Bad Staffelstein
Marathon

2100 genießen die Landschaft am Obermain

Mit einer Rekordteilnehmerzahl wartete der 15. Obermain-Marathon auf. Auch Schirmherr Landrat Christian Meißner schnürte die Schuhe.
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Auch die heimischen Marathonis präsentierten sich ausgesprochen fit, wie etwa Peter Pitschmann (Feuerwehr Prächting, links), der hier in Kürze Kloster Banz passiert. Fotos: Mario Deller
Auch die heimischen Marathonis präsentierten sich ausgesprochen fit, wie etwa Peter Pitschmann (Feuerwehr Prächting, links), der hier in Kürze Kloster Banz passiert. Fotos: Mario Deller
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Alles und jeder sagten am sonnigen Sonntagvormittag ja: die Sonne, die für das Gelingen unverzichtbaren zahlreichen Helfer und vor allem die Laufsportbegeisterten, die in Rekordzahl an den Obermain kamen. 2100 Läufer und Nordic-Walker bedeuteten einen Teilnehmerrekord bei der 15. Auflage des Obermain-Marathons. Ob 12,5-Kilometer, Halbmarathon, Nordic-Walker und natürlich die "eisenbereiften" Marathonläufer - je nach Gusto stellten sich Jung und Alt den sportlichen Herausforderungen mit unterschiedlichen Zielen: einfach nur ankommen, die persönliche Bestzeit unterbieten oder mit gesundem Selbstbewusstsein und Laufsporterfahrung sogar einen Podestplatz anvisieren.

Vorjahressieger wird Fünfter

Dass Felix Mayerhöfer (Moll-Batterien) als Vorjahressieger und insgesamt dreifacher Gewinner auf der Marathondistanz auch heuer zu den Topfavoriten zählte, war jedem im Vorfeld klar. Doch der Oberpfälzer hatte, wie er anschließend fair und ehrlich einräumte, "nicht seinen besten Tag", er wurde Fünfter.

Als Champion durfte sich Goytom Maru feiern lassen. Der aus Eritrea stammende und heute in Kulmbach lebende 27-Jährige überschritt nach 2:43:34 Stunden als erster die Ziellinie. "Sehr schöne Stimmung hier in Bad Staffelstein, ich fühle mich sehr wohl", lobte er die einmal mehr tolle Atmosphäre am Obermain.

Sieg bei der Obermain-Premiere

Er war natürlich überglücklich, denn sein Sieg bei seiner Premiere in Bad Staffelstein war alles andere als locker errungen. Der am Ende als Zweiter einlaufende Marius Mayer (Concordia Schwanfeld, 2:45:24) lieferte sich lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Maru, auf den letzten Kilometern hatte der gebürtige Südostafrikaner aber offenbar noch ein paar Körner mehr. Aller Ehren wert war auch der achte Rang des heimischen "Laufurgesteins" Bernhard Hümmer vom TSV Staffelstein.

Im rund 380 Läufer großen Teilnehmerfeld auf der Marathonstrecke mit anspruchsvollen Anstiegen nach Vierzehnheiligen und Kloster Banz sowie hinauf zum Staffelbergplateau gab es auch Frauen-Power zu beobachten. 25 Läuferinnen bewältigen die 42,195 Kilometer.

Riesiger Vorsprpung von Eva Müller

Auf den Punkt vorbereitet präsentierte sich dabei Eva Müller (Burkis Best), die in 3:24:15 Stunden dem Verfolgerfeld zeigte, wo der Barthel den Most holt. Knapp 16 Minuten dauerte es, bis Elke Beierlieb (LG Veitenstein) als zweite Frau im Ziel war. Siegerin Müller, die in Regensburg wohnt und ihren zwölften Marathon absolvierte, nannte einen der vielen Gründe, warum Läufer aus Berlin, Karlsruhe und Dresden nach Bad Staffelstein kommen: "Den Begriff Landschaftsmarathon hat der Lauf wahrlich verdient. Der Ausblick vom Staffelberg und viele weitere schöne Stellen, an denen man vorbeikommt - das sind Gänsehautmomente, die ich auch genossen habe."

1100 beim Halbmarathon

Größtes "Zugpferd" war auch in der 15. Auflage der Halbmarathon mit fast 1100 Teilnehmern. Zwei Athleten des TV 1848 Coburg machten das Rennen unter sich aus: Der gebürtige Äthiopier Addisu Tuli Wodajo, der bereits 2017 gewann, stand ganz oben auf dem Siegertreppchen. Gut eine halbe Minute mehr benötigte sein Teamkollege Jürgen Wittmann als Zweiter. Auch hier landete mit Christian Gründel ein für den ausrichtenden TSV Staffelstein startender Lokalmatador auf Rang 8. Gerade beim Halbmarathon zeigte sich im besonderen Maße, dass Laufsport die Generationen verbindet. Von "Lauffrischlingen" wie dem 16-jährigen Dominik Datscheg bis zum unermüdlichen, mittlerweile 77-jährigen Lichtenfelser Berthold Wolf. "An einem Tag wie heute schlägt jedes Läuferherz höher", strahlte Landrat Christian Meißner. Er hatte wieder die Schirmherrschaft übernommen und ging einmal mehr mit gutem Beispiel voran - absolvierte den Halbmarathon.

Sophia Franz gewinnt 12,5 km

In der Frauenkonkurrenz gewann nach 2014 und 2015 zum dritten Mal Sandra Haderlein vom SC Kemmern den Halbmarathon, den Silberrang belegte ihre Vereinskollegin Elvira Flurschütz, die vor zwei Jahren ja auch schon einmal siegreich war.

Mit rund 300 Teilnehmern ebenfalls wieder gut angenommen wurde der 2016 neu aufgenommene 12,5-Kilometer-Lauf. Hier behielt Christian Oppel (Wohltuer GmbH) die Oberhand, bei den Frauen wiederholte Sophia Franz vom TSV Staffelstein ihren Vorjahrestriumph.

Mit Ehrgeiz und Spaß gleichermaßen absolvierten außerdem ebenfalls rund 300 Männer und Frauen als Nordic-Walker die landschaftlich reizvolle, 16 Kilometer lange "Kloster-Banz-Route". Darunter war auch der mit 84 Lenzen älteste Teilnehmer der Veranstaltung, Harald Alwon aus Nürnberg.

Jeder gab sein Bestes, jeder, der ins Ziel kam, erhielt die Medaille samt anerkennendem Applaus der Zuschauer im städtischen Stadion.

Im Feuerwehr-Outfit

Und dann sind da auch noch immer wieder die besonderen Geschichten, die der Obermain-Marathon schreibt. Frank Stuhlmann von der Lichtenfelser Feuerwehr etwa absolvierte in seiner Feuerwehrmontur den 12,5-Kilometer-Lauf für die Aktion "Laufen gegen den Krebs".

Den Marathon bewältigte ein weiteres Mal der blinde Anton Luber aus Nürnberg. Emotion pur verkörperte auch das Bild, wie ein Familienvater auf den letzten Metern des Halbmarathon im Stadion seine beiden Kinder an die Hand nahm und mit ihnen gemeinsam die Ziellinie überschritt.

"Mühen haben sich gelohnt"

Da geht auch Karl-Heinz Drossel, dem Hauptorganisator des Obermain-Marathons, das Herz auf: "Die ganzen Mühen haben sich wieder gelohnt", zog er nach der 15. Auflage ein positives Fazit und lobte das gute Miteinander von vielen freiwilligen Helfern, sich einbringenden Organisationen, der Stadt und dem Landkreis, die gemeinsam für die gelungene Umsetzung erneut an einem Strang zogen.

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