Seubelsdorf
Schach

SG Michelau/Seubelsdorf geht überraschend leer aus

Der Bezirksoberligist SG Michelau/ Seubelsdorf verliert zum Schach-Saisonauftakt beim SK Helmbrechts mit 2,5:5,5. Die zweite Mannschaft in der Bezirksliga feiert dagegen einen klaren Heimerfolg gegen den Coburger SV.
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Verkrampfte Stellung - verkrampfte Haltung: Markus Häggberg (rechts) gelang ein mühsamer und glanzloser Sieg für die SG Michelau/Seubelsdorf.  Foto: pr
Verkrampfte Stellung - verkrampfte Haltung: Markus Häggberg (rechts) gelang ein mühsamer und glanzloser Sieg für die SG Michelau/Seubelsdorf. Foto: pr
"Die müssen wir abnickeln", gab Mannschaftsführer Klaus Beier auf der Anfahrt zum Eröffnungskampf in der Schach-Bezirksoberliga aus. Immerhin waren seine Mannen des SK Michelau an fünf von acht Brettern nominell stärker. Wer oder was dann an diesem Sonntag abgenickelt wurde, waren aber seine Mannen. Der Saisonauftakt ging für die SG Michelau/Seubelsdorf gewaltig in die Hose. Mit 2,5:5,5 ging die Begegnung mit dem SK Helmbrechts verloren. In Runde 2 steht den SGlern der favorisierte SK Weidhausen ins Haus.

Bezirksoberliga


SG Michelau/Seubelsdorf - SK Helmbrechts 2,5:5,5

Ausgerechnet Klaus Beier. Der sonst so solide Spitzenspieler hatte gegen Volkmar Zickler das Nachsehen. Aus der Eröffnung heraus gelang ihm nicht viel, am Ende erlag er in einer Kurzpartie einem unter Opfer angebrachten Königsangriff.

Alle Blicke richteten sich zu diesem frühen Zeitpunkt auf Gert Grüners Brett. Dort stand dieser zwar vorteilhaft, aber es sollte noch lange dauern, bis er aus einer Nebenvariante in einer Eröffnung den Sieg einfuhr.
Derweil remisierte Edgar Schaller überraschend gegen Thomas Richter, war dieser doch erheblich schwächer eingestuft. Aber reduziertes Material und ein supersolider Aufbau des Helmbrechtsers machten jegliche Gewinnbestrebungen zunichte. Und es kam noch schlimmer: Denn unerwartet ging auch Andreas Schüpferling in seiner Stellung ein. Wie er gegen Stefan Heß verlor, konnte durch unleserliche Partie-Notation nicht mehr ermittelt werden. Deutlicher hingegen wurde nun aber auch die Niederlage eines weiteren Schüpferlings: Patrick. Schon in der Eröffnung unterlief ihm ein grober Fehler, der ihn mit nur einem Turm gegen zwei Leichtfiguren in Nachteil brachte. Hernach wusste Michael Behnke die Stellung fehlerfrei zum Gewinn abzuwickeln.
Zwar konnte nun aber dafür Grüner gegen Udo Tympel ein famoses Opferspiel mit durchschlagendem Königsangriff anbringen, aber dafür geriet Alfons Schüpferlings Stellung in eine Krise. Geradezu malerisch standen seine beiden Türme auf der eigenen siebten Reihe, was ein durch und durch unharmonischer Aufbau war. Es galt, Löcher zu stopfen und Drohungen abzuwehren. Tatsächlich vermochte Schüpferling noch einen Königsangriff zu starten, der aber, aus Mangel an Nachschub, schnell zum Erliegen kam. Nach Gegenangriff durch Damen- und Turmeinfall war es Erich Cziep, der gewann.
Der Michelauer Markus Häggberg konnte sich über seinen Sieg nicht freuen, zeichnete sich doch die Mannschaftsniederlage ab. Er profitierte von einem Rechenfehler seines Gegners und hatte alle Hände voll zu tun, sein Materialplus zur Geltung zu bringen.
Blieb noch Bernd Stammberger, der mit Mehrbauern, ungleichfarbigen Läufern und aktiver Stellung gegen Peter Zimpel dadurch verlor, dass er seinen Läufer vom Geschehen ausschließen ließ und bei einem Angriff auf seinen Königsflügel die Übersicht verlor. MH

Bezirksliga West


SG Michelau/Seubelsdorf II - Coburger SV 6,5:1,5

In den vergangenen Spielzeiten startete die zweite Mannschaft der Spielgemeinschaft Michelau/Seubelsdorf eher durchwachsen, um sich dann mühsam aus dem Abstiegsstrudel herauszuwinden. Angesichts dessen hatte der junge, charismatische Mannschaftsführer Kilian Mager die Parole ausgegeben, diesmal in der ersten Runde einen Sieg anzustreben. Gegen die Gäste, den gerade abgestiegenen Coburger Traditionsverein, stellte dies eine schwierige, aber nicht unlösbare Aufgabe dar, wie es sich bald abzeichnete.
An Brett 5 feierte Neuzugang Adam Ivanovic einen glänzenden Einstieg: Er besetzte das Zentrum mit scheinbar freischwebenden Figuren, die optimal zusammenspielten, den Gegner immer mehr einschnürten und dessen König schließlich erstickten.
Christian Gebhardt ergriff frühzeitig die Initiative am Damenflügel und bewahrte sie trotz vereinfachter Stellung dank siegbringendem Materialvorteil bis ins Endspiel hinein. Hans-Jürgen Drechsel konnte einen frühzeitigen Qualitätsverlust an durch energisches Spiel wieder wettmachen. Während Drechsel ein Remis erzielte, ertönte an Brett 8 ein ungläubiger Aufschrei: Der Gegner von Hartmut Schmitt vermochte es nicht zu fassen, in etwa ausgeglichener Stellung die Zeit überschritten und damit verloren zu haben.
Von Ausgleich konnte an Brett 2 keine Rede sein: Marko Hofmann öffnete konsequent Linien und Diagonalen auf dem Königsflügel und erzwang einmal mehr durch pfiffiges Figurenspiel das Matt.
Wie angesteckt von dieser Dynamik, opferte Prof. Dr. Uwe Voigt ungewohnt romantisch zwischenzeitlich einen Bauern, einen Springer und einen Turm, um ebenfalls im Mattangriff zu siegen.
Kilian Mager sah sich an mit einem zurückhaltenden weißen Aufbau konfrontiert und hielt problemlos ein Unentschieden. Nach scharfen Verwicklungen ergab sich zuletzt für Spitzenspieler Matthias Bergmann eine Situation, in der seine zentralisierten Figuren einen leichten materiellen Nachteil kompensierten. Mit der Punkteteilung kam es zum Endstand von 6,5:1,5 - ein denkbar gelungener Saisonauftakt. uv

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