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Sonnenenergie

Solar-Check: guter Rat, der nicht teuer ist

Hauseigentümer, die die Sonne als Strom- oder Wärmelieferant nutzen möchten, können den Eignungs-Check der Verbraucherzentralen in Anspruch nehmen.
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Die Dachfläche auf seinem Haus möchte Rudolf Oppel künftig zur Stromerzeugung mittels Photovoltaik nutzen. Foto: Ramona Popp
Die Dachfläche auf seinem Haus möchte Rudolf Oppel künftig zur Stromerzeugung mittels Photovoltaik nutzen. Foto: Ramona Popp

Seit wenigen Tagen haben es Rudolf Oppel und seine Frau Brigitte schriftlich, dass ihr Haus in Lahm sehr gut geeignet für eine Photovoltaik-Anlage ist. Die Investition, über die sie schon länger nachgedacht hatten, wollen sie nun bald angehen - und tun es mit einem guten Gefühl. Allein auf die Rentabilität komme es ihm nicht an, betont Rudolf Oppel. Vielmehr müsse das Ganze einen Sinn ergeben. "Ich mache das der Umwelt zuliebe und weil ich es gut finde." Doch rechnen wird sich dieser Schritt auch, wie der Experte kalkuliert hat.

Ende September hatten die Oppels Besuch von einem Energieberater. Gekostet hat sie das gar nichts, nur etwa zwei Stunden Zeit, in denen sie dem Fachmann das Haus zeigten und ihre Fragen stellten. Das Angebot des Landkreises, auch den Eigenanteil von 30 Euro an den Beratungskosten zu übernehmen, war für sie nicht ausschlaggebend; der Zeitungsbericht darüber hatte aber den Anstoß gegeben, sich anzumelden.

"Wir sind 1991 in unser Haus eingezogen", erzählt Rudolf Oppel. Da stünde allmählich eine Modernisierung an. Den Vorteil des Eignungs-Checks Solar der Verbraucherzentralen sieht der Hausbesitzer darin, dass der Gutachter ein unabhängiger Sachverständiger ist, der nichts an der Photovoltaik- oder Solaranlage verdienen wird, für die man sich letztlich entscheidet. Jener habe sich alles angeschaut, vom Heizungsraum bis zur Dachneigung, und dabei auch gleich festgestellt, dass die Installation möglich wäre, ohne Wände aufklopfen zu müssen. Dabei kam man auch auf Optionen für die künftige Heiztechnik zu sprechen. Hier haben sich die Oppels noch nicht entschieden. In Sachen Photovoltaik aber schon. Ausgelegt auf 20 Jahre Laufzeit habe der Energieberater für eine 9,5 kW-Anlage eine Rendite von einen Prozent errechnet, berichtet der Hauseigentümer.

Statt auf dem Sparbuch

Das Geld befände sich dann quasi auf dem Dach statt auf dem Sparbuch und sorge indirekt für Ersparnis bei den Stromkosten. Ohne den von ihm favorisierten Speicher wäre es rentabler (die Rendite würde dann um die 6 Prozent betragen), doch Rudolf Oppel muss sich wohl in absehbarer Zeit von seinem fast zwölf Jahre alten BMW trennen und hat den Kauf eines E-Autos ins Auge gefasst. Dann wolle er eigenen Strom in der Garage tanken können. Für einen Besuch bei den Kindern im Raum Erlangen/Fürth wäre die Reichweite auf alle Fälle ausreichend, sagt er mit einem Schmunzeln.

Rudolf Oppel pendelt täglich rund 100 Kilometer (einfach) zu seiner Arbeitsstelle in Nürnberg. Doch natürlich denkt man mit 60 Jahren auch über die Zeit nach dem Berufsleben nach. Und darüber, was aus dem Eigenheim einmal wird, wo doch die Kinder ihren Lebensmittelpunkt woanders haben. Rudolf Oppel sieht das ganz pragmatisch: "Dieses Haus wird irgendwann mal verkauft werden. Aber so lange ich es nutze, möchte ich was Vernünftiges damit tun." Sogar in der Schilderung seiner Vorstellung, dass jemand anderes einmal dieses Haus gut finden könnte, klingt eine positive Grundhaltung an. "Ich würde es auch machen, wenn es überhaupt keine Förderung gäbe", betont Rudolf Oppel. Als Erstes wird er nun Angebote einholen, "mindestens drei", am liebsten von Handwerkern aus der Region.

150 haben den Eignungs-Check im Landkreis gemacht Von 150 Hauseigentümern im Landkreis Lichtenfels wurde das Angebot eines Eignungs-Checks Solar angenommen. Sie verteilten sich auf die Orte wie folgt: Altenkunstadt 14

Bad Staffelstein 20

Burgkunstadt 9

Ebensfeld 15

Hochstadt 2

Lichtenfels 55

Marktgraitz 4

Marktzeuln 3

Michelau 14

Redwitz       10

Weismain  4

Die Aktion des Landkreises, jeweils den Eigenanteil von 30 Euro für jeden Check zu übernehmen, endete zwar im September. Durch das Umweltministerium gibt es aber weiterhin eine Förderung, so dass für Interessierte ein günstiges Angebot bestehen bleibt.

Eigentlich hat ein umfassender Eignungs-Check, wie er durch die Energieberater der Verbraucherzentral gemacht wird, einen Wert von 286 Euro. Für private Haus-und Wohnungseigentümer beläuft sich der Preis aber auf 30 Euro.

Wer sich für den Check interessiert, kann sich an das Landratsamt (Martin Dirauf, Tel. 09571/18-250) oder direkt an die Verbraucherzentrale (Tel. 0800 809 802 400) wenden. Die Energieberatungstermine (18 im nächsten Jahr) am Landratsamt Lichtenfels werden fortgesetzt, ebenso das Engagement für den Ausbau der Sonnenenergie-Nutzung: Die Messe "Sonnentage" wird 2021 wieder stattfinden.

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