LKR Lichtenfels
Schwimmbadbau

Soll der Landkreis mitbezahlen?

Die Diskussion um den Bau eines Hallenbades im Kunstadter Raum dauert schon viele Jahre an. Jetzt geht sie in eine entscheidende Phase.
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Schwimmen zu lernen, das ist für alle Kinder wichtig. Wenn aber Kommunen sich ein eigenes Hallenbad nicht leisten können?Symbolfoto: otisthewolf/fotolia.com
Schwimmen zu lernen, das ist für alle Kinder wichtig. Wenn aber Kommunen sich ein eigenes Hallenbad nicht leisten können?Symbolfoto: otisthewolf/fotolia.com
Die Gemeinde Altenkunstadt hat einen Zuschussantrag an den Landkreis gestellt. Sie beruft sich dabei auf eine Aussage des ehemaligen Landrats Reinhard Leutner (CSU), der im Jahr 2009 gegenüber dem Bäderreferenten des Bayerischen Schwimmbadverbandes geäußert hatte, er könne sich eine finanzielle Beteiligung des Landkreises in Höhe von maximal einer halben Million Euro vorstellen. Dies freilich unter der Prämisse, dass das Thema in den zuständigen Gremien des Landkreises besprochen wird, wie Landrat Christian Meißner (CSU) am Montag rückblickend anmerkte. Jetzt also ist der Zeitpunkt für so eine Besprechung gekommen, doch die Entscheidung soll "nicht übers Knie gebrochen" werden: Meißner erteilt mit seinem Beschlussvorschlag, der einhellige Zustimmung fand, den Fraktion den Auftrag zur Beratung. Im April, wenn der Kreistag zur seiner ersten Sitzung im neuen Jahr zusammenkommt - das ist auch gleichzeitig die Haushaltssitzung - wäre aus seiner Sicht der Moment der Entscheidung gekommen.
Kreiskämmerer Holger Stingl legte mit einer ausführlichen Rückschau eine Diskussionsgrundlage auch für diejenigen, die noch nicht so lange in der Kreispolitik mitmischen. Dass die drei benachbarten Kommunen Burgkunstadt, Altenkunstadt und Weismain ohne ein Hallenbad dastehen, resultierte aus dem Abriss der Kathi-Baur-Halle in Burgkunstadt. In deren Untergeschoss befand sich das Schwimmbad. Eine Sanierung der 1972 erbauten Halle galt als nicht wirtschaftlich, zudem gab es Erweiterungsbedarf bei der Realschule. Der Landkreis als Sachaufwandsträger baute eine größere Sporthalle für Realschule und Gymnasium. In der Übergangszeit betrieb die DLRG Burgkunstadt das Hallenbad noch fünf Jahre weiter, als Pächter des Landkreises.
In der Folgezeit wurde immer wieder der Wunsch nach einem Ersatz laut. In den drei Kommunen konnte man sich vorstellen, das gemeinsam anzupacken. Doch es gab auch Anlass zum Zaudern. Burgkunstadt etwa hat schon ein Defizit aus dem Freibad Kunomare zu tragen. Immerhin können die Schulkinder dort zumindest während der warmen Jahreszeit Schwimmunterricht haben. Weismain darf sich wegen seiner angespannten finanziellen Situation ohnehin derzeit keine Wünsche erfüllen. Bleibt noch Altenkunstadt. Ende Oktober hat der dortige Gemeinderat einen Beschluss zum Bau eines Lehrschwimmbeckens am Standort Mittelschule gefasst - vorbehaltlich einer Beteiligung der beiden Nachbarkommunen. Die Gemeinde würde den baulichen Unterhalt tragen. Sie könnte sich die DLRG als Betriebsträger vorstellen und will hierzu Verhandlungen aufnehmen.
Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) hatte sich aus gegebenem Anlass zur Sitzung des Kreisausschusses eingefunden. Er hörte aus dem Gremium, dass es noch erheblichen Klärungsbedarf gibt - vor allem zu den tatsächlichen Kosten.
Deutlich wurde aber vor allem, dass in der Frage, ob der Kreis einen Zuschuss geben soll, bei vielen auch Gerechtigkeitsempfinden eine Rolle spielt, denn: Die Städte und Gemeinden, die heute im Landkreis schon Hallenbäder betreiben (Lichtenfels, Michelau, Marktgraitz und Bad Staffelstein), haben kein Geld vom Landkreis dazu bekommen. Im Falle eines Kreiszuschusses müssten diese Kommunen nicht nur das Defizit ihrer eigenen Bäder schultern, sondern auch noch für das neue Bad mitbezahlen. Dies machte Stellvertretender Landrat Helmut Fischer (CSU), Bürgermeister von Michelau, deutlich. Monika Faber (SPD) hingegen betonte, wie gesundheitsfördernd und auch lebensrettend es sei, schwimmen zu können. Dies sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Kindern das Schwimmen zu lehren sei allein im Sportunterricht kaum leistbar. Ein Hallenbad sei Teil einer guten Infrastruktur und im Moment sehe es nicht so aus, als ob dies die drei Kommunen allein stemmen könnten.
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