Carsten Stegner überquerte in angesichts des bekanntermaßen anspruchsvollen Streckenprofils mit Anstiegen zum Kloster Banz, nach Vierzehnheiligen und auf den Staffelberg die Ziellinie hervorragenden 2:40:22 Stunden. Der Rekord wurde regelrecht "pulverisiert".

Lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen


Dass mit Uwe Bäuerlein - Zweiter in 2010 und Sieger im Vorjahr - auch wieder zu rechnen sein würde, pfiffen die Sport-Spatzen von den Dächern. Der für den heimischen TSV Staffelstein startenden Lokalmatador hielt auch lange Zeit mit und lieferte sich bis etwa zur Hälfte der Strecke ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Carsten Stegner. Schon früh war klar, dass die beiden den Sieg unter sich ausmachen würden. Auf den letzten zehn bis 15 Kilometern setzte sich der Erlanger aber sukzessive von Bäuerlein ab und gewann am Ende mit viereinhalb Minuten Vorsprung. Der "Entthronte", der in 2:44:54 Std. nur zwölf Sekunden langsamer war als bei seinem Triumph im Vorjahr, zeigte sich als fairer Verlierer und gratulierte dem Sieger.
Wobei - die 330 Männer und Frauen, die heuer wieder den 42,195 Kilometer langen sprichwörtlichen Berg- und Tallauf überstanden und im Staffelsteiner Stadion ins Ziel einliefen, dürfen sich ohnehin alle als moralische Gewinner fühlen.

Bäuerlein mit Rang 2 zufrieden


"Die Tagesform war entscheidend", gab sich der überglückliche Sieger des achten Obermain-Marathons bescheiden. "Ich bin mit dem zweiten Platz trotzdem sehr zufrieden", erkannte auch Bäuerlein an, dass gegen Stegner an diesem Sonntagmorgen einfach nichts auszurichten war.
Mit insgesamt sechs Läufern unter drei Stunden konnte sich das Niveau an der Spitze des Männer-Marathons auch heuer wieder sehen lassen. Begünstigt wurden der Streckenrekord und die insgesamt guten Laufleistungen von den guten Bedingungen. Es war nicht zu warm - und erst rund zwei Stunden nach den Starts von Marathon, Halbmarathon und Nordic-Walking setzte nach bis dahin trockenem Wetter leichter Nieselregen ein.

One-Woman-Show


Beim Marathon der Frauen war schon Kilometer vor dem Ziel abzusehen, wer das Rennen machen würde. Eine prächtig aufgelegte Sandra Fischer-Paul, die die für das Team IBC Solar/DJK Teutonia Gaustadt startete, ließ das Ganze zur "One-Woman-Show" werden: Mit einer klasse Zeit von 3:14:58 Std. hatte Fischer-Paul am Ende über eine Viertelstunde zwischen sich und ihrer Verfolgerinnen gelegt. Die Resultate von Elke Böllmann (TSV Neustadt/Rems) und Inge Raabe (RSC Remscheid), die mit Zeiten von 3:30:52 beziehungsweise 3:32:35 Std. die Plätze 2 und 3 belegten, waren zwar nicht schlecht - aber gegen die Bambergerin war an diesem Morgen einfach kein Kraut gewachsen.

Spannung beim Halbmarathon


Wie im Vorjahr mehr als 1000 Läuferinnen und Läufer sorgten beim Start des Halbmarathons in der Bischof-von-Dinkel-Straße für dichtes Gedränge. In der Männerkonkurrenz war lange Zeit nicht klar, ob Nico Jahreis (SC Sparkasse Hochfranken) seinen Sieg aus dem Vorjahr würde wiederholen können. Oliver Greger vom LLC Marathon Regensburg blieb dem Titelverteidiger lange Zeit dicht auf den Fersen, doch letztlich siegte Jahreis dann doch souverän in 1:10:48 Std. fast eine Minute vor Greger (1:11:35).
Frenetischer Applaus zahlreiche mitgereister Anhänger war Steffi Paulus gewiss, als die für den TS Lichtenfels angetretene Athletin nach 1:28:56 Stunden ihren Sieg über die Halbmarathondistanz bejubelte. Freudestrahlend riss die Arme in die Höhe. Nach Rang 3 im Vorjahr durfte sie bei der späteren Siegerehrung in der Adam-Riese-Halle also aufs "Stockerl" ganz nach oben steigen. Mit 1:30:22 Std. wiederholte die Bindlacherin Elvira Flurschütz (Team Icehouse e.V.) ihren zweiten Platz aus dem Vorjahr.

70-jähriger Wolf plant für 2013


"Wer rastet, der rostet" - gemäß diesem Motto schnürten wieder viele Senioren jenseits der 50 oder gar 60 die Laufschuhe. Beispielhaft genannt sei hier Berthold Wolf. Der für den TS Lichtenfels startende, mittlerweile 70-jährige absolvierte die Halbmarathondistanz in fast exakt zwei Stunden und nahm wie jeder Teilnehmer überglücklich seine Medaille in Empfang. "Hat wieder sehr viel Spaß gemacht - nächstes Jahr bin ich wieder dabei", lachte er nach dem Zieleinlauf.
Und mit dieser Meinung dürfte er nicht alleine sein. Der Obermain-Marathon ist mittlerweile Kult! Die Zahl von wieder über 2000 Athletinnen und Athleten, die am Sonntag wieder als Läufer oder Nordic-Walker die Sportschuhe schnürten und das Publikum, das an Start, Ziel und entlang der Strecke die einzigartige Atmosphäre genoss, spricht für sich. Es lebe der Sport!