Altenkunstadt

Kampf gegen die brutale Hitze

Bernd Hagen und Julia Bohn waren beim Baur-Triathlon die Schnellsten. Vor allem die gehandicapten Sportler erhielten von den zahlreichen Zuschauern viel Applaus.
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Freiwillige halfen den Schwimmerinnen aus dem Wasser.
Freiwillige halfen den Schwimmerinnen aus dem Wasser.
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Während sich das Pfingstwetter anschickte sämtliche Rekorde der Vorjahre zu brechen, gingen am Sonntag die hartgesottensten Triathleten der Region und weit darüber hinaus beim Baur-Triathlon an den Start. Die Hitzeschlacht war nichts für Untrainierte, denn selbst die Zuschauer gerieten gehörig ins Schwitzen. Die Ergebnisse des Wettbewerbs für die behinderten Teilnehmer wurden für die bayerischen Paratriathlon Meisterschaften gewertet.
Ausgeschrieben war der Wettbewerb für die nicht behinderten Athleten im Rahmen der Olympischen Disziplin. Die 1500 Meter Schwimmen im Main waren dabei noch der angenehmste Wettkampfpart, auch wenn das Wasser unter den Kraulschlägen zu Kochen schien.
Einfach "brutal" waren angesichts der Hitze von über 30 Grad im Schatten die 40 Kilometer auf der anspruchsvollen Radstrecke über Baiersdorf, Prügel nach Altenkunstadt. Gleich viermal war der zehn Kilometer lange Rundkurs mit Start und Ziel in Altenkunstadt zu durchfahren, wobei vor allem der knackige Anstieg von Altenkunstadt nach Baiersdorf den Athleten die letzten Kraftreserven raubte, ehe sie sich nach einem weiteren Bergauf-Bergab in den Altenkunstadter Kreisel stürzen konnten.

Ein spannender Schlusskilometer

Als krönender Abschluss stand dann die zehn Kilometer lange Laufstrecke nach Weismain an. Wer angesichts des Bratwurst-Duftes am Ziel meinte, die Tortur sei nun endgültig überstanden, der wurde noch auf die drei Kilometer lange Schleife nach Erlach geschickt. Hier auf dem letzten Kilometer fiel die endgültige Entscheidung über Sieg und Niederlage. Da wurde manch sicher geglaubter Triumph von den Konkurrenten, die noch "einige Körner" übrig hatten, zunichte gemacht.
Viele Gedanken hatte man sich um Vorfeld auch hinsichtlich der Gesundheit der Teilnehmer gemacht. Nicht nur, dass das Rote Kreuz mit seinen Einsatzfahrzeugen überall präsent war, hatte man zusätzliche Wasserstationen eingerichtet. Darüber hinaus standen Wannen für die Schwämme bereit und Sprinkleranlagen, die die Teilnehmer durchfahren oder durchlaufen konnten. Auf Grund der Hitze muss man allen Teilnehmern und insbesondere den Finishern größten Respekt zollen, auch wenn einige am Ende mehr gehend als laufend das Ziel erreichten.
Zu welch schier übermenschlichen Leitungen Triathleten allerdings in der Lage sind das bewiesen einmal mehr die sechs Paratriathleten. Auch wenn für diese das Schwimmen auf 500 Meter, die Radstrecke auf 20 Kilometer und die Laufstrecke auf sieben Kilometer reduziert war, beeindruckten die sehbehinderten, arm- oder beinamputierten Athleten durch ihr Stehvermögen und ihren unbändigen Willen.
Einige der Cracks aus den Vorjahren waren 2014 nicht am Start. Umso mehr freute sich Helmut Dorsch als der hauptverantwortliche Wettkampfleiter über die 25 gemeldeten Staffeln, bei denen die Athleten die Disziplinen unter einander aufteilen.
Vergeblich suchte man allerdings auf der Meldeliste den Vorjahressieger bei den Herren Andreas Dreitz aus Michelau. Der hat sich inzwischen auf die Mitteldistanz verlegt, wo er einen sehr erfolgreichen Einstand feiern konnte. Mit von der Partie war jedoch in der TM50 sein Vater Andreas Dreitz Senior, dessen erklärtes Ziel es war zu finishen, auch wenn er dabei angesichts der Hitzeschlacht sein selbst gestecktes Ziel von drei Stunden um einiges verfehlte.
Dafür drückten andere Athleten dem Baur-Triathlon ihren Stempel auf. Bis kurz vor Weismain sah Maximilian Dietz von Triathlon Potsdam als der sichere Sieger bei den Herren aus. Am Ende musste er sich mit Rang 4 begnügen, nachdem er auf den letzten Kilometern noch den bärenstarken Philipp Stadter vom ASC Kronach-Frankenwald (2:07:44) und Theodor Popp (TSV Gera-Zwötzen in 2:08:17) in seiner Altersklasse ziehen lassen musste. Strahlender Gesamtsieger bei den Herren wurde in der beachtlichen Zeit von 2:06:28 Stunden Bernd Hagen in der TM40 aus Roth in Mittelfranken.

Im dritten Anlauf hat's geklappt

Über ihren Sieg bei den Damen konnte sich Julia Bohn aus Offenbach so richtig freuen. Endlich hatte es bei ihrem dritten Start in Altenkunstadt/Weismain mit dem Gesamtsieg geklappt, nachdem sie 2013 als Dritte und 2012 als Zweite durchs Ziel gegangen war. "Es war ein Kochtopf! Diesmal war zwar die Konkurrenz nicht so stark, aber es war trotzdem ein Superwettkampf. Aber es war echt krass. Ich hatte immer nur den Wunsch, mich hinzulegen. Schon auf der ersten Radrunde. Das war, also ob man gegen eine Wand fährt. Es war so heiß! Ich hoffe nur dass alle gesund ins Ziel kommen", schilderte die Siegerin ihre Eindrücke.
Bei den Paratriathleten, die von den Zuschauern frenetisch angefeuert wurden, siegte jeder in seiner Altersklasse. Schnellster war hier Simon Gänger (TM35) vom Physio Extrem in 1:17:15. Bei den Damen beeindruckte die Unterarmamputierte Andrea Thamm (TW50) aus Berlin in 1:38:09.
Als schnellste Staffel ging das Team Icehouse 1 mit Neubauer, Hacke, Höme eine Minute vor dem Einzelsieger der Herren durchs Ziel (2:05:29).

Die Ergebnisse

HERREN
1.Bernd Hagen (Team Arndt) 2:06:28 Std.,
2. Philipp Stadter (ASC Kronach-Frankenwald)2:07:44, 3. Theodor Popp (TSV 1880 Gera-Zwötzen) 2:08:17, 4. Maximilian Dietz (Triathlon Potsdam) 2:09:49, 5. Robert Müller (TSV Altenfurt) 2:10:40, 6. Rainer Habermann (Post SV Nürnberg) 2:11:19, 7. Silvester Kohlmann (ASC Kronach-Frankenwald) 2:11:35, 8. Claudius Kessler (TC Fiko Rostock) 2:14:09, 9. Lukas Flinzberger (TRI-Sport Wurzen) 2:15:23, 10. Lucas Schmidt (TV 48 Erlangen) 2:16:20,
19. Andreas Wolf (ASC Kronach-Frankenwald) 2:24:28, 23. Stephan Westhäuser (ASC Marktrodach) 2:28:07,
28. Jens Neumann (Coburger Turnerschaft)2:30:32,
32. Oliver Dück (Skiverein Weismain)2:32:00, 37. Harald Fiedler (Baur Versand) 2:34:55, 39. Hans-Eberhart Wolff (TS Lichtenfels)2:36:19, 41. Markus Weihermüller (ASV Triathlon Kulmbach) 2:37:53, 49. Jochen Franz (RVC Altenkunstadt) 2:40:44, 52. Dieter Wolf (TV Burgkunstadt)2:42:03, 58. Thomas Reitstetter (Baur Versand) 2:44:12, 71. Stefan Rühr (RVC Altenkunstadt) 2:51:56, 78. Dieter Ender Dieter (Baur Versand) 2:55:40, 85. Winfried Adolf (ASC-Burgberg Lichtenfels) 3:01:28, 91. Heinrich Hofmann (RVC Trieb) 3:09:39, 95. Hans Lanz (TS Lichtenfels) 3:12:29, 99. Andreas Dreitz (TS Lichtenfels) 03:26:49

DAMEN
1. Julia Bohn 2:26:09, 2. Anna-Lena Klee (TSV Mellrichstadt) 2:27:56, 3. Antje Weinreich (Kempten) 2:41:43, 4. Daniela Mültner (TSV Mellrichstadt) 2:42:42, 5. Renate Kohlmann (ASC Kronach-Frankenwald) 2:43:01, 6. Anna Roth (TSV Georgensgmünd) 2:44:42, 7. Nicole Merkt 2:47:49, 8. Ellen Enders (TSV Mellrichstadt) 2:48:31, 9. Theresa Schröter (RSC Marktredwitz) 2:48:49, 10. Margit Elfers (TV48 Erlangen) 2:49:59,
11. Alexandra Eideloth (ASC Kronach-Frankenwald) 2:50:09, 12. Tanja Neubauer (TV 1848 Coburg) 2:54:20, 13. Miriam Winsweiler (TV 1848 Coburg) 2:55:53, 16. Claudia Friedrich (Skiverein Weismain) 3:01:03, 24. Romina Prüher (TSV 1860 Staffelstein) 3:16:34, 25. Manuela Prüher (TSV 1860 Staffelstein) 3:16:35

HANDICAP
1. Simon Gänger ( Physio Extrem) 1:17:15, 2. Lars Konek (Team Erdinger Alkoholfrei) 1:31:38, 3. Andrea Thamm ( Berlin) 1:38:09, 4. Jeffrey Norris (Laufbox-Atem-Triteam) 1:56:08, 5. Markus Steckmeier (DLRG Ludwigshafen) 2:07:03

STAFFELN
1. Team Icehouse (Neubauer / Hacke / Höme) 2:05:29, 2. Team Icehouse II (Walter/ Rödel/Herrling) 2:07:33, 3. T.N.F. (Gieck/ Paul/Beck) 2:09:25, 4. Michael Kalb 2:10:59, 5. TSV Altenfurt 2:13:07, 6. Team Radsport Duschl (Karl/Schunk/Götz) 2:17:24, 7. Marco Sesselmann, Veit Sauer 2:20:14, 8. Alfaheinel-team I (Wolfgang/ Paule/Marco) 2:23:03, 9. Speed/Power/Beauty (Schubarth/Beland/Erl) 2:23:18, 10. Schmelzer Team 2:26:11, 11. Alfaheinel-team III (Jan / Thomas / Sonja) 2:31:22, 13. Team Icehouse III (Mese / Oldenburg / Hahn) 2:37:57, 14. Optik Schneider (Stefan / Robert / Stefan) 2:38:56, 15. BAUR-AKTIV (Chris / Jutta / Jürgen) 2:40:03, 17. Alfaheinel-team IV (Gerhard / Klaus / Harald) 2:46:22, 19. Alfaheinel-team II (Nico / Harald / Evi) 2:58:04, 21. Kunstadt Fatburners (Hofmann / Wurster / Pfarrdrescher)3:04:02, 22. SV Knellendorf (Baumann / Baumann / Böhnlein) 3:04:34





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