Lichtenfels
Ultralauf

Lichtenfelser trotzen dem Wetter in den Alpen

Volker Fritsche und Volker Zeulner laufen bei Regen, Sturm und Kälte über die Alpen. Die Distanzen betrugen 160 bzw. 102 km.
Artikel drucken Artikel einbetten
Volker Fritsche von der TS Lichtenfels suchte oft bei Nebel oder Dunkelheit nach der Strecke, die ihn nach 160 Kilometern und 9500 Höhenmetern von Seefeld nach Brixen führte.  Foto: pr
Volker Fritsche von der TS Lichtenfels suchte oft bei Nebel oder Dunkelheit nach der Strecke, die ihn nach 160 Kilometern und 9500 Höhenmetern von Seefeld nach Brixen führte. Foto: pr
+2 Bilder
Die beiden Lichtenfelser Volker Fritsche (TS Lichtenfels) und Volker Zeulner (TDM Bamberg), machten sich zwei Ultraläufer auf, die Alpen zu Fuß und nonstop zu überqueren. Fritsche lief von Seefeld nach Brixen 160 Kilometer mit circa 9500 Höhenmeter, Zeulner hingegen 102 Kilometer mit circa 6400 Höhenmeter von Steinach am Brenner nach Brixen.
24 Stunden Dauerregen schon vor dem Start in Seefeld ließen ahnen: Dieser Ultralauf würde kein leichter werden! So regnete es auch nach dem Start von Fritsche um 22 Uhr die gesamte Nacht durch. Dementsprechend waren auch die Wege und Trails unter Wasser oder Morast. Erst im Morgengrauen besserte sich das Wetter etwas, wobei es kalt und in höheren Lagen stürmisch blieb.
Nach 10:20 Stunden erreichte Fritsche Steinach am Brenner und verpasste damit seinen Lauffreund Volker Zeulner um 20 Minuten zu dessen Start um acht Uhr.


Plausch mit Peter Schlickenrieder

Stattdessen tat sich Volker Fritsche mit Peter Schlickenrieder, dem Silbermedaillengewinner von 2002 im Skilanglauf und bekannten TV-Experten, zusammen. Dies machte die nächsten 40 Kilometer sehr kurzweilig. Gesprächsstoff mit Schwerpunkt Ausdauersport gab es zur Genüge. Erst bei Kilometer 100 trennten sich die Wege, da Frische vor Einbruch der nächsten Nacht noch möglichst viele Kilometer hinter sich bringen wollte.
Leider reichte es für ihn trotzdem nicht den schwierigsten Abschnitt des Trails, ein Hochtal komplett bewachsen mit Alpenrosen, bei Tageslicht zu passieren. So ging viel Zeit und Energie auf der Suche nach dem richtigen Weg verloren, bis der Einstieg in die Felspassage hinauf auf das Gospeneider Joch gefunden war. Hier, auf 2300 Meter, empfing ein heftiger Sturm die erschöpften Läufer und ließ die vier Grad Celsius noch um einiges kälter erscheinen.
Drei Kilometer weiter, auf dem Penser Joch (2211 Meter), erreichten die Teilnehmer dann die lang herbeigesehnte Verpflegungsstation. Nach 121 Kilometer und 7315 Höhenmetern, völlig erschöpft und durchgefroren, gönnte sich Fritsche hier die einzige längere Pause und eine Stunde Schlaf auf einer blanken Euro-Palette. "Als ich gegen 1.30 Uhr das Rennen fortsetzte, hatte der Sturm noch zugenommen und auf den schmalen, zum Teil ausgesetzten Pfaden war es wirklich nicht leicht, die Richtung zu halten", berichtete Fritsche später.
So dauerte es auch fast drei Stunden, bis die Marburger Hütte (2480 Höhenmeter) in nur sechs Kilometer Entfernung pünktlich zum Sonnenaufgang erreicht wurde.


Zeulner mit starkem Rennen

Volker Zeulner, mit wesentlich frischeren Beinen und damit auch flotter unterwegs, konnte einen guten Teil dieser Passage bei Tageslicht bewältigen. "Volker Zeulner ist hier ein wirklich starkes Rennen über 100 Kilometer gelaufen. Er hat diesen Abschnitt der Alpenquerung circa sechs Stunden schneller als ich zurücklegen können", lobte Fritsche nach dem Rennen seinen Mitstreiter.
Die letzten 30 Kilometer mit dem Ziel vor Augen waren dann trotz vieler Gegenanstiege, 1200 Höhemeter kamen noch zusammen, bei schönstem Sonnenschein ein versöhnlicher Ausgang. Und die Schrecken der vergangenen Nacht waren schnell vergessen.
So erreichte Fritsche nach 41:16 Stunden das Ziel in Brixen auf Platz 32 im Gesamteinlauf. Von den über 220 gestarteten Teilnehmern gelang dies nur weiteren 58 Männern und zwei Frauen. Volker Zeulner belegte nach 25:05 Std. den 24. Rang.
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren