19:58 Minuten - so schnell bewältigte seit 2007 noch kein Bergläufer die 4,8 Kilometer vom Weismainer Bauhof bis zum Hausberg-Plateau. Auch nicht Valentin Schuhmann selbst, als er bei seinem Sieg im vergangenen Jahr auf schneeglatter Strecke fast zwei Minuten länger unterwegs war. Optimal waren die Bedingungen am Samstag ebenso wenig, da gut zehn Minuten nach dem Start Regen einsetzte und insbesondere den vom nassen Wetter am Vortag beeinträchtigten Schlussabschnitt zusätzlich aufweichte.

Keine ernsthafte Konkurrenz


"Bei gleichwertiger Konkurrenz und einer trockenen Strecke wäre eine Zeit von 19:30 Minuten möglich gewesen", vermutete Schuhmann nach dem Lauf, bei dem ihm seine Konkurrenten nur kurz Paroli boten. Nach 100 Metern setzte sich der 22-Jährige an die Spitze und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Am Ende musste sich der für die TS Lichtenfels startende Scheßlitzer nur darauf konzentrieren, den matschigen Passagen auszuweichen. Von Spannung am Gipfelkreuz war nichts zu spüren. Am Ende hatte Schuhmann 43 Sekunden Vorsprung und bewegte sich schon wieder zurück an die Strecke, um seinen Mannschaftskameraden anzufeuern, während die Kontrahenten noch um die Plätze kämpften. Die Erfolgstaktik von Valentin Schuhmann bestand darin, es an den steilen Abschnitten ruhiger angehen zu lassen und dann auf den flachen Passagen "Gas zu geben".

Achtjähriger kämpft sich durch


"Die größte Hürde ist der erste steile Anstieg", befand nicht nur der Gewinner: Jeder Teilnehmer verringerte auf dem Teilstück, wo die Strecke in Giechkröttendorf von Asphalt auf einen Feldweg wechselt, die Geschwindigkeit.
Einige gingen dort sogar im Schritttempo, wie der jüngste im gesamten Klassement, der achtjährige Bastian Nützel. "Es waren aber nur diese 50 Meter, auf denen ich so langsam war", meinte der Lichtenfelser, der in diesem Jahr schon bei rund zehn Laufveranstaltungen dabei war. Davon abgesehen habe ihn sein erster Kordigastlauf "viel Spaß gemacht" und der Regen nicht gestört.

Redwitzer Talente am Start


Ebenso sahen es die anderen Nachwuchsläufer, von denen einmal mehr der TV Redwitz das Gros stellte. "Es war wieder fantastisch", lobte Trainer Martin Paulusch, der mit einem Dutzend jungen Läufern zwischen zwölf und 16 Jahren angetreten war, Strecke, Ausblick im Ziel und Organisation. Umso verwunderlicher sei es, dass die Teilnehmerzahl mit 95 Startern so niedrig war wie nie zuvor: "Wenn schon ein Verein in der Gegend einen Lauf veranstaltet, sollte man das doch unterstützen", sagte Paulusch. Damit sprach der Redwitzer sowohl dem schnellsten als auch dem erfahrensten Teilnehmer aus dem Herzen: Valentin Schuhmann verwies auf den zeitgleich stattfindenden Nikolauslauf in Forchheim, der sicher den Weismainern einige Starter gekostet habe. Und während er darauf hoffte, dass die Weismainer Veranstaltung nicht das Schicksal des mittlerweile nicht mehr existierenden Giechburglaufs ereilt, adelte der 77-jährige Alfred Zach den "Gipfelsturm" als "einen der schönsten Läufe überhaupt in der Region".

Lob für Organisator


Dieses Lob dürfte Organisationsleiter Heinrich Grebner bei der Siegerehrung im Sportheim des SCW Obermain gefreut haben. Er verriet, angesichts der miserablen Wettervorhersage "überhaupt nicht enttäuscht" von der Resonanz zu sein. "Mir sind 95 Starter, denen es gefallen hat, lieber als 1000, die es schlecht fanden. Gemeinsam mit Stadtrat und Skivereins-Mitglied Hans Schott verteilte Grebner Sachpreise und Urkunden an die Besten. Wanderpokale gab es für "Korches-Bergmeister" Florian Düll und "Korches-Bergkönigin" Annika Knorr als schnellste einheimische Teilnehmer.
Abschließend machte Grebner deutlich, dass die Ausrichtung ein Gemeinschaftsprojekt war: 13 Helfer des Skiverein hatten am Freitag und Samstag präpariert, zudem trugen Bergwacht, freiwillige Feuerwehr und SCW Obermain sowie die Sponsoren zum Gelingen bei. Für das kommende Jahr ist ein "Berglauf-Cup" für die Veranstaltungen von drei Vereinen (Skiverein Weismain, TSV Bad Staffelstein, SV Bergdorf-Höhn) in Planung.