Bad Staffelstein
Kurpark

Sonnensegel liegt vorerst auf Eis

Der Wunsch besteht weiterhin, für die Zuschauerplätze an der Seebühne einen gewissen Schutz zu bieten. Doch die Umsetzung wurde für heuer gestoppt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Kein Schutz vor Regen oder starker Sonneneinstrahlung besteht derzeit in den Zuschauerreihen im Bad Staffelsteiner Kurpark. In der Überlegung ist ein Überspannen der mittleren beiden Blöcke mit einem Sonnensegel. Popp
Kein Schutz vor Regen oder starker Sonneneinstrahlung besteht derzeit in den Zuschauerreihen im Bad Staffelsteiner Kurpark. In der Überlegung ist ein Überspannen der mittleren beiden Blöcke mit einem Sonnensegel. Popp
+1 Bild

Eine Schattenseite der guten wirtschaftlichen Lage zeigt sich denjenigen, die dringend einen Handwerker brauchen. Geduld ist nötig; für Preisverhandlungen besteht keine gute Basis. Besonders öffentliche Aufträge werden häufig deutlich teurer als zunächst angenommen. Stadt- oder Kreisbaumeister können ein Lied davon singen, wie schwierig es ist, anberaumte Zeit- und Kostenrahmen einzuhalten. Die Wirtschaft boomt, Nachwuchs und Fachkräfte fehlen. Die Betriebe wissen, dass sie höhere Preise ansetzen können, weil die Nachfrage so groß ist. Manche können gar nicht jeden Auftrag annehmen.

Der Zweckverband Thermalsolbad ist mit dieser Problematik vertraut, denn in der Obermain-Therme fallen Instandhaltungs- und Sanierungsarbeiten quasi laufend an. Um Besuchern gleichbleibend hohe Qualität bieten zu können, gibt es dabei kaum Spielraum. Anders beim Kurpark. Auch hier ist der Zweckverband Träger, und er hatte als solcher zum Jahresbeginn eine Investition ins Auge gefasst, die die Seebühne als Veranstaltungsort attraktiver machen sollte: ein Sonnensegel für die mittleren beiden der vier Blöcke. Keine Überdachung zwar, aber doch auch ein gewisser Schutz bei leichtem Regen, wie Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) im März erläuterte. Nicht zuletzt die Zuschauer der "Sommeroperette", die sich in ihrem 25. Jahr vom Coburger Land zum neuen Standort Bad Staffelstein aufmachte, sollten davon profitieren. Die Aufführungsreihe - erstmals als "Seefestspiele" an der neuen Spielstätte - ging inzwischen ohne diesen Zusatzkomfort über die Bühne. Mit sehr guten Kritiken für die Aufführungen und zufriedenen Meinungsäußerungen aus dem Publikum übrigens, selbst bei der von Regen beeinträchtigten Premiere. Die Idee des leichten Wetterschutzes wurde nicht verworfen, aber aufgeschoben. Der Grund war das Ergebnis der Ausschreibung, wie Hans-Josef Stich, Werkleiter der Obermain-Therme, erklärt.

Eine Kostenrechnung von 123 500 Euro war bei der Regierung von Oberfranken eingereicht worden. Hierfür erwartete man sich einen Zuschuss nach den Richtlinien zur Förderung touristischer Infrastruktureinrichtungen (RÖFE). Zuwendungen solcher Art waren bisher schon für den Zweckverband eine wichtige Unterstützung.

Nach Eingang der Angebote zeichnete sich jedoch ab, dass wohl rund 170 000 Euro nötig wären, um die erforderlichen Fundamente zu setzen und das Sonnensegel samt elektronischer Steuerung mit Windsensor zu installieren. Zwar hatte die Regierung einem vorzeitigen Maßnahmebeginn zugestimmt, doch wäre nun ja ein erheblich größerer Eigenanteil zu stemmen gewesen. Es sei angedacht, so Stich, in der November-Sitzung des Zweckverbandes noch einmal zu beraten und dann eventuell bei der Regierung einen Förderantrag zu stellen. Bis dahin bleibt das Sonnensegel für die Seebühne ein Wunsch.

Ein Antrag über eine Förderung des vierten Bauabschnittes an der Therme liegt der Regierung bereits vor und wird geprüft. Darin geht es unter anderem um Umkleiden, Kassenanlage, Technik und eine Schranke am Parkplatz. Der Fördersatz wird nach Vorgaben des Bayer. Wirtschaftsministerium für jeden Einzelfall berechnet.



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren