Altenkunstadt
Radsport

Bitteres Rennende für Janorschke

Der Altenkunstadter Profi führt bei der ersten Etappe der Sarthe-Rundfahrt mit einem Konkurrenten mit über 15 Minuten Vorsprung, bricht aber am Ende ein.
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Grischa Janorschke ging mit dem Bergtrikot der Sarthe-Rundfahrt auf die zweite Etappe, nachdem er am Vortag mit Marc Fournier fast 150 Kilometer vor dem Feld gefahren war. Foto: Elisa Haumesser
Grischa Janorschke ging mit dem Bergtrikot der Sarthe-Rundfahrt auf die zweite Etappe, nachdem er am Vortag mit Marc Fournier fast 150 Kilometer vor dem Feld gefahren war. Foto: Elisa Haumesser
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Freud und Leid liegen - im Leben wie im Sport - dicht beieinander. Dies musste zum Auftakt der Sarthe-Rundfahrt (Kategorie 2.1) der Altenkunstadter Radprofi Grischa Janorschke erleben.
Viele Chancen bei einem großen UCI-Rennen einen Coup zu landen, hat man in einer Saison nicht. "Ich weiß, dass ich mit meinen Voraussetzungen nur an ein paar Tagen im Jahr auf hohem Niveau konkurrenzfähig bin", hatte der 28-Jährige vom Schweizer Zweitdivisionär Team Roth unserer Zeitung im Febraur noch gesagt. Am Dienstag war die kleine Chance gekommen. Am Ende reichte es aber nicht. "Leider hatte ich für den Sieg nicht die Beine. So ist das eben im Radsport. Ein anderes Mal hat man die Beine, aber nicht die Chance auf den Sieg. Schon ärgerlich", sagte Janorschke beim Internet-Portal radsport-news.com.


Früh auf der Flucht

Der sprintstarke Oberfranke hatte sich früh, bei Kilometer 2 der 183 km langen Etappe, davongemacht. Kurz darauf bekam er mit dem 21-jährigen Franzosen Marc Fournier (FDJ) Gesellschaft. Das Duo hatte zwischenzeitlich laut Meldungen einen Vorsprung von 20 Minuten aufs Feld. "Ich bin nicht sicher, ob es tatsächlich 20 Minuten waren. Bevor das auf der Tafel stand, waren es nämlich um 15 Minuten und der nächste Vorsprung, der uns nach den 20 Minuten angezeigt wurde, war 14 Minuten", schränkte Janorschke ein. "So oder so habe ich aber noch nie so viel Vorsprung gehabt."


40 km/h über drei Stunden

Trotz des deutlichen Abstands gab sich der Altenkunstadter aber keine echte Siegchance: "Es war natürlich ein großer Kraftakt, überhaupt so einen Vorsprung herauszufahren." In den ersten drei Rennstunden traten die Ausreißer auf der welligen Etappe mit insgesamt 2500 Höhenmetern einen Schnitt von 40 km/h. "Als wir dann auf den Zielrunden waren, habe ich schon mal kurz gedacht, dass wir es sogar ins Ziel schaffen könnten - da gingen dann bei mir leider aber schon allmählich die Lichter aus", gestand der 28-Jährige.


Fournier nutzt Janorschkes Schwäche

So kam es, dass Fournier kurz darauf seinen deutschen Begleiter, der sich nach den "Drei Tagen von Westflandern" eine hartnäckige Virus-Erkrankung eingefangen hatte, die ihn zwei Wochen komplett vom Radtraining abhielt, an einer Steigung abschüttelte. "Vor diesem Rennen habe ich erst wieder eineinhalb Wochen trainiert. Die aktuelle Verfassung hat leider nur für 140 Kilometer im Wind gereicht. Das hat mein Begleiter gemerkt und dann nach einer längeren Führung von mir einfach am Berg ordentlich draufgedrückt", berichtete Janorschke von der entscheidenden Situation. "Ich habe eine große Chance verpasst", äußerte er sich nach dem Rennen enttäuscht.
Das Peloton drückte hinten erst spät auf die Tube - zu spät, um Fournier noch einzuholen. Der Franzose rettete 2:15 Min. Vorsprung ins Ziel und feierte seinen ersten Profisieg. Janorschke wurde noch vom Feld geschluckt und durchgereicht. Am Ende erreichte er mit über zehn Minuten Rückstand auf den Sieger das Ziel. Als bester Deutscher fuhr Fabian Wegmann (Stölting) auf Rang 15 über den Zielstrich.


Kleiner Trost

Janorschke durfte zumindest als aktivster Fahrer des Tages zur Siegerehrung und trug auf der zweiten Etappe am Mittwoch über 85 km mit anschließendem Zeitfahren (6,8 km) von Saint Mars la Jaille nach Angers stellvertretend das Bergtrikot.


Dylan am Mittwoch guter Neunter

Auf der Kurzetappe landete Janorschkes Teamkollege Dylan Page im Massensprint auf dem neunten Rang. Der Altenkunstadter wurde 57. Das Zeitfahren gewann der Russe Anton Vorobjewar (Katusha). Die Gesamtführung verteidigte Fournier als Fünfter des Zeitfahrens.
Am Donnerstag geht's über 190 km von Angers nach Pre en Pail. Die Rundfahrt endet am Freitag in Arnage.


Vorbereitung auf Türkei-Rundfahrt

Die Rundfahrt, die noch bis zum Freitag andauert, dürfte für Janorschke eine gute Vorbereitung auf die Türkei-Rundfahrt (2.HC) vom 23. bis 30. April sowie den deutschen Eintagesklassiker am 1. Mai in Frankfurt sein. Eine Einladung zu Paris - Roubaix am Sonntag hat sein Team nicht erhalten. us

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