Schwabthal
Frauenfussball

Frauen machen dem Schwabthaler SV Freude

In Schwabthal gibt das vermeintlich "schwache" Geschlecht den Ton an. Die Frauen spielen Landesliga, die Männer nach ihrem Abstieg nur in der Kreisklasse.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein Garant für den Erfolg bei den Schwabthaler Frauen war Jessica Keil, die auf zwölf Treffer in der vergangenen Landesligasaison kam. Hier umkurvt sie die Nürnberger Torhüterin Saskia Seidel beim 5:2-Heimsieg des SSV im Oktober vergangenen Jahres.  Foto: Hartmut Klamm
Ein Garant für den Erfolg bei den Schwabthaler Frauen war Jessica Keil, die auf zwölf Treffer in der vergangenen Landesligasaison kam. Hier umkurvt sie die Nürnberger Torhüterin Saskia Seidel beim 5:2-Heimsieg des SSV im Oktober vergangenen Jahres. Foto: Hartmut Klamm
Aller guten Dinge sind drei - so auch bei den Fußballerinnen des Schwabthaler SV. Nach den Spielzeiten 2011/12 und 2014/15 mussten die SSV-Frauen jeweils nach nur einem Jahr aus der Landesliga Nord direkt wieder in die Bezirksoberliga absteigen. In der vergangenen Runde hat es dann mit dem Verbleib in der Landesliga geklappt - und wie. "Souverän sind wir dringeblieben", freut sich Schwabthals Abteilungsleiter Ägidius Dillinger. Als Aufsteiger belegte der SSV mit 32 Punkten bei 45:34 Toren den vierten Platz im Klassement. Acht Siege, acht Unentschieden und sechs Niederlagen standen am Ende zu Buche.
Die Frauen im Verein haben ihm in der vergangenen Saison jedenfalls mehr Freude bereitet als die Männer, so Dillinger. Denn neben dem Klassenerhalt in der Landesliga hat die Frauen-"Zweite" den Aufstieg von der Kreisliga Nord in die Bezirksliga geschafft, während die Männer nach einer "enttäuschenden Saison" aus der Kreisliga in die Kreisklasse abgestiegen sind.
Deshalb ist der SSV-Macher aus "sehr stolz auf unsere Fußballerinnen". Mit dem Aufstieg der Reserve in die Bezirksliga sei der Sprung in die Landesliga-Elf für hoffnungsvolle Talente nicht mehr so groß, sagt Dillinger. Den Kader aus erster und zweiter Mannschaft habe man zur neuen Saison mit zwei Spielerinnen aus der Region verstärkt. Romina Mathes kommt von der SG Lichtenfels/Staffelstein und von der SG Roth-Main die Torjägerin Sophie Schmidt.


Trainerin Vogt Erfolgsgarant

Trainerin Theresia Vogt ist laut Dillinger hauptverantwortlich für den Erfolg. "Sie habe die Spielerinnen, die zum Teil von auswärts zu Training und Spiel anfahren zu einer homogenen Truppe zusammengeschweißt. "Der Zusammenhalt ist wirklich super", lobt Dillinger die 37-jährige Trainerin, die aus dem unterfränkischen Oberschwappach kommt und beim SSV hervorragende Arbeit leistet.
Den Grundstein für den Ligaverbleib legten die SSV-Frauen mit dem starken Saisonstart. Nach dem siebten Spieltag stand Schwabthal sogar auf Platz 1, ehe fünf Spiele folgten, aus denen nur drei Punkte aufs Konto gebucht werden konnten. "In dieser Phase fielen ein paar Spielerinnen aus und wir verloren ein paar Partien knapp", kennt der Abteilungsleiter die Gründe. Doch dann fing sich das Team um die Top-Torschützinnen Lisa Kestler (18 Treffer) und Jessica Keil (12 Tore) wieder.
In der kommenden Saison peilt der SSV wieder einen Mittelfeldplatz in der Landesliga an, zumal bis auf Julia Rauh (Karriereende) die Mannschaft zusammenbleibt. "Schade, dass Reitsch abgestiegen ist", bedauert Dillinger das fehlende Derby, dafür sei Frensdorf, das den Bayernligaaufstieg in der Relegation nicht geschafft hat, in der Liga geblieben und Stegaurach als Neuling dazugekommen.


Männer machen sorgen

"Enttäuschend", fällt das Fazit dagegen bei den Männern aus. Doch kann Dillinger der Mannschaft nach dem Abstieg aus der Kreisliga Coburg/Lichtenfels in die Kreisklasse keinen Vorwurf machen. Nach einem ordentlichen Start schlug das Verletzungspech unerbittlich zu. "Fünf, sechs Stammspieler fielen aus. Das konnte unser kleiner Kader beziehungsweise die Spieler aus der zweiten Mannschaft nicht kompensieren", sagt der Abteilungsleiter. Nach dem fünften Spieltag folgten bis zur Winterpause neun Niederlagen und drei Unentschieden. Mit neuem Elan startete die Mannschaft ins Jahr, viele Verletzungen waren auskuriert. So gelang der Derbysieg über den TSV Staffelstein, aber es folgte die nächste schwere Verletzung (Kreuzbandriss). Im zweiten Spiel brach sich der Libero den Knöchel. Es gelang zwar noch der Sieg über Heilgersdorf, ehe fünf Niederlagen in Serie folgten, darunter das 1:2 gegen Bad Rodach. "Da führten wir in der 85. Minute noch mit 1:0", erinnert sich Dillinger. Das war der Knackpunkt, auch wenn in den letzten fünf Spielen noch drei Siege und zwei Unentschieden heraussprangen, war der Abstand zum rettenden Ufer zu groß. So geht's für die Männer in der Kreisklasse 2 Lichtenfels weiter. Drei Abgänge und drei Zugänge stünden schon fest, sagt Dillinger, ohne Namen zu nennen.
So spielen die Frauen in Schwabthal sportlich weiter die erste Geige. Bei den Zuschauerzahlen lagen sie bereits gleichauf. Mit Leistungen wie in der vergangen Spielzeit werden sie wohl auch bei den Besuchern bald vor ihren Männern liegen.


Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren