ankündigte.

In seinen Ausführungen ging Ganter bis zu zehn Jahre in der Geschichte der Bundesliga zurück, als es noch 20 Erst- und 30 Zweitbundesligisten gab. Es folgte ein kräftiger Aderlass, teils aus wirtschaftlichen, aber auch personellen Engpässen heraus, so dass sich 2016 die höchste Kampfklasse nahezu auflöste, vor allem nachdem gleich fünf Teams die Bundesliga verließen und die eigenständige Deutsche Ringer-Liga außerhalb des DRB gründeten.

Nur noch 21 Teams

Es folgte die Verschmelzung der 1. und 2. Bundesliga zur DRB-Bundesliga, die nicht alle Teams mitgingen, so dass am Ende nur 21 Mannschaften in drei Staffeln die Kämpfe aufnahmen. Der Sprung von den Regionalligen in die nunmehr höchste Kampfklasse war für viele Teams zu groß, der Ruf nach der Wiedereinführung einer 2. Liga wurde zuletzt immer lauter.

Zwei Optionen

Nun soll sie also 2021 kommen, die erneute Strukturänderung, wobei Ganter Möglichkeiten mit einer zweigeteilten 1. Bundesliga zu je sieben Teams und zwei Zweitliga-Staffeln mit ebenfalls je sieben Mannschaften oder eine eingleisige Bundesliga mit neun Klubs und zwei Achter-Staffeln in der 2. Liga offerierte. Eine Entscheidung darüber soll bei der Bundesligatagung im Dezember fallen.

"Mir ist die Ligenstruktur im Grunde genommen egal, mein einziger Wunsch ist: Sie muss funktionieren", sagte der DRB-Vize für Sport, Günter Maienschein aus Tuttlingen.

Ringer des Jahres

Schon traditionell wurden beim Deutschen Ringertag die Sportler des Jahres gekürt. Ringerin des Jahres wurde Anna Schell (SC Isaria Unterföhring), die in Bukarest Vize-Europameisterin wurde und bei den Weltmeisterschaften der Frauen in Kasachstan mit der Bronzemedaille auch ihr Olympia-Ticket für Tokio 2020 löste.

Bei den Männern kann sich nun Denis Kudla (SV Alemannia Nackenheim) Sportler des Jahres nennen, der bei Welt- und Europameisterschaften jeweils Platz 3 erkämpfte und sich ebenfalls für die Olympischen Spiele qualifizierte. Als Nachwuchssportler des Jahres wurden Patrick Neumaier (KSV Hofstetten) mit EM-Silber und WM-Bronze bei den Junioren sowie Rebekka March (SV Warnemünde) als Europameisterin der Kadettinnen gekürt.jöri

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